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Kapitel 6: Die Psychologie der Tiere

 

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DAS WAS A WAR, WIRD A SEIN. DAS WAS NICHT-A WAR WIRD NICHT-A SEIN. ALLES WAR UND WIRD ENTWEDER A ODER NICHT-A SEIN

 

1995-02-11

F: (L) Ich habe vor Kurzem Ouspenskys Tertium Organum gelesen, wo es um Wahrnehmungen geht. Wird darin der Zustand unserer Wahrnehmung und der der 2. Dichte einigermaßen genau beschrieben?

A: Ja.

F: (L) Gut, springen wir nun zur Wahrnehmung in der 4. Dichte. Ist die Wahrnehmung in der 4. Dichte …

A: Warte ab und sieh.

Ich weiß, dass sich einige Leser über die Anspielung auf Ouspenskys Beschreibung der Wahrnehmung der 2. Dichte, die wir in einer vorangegangenen Sitzung erwähnt haben, wunderten, da mir viele schrieben und fragten, was genau damit gemeint sei. Bevor wir wieder in die Diskussion mit den Cassiopaeanern einsteigen, möchte ich den betreffenden Abschnitt aus seinem Buch zitieren, da das Thema später in diesem Kapitel wieder auftauchen wird. Der Leser möchte sich vielleicht mit dem Inhalt auskennen, weil offenbar jeder darüber genau Bescheid wissen möchte,warum und wieso es kommt, dass wir in einer Welt von vollkommen unterschiedlichen Wahrnehmungen leben, die uns so stark prägen, dass es möglich ist, dass wir inmitten von Wesen leben, die wir nicht wahrnehmen können.

Es stellt sich auch die Frage, wie unsere eigene Wahrnehmung nach der ‘Beförderung’ in die 4. Dichte ist. Diese Frage hätten wir sicher alle gerne beantwortet. Vielleicht gibt uns Ouspensky mit seinen Spekulationen zu diesem Thema einige Hinweise, obwohl es ziemlich sicher ist, dass er nicht vollständig richtig liegt.

Ark und ich diskutierten lange darüber, ob wir den Auszug aus Ouspenskys Buch hier mit einfließen lassen sollen, denn Ark war der Meinung, dass ernsthafte Mängel bei Ouspenskys ‘wissenschaftlichen Argumenten’ bestünden. Ark meinte, dass seine Aussagen keinesfalls wissenschaftlich seien und dass Ouspensky auf Vermutungen basierende Sprünge und Aussagen ohne Beweisführung macht.

Das mag stimmen, aber mir geht es darum, den Hauch einer Ahnung zu bekommen, was denn der Unterschied zwischen menschlicher und tierischer Erfahrung der Welt um uns sein könnte, so dass wir einen Rahmen erhalten, von dem aus wir weiter spekulieren können.

Der Auszug ist ein bisschen lang, aber ich konnte ihn nicht kürzen, ohne Wichtiges zu verlieren. Obwohl die Sprache ein wenig ‘veraltet’ ist, da das Werk um 1920 entstand, ist Ouspensky in seiner Wortwahl sehr präzise und ökonomisch und es gibt nur wenig ‘Extra-Wörter’. Auch jene Leser, die sich nicht so einfach dieses Buch besorgen können, werden ein gutes Verständnis darüber bekommen, worüber wir, wenn wir über die “Wahrnehmung” in den Dichten sprechen, diskutieren. Dabei geht es mir um das Vermitteln der Unterschiede und nicht notwendigerweise um die Details, wie Ouspensky sie zeichnet. Diesen Auszug sollte man bis zum Ende lesen. Auch wenn man zuerst die Wichtigkeit nicht sieht, wird man über einige auftauchende Ideen überrascht sein.

Aus Tertium Organum:

Die grundlegende Einheit unserer Aufnahmeweise ist eine Empfindung. Diese Empfindung ist eine elementare Veränderung im Zustand unserer Psyche, hervorgerufen, wie es uns scheint, entweder durch eine Änderung im Zustand der Außenwelt im Verhältnis zu unserem Bewusstsein oder durch eine Änderung unserer Psyche im Verhältnis zur äußeren Welt. […] Es genüge, eine Empfindung als eine elementare Veränderung im Zustand der Psyche zu definieren – als das Element, d.h. als die grundlegende Einheit dieser Veränderung. Wenn wir die Empfindung fühlen, nehmen wir an, dass sie gewissermaßen als die Widerspiegelung einer Veränderung in der Außenwelt erscheint.

Die von uns gefühlte Empfindung hinterlässt eine gewisse Spur in unserem Gedächtnis. Die sich ansammelnden Erinnerungen der Empfindungen beginnen sich im Bewusstsein in Gruppen zu verschmelzen, und ihrer Ähnlichkeit gemäß zielen sie darauf, sich zu verbinden, sich zusammenzufassen oder einander entgegengesetzt zu sein; die Empfindungen, die man gewöhnlich in enger Verbindung miteinander fühlt, werden im Gedächtnis in der gleichen Verbindung aufsteigen. Allmählich werden aus den Erinnerungen der Empfindungen Wahrnehmungen zusammengestellt.

Wahrnehmungen – diese sind sozusagen die gruppierten Erinnerungen von Empfindungen. Während der Zusammenstellung der Wahrnehmungen polarisieren sich die Empfindungen in zwei genau begrenzte Richtungen. Die erste Richtung dieser Gruppierung wird dem Charakter der Empfindung entsprechend stattfinden. (Die Empfindungen einer gelben Farbe werden sich mit den Empfindungen einer gelben Farbe verbinden; Empfindungen eines sauren Geschmacks mit jenen eines sauren Geschmacks). Die zweite Richtung wird entsprechend der Zeit der Empfindungsaufnahme stattfinden.

Wenn verschiedenartige Empfindungen, die eine einzige Gruppe darstellen und eine Wahrnehmung zusammensetzen, gleichzeitig eintreten, dann wird die Erinnerung dieser bestimmten Gruppe von Empfindungen einer gemeinsamen Ursache zugeschrieben. Diese ‘gemeinsame Ursache’ wird als der Gegenstand in die Außenwelt projiziert, und man nimmt an, dass die gegebene Wahrnehmung selbst die wirklichen Eigenschaften dieses Gegenstandes widerspiegelt.

Eine solche Gruppen-Erinnerung bildet die Wahrnehmung, z. B. die Wahrnehmung eines Baumes – jenes Baumes. In diese Gruppe treten die grüne Farbe der Blätter ein, ihr Geruch, ihre Schatten, ihr Rauschen im Wind, usw. Alle diese Dinge zusammengenommen bilden gleichsam einen Brennpunkt von Strahlen, die aus der Psyche kommen, allmählich auf den äußeren Gegenstand konzentriert werden und mit ihm entweder gut oder schlecht übereinstimmen.

Bei der weiteren Komplizierung des psychischen Lebens verlaufen die Erinnerungen der Wahrnehmungen so wie bei den Erinnerungen der Empfindungen. Indem sie sich vermengen, verbinden sich die Erinnerungen der Wahrnehmungen oder die ‘Bilder der Wahrnehmungen’ auf verschiedene Weisen: sie fassen sich zusammen, sie stehen einander entgegengesetzt, sie bilden Gruppen und am Ende lassen sie Begriffe entstehen.

So erhält ein Kind aus unterschiedlichen Empfindungen, die es zu verschiedenen Zeiten (in Gruppen) erfahren hat, die Wahrnehmungen eines Baumes (jenes Baumes). Danach erhebt sich aus den Wahrnehmungsbildern verschiedener Bäume der Begriff eines Baumes, d.h. nicht “jenes Baumes”, sondern der Bäume im Allgemeinen. Die Bildung von Wahrnehmungen führt zur Bildung von Wörtern und zum Erscheinen der Sprache.

Sprache besteht aus Wörtern, wobei jedes Wort einen Begriff ausdrückt. Begriff und Wort sind im Wesen ein und dasselbe; nur stellt der erstere (der Begriff) sozusagen die innere Seite dar und das zweite (das Wort) die äußere Seite. Ein Wort (d.h. ein Begriff) ist das algebraische Zeichen eines Dinges.

In unserer Sprache drücken die Worte Begriffe oder Ideen aus. Mit Ideen sind erweiterte Begriffe gemeint, die nicht das Gruppenzeichen gleichartiger Wahrnehmungen darstellen, sondern verschiedene Wahrnehmungsgruppen oder sogar Begriffsgruppen umfassen. Deshalb ist eine Idee ein komplexer oder abstrakter Begriff.

Gegenwärtig hat ein Durchschnittsmensch, als Norm genommen, drei Einheiten des psychischen Lebens erreicht: Empfindung, Wahrnehmung und Begriffsgestaltung.

Darüber hinaus offenbart die Beobachtung der Tatsache, dass einige Menschen zu gewissen Zeiten eine neue, vierte Einheit des psychischen Lebens erlangen, die verschiedene Autoren und verschiedene Schulen unterschiedlich bezeichnen, in der aber immer ein Element der Erkenntnis oder der Idee mit einem gefühlsmäßigen Element vereint ist.

Wenn Kants Ideen richtig sind, wenn der Raum mit seinen Merkmalen eine Eigenschaft unseres Bewusstseins ist und nicht eine der Außenwelt, dann muss die Dreidimensionalität der Welt in dieser oder jener Weise von der Beschaffenheit unseres psychischen Apparates abhängen.

Man kann die Frage konkret auf folgende Weise stellen: Welche Tragweite für die dreidimensionale Ausdehnung der Welt hat die Tatsache, dass wir in unserem psychischen Apparat die oben beschriebenen Kategorien – Empfindungen, Wahrnehmungen und Begriffe – genau in dieser Reihenfolge entdecken?

Wir besitzen einen solchen psychischen Apparat und die Welt ist dreidimensional. Wie kann man die Tatsache feststellen, dass die Dreidimensionalität der Welt von einer derartigen Beschaffenheit unseres psychischen Apparates abhängt? Dies könnte nur mit der Hilfe von Experimenten unleugbar bewiesen oder widerlegt werden.

Wenn wir unseren psychischen Apparat verändern könnten und dann entdecken würden, dass sich die Welt um uns herum veränderte, würde dies für uns den Beweis der Abhängigkeit der Eigenschaften des Raumes von den Eigenschaften unseres Bewusstseins darstellen. Wenn wir z.B. die oben erwähnte höhere Form des psychischen Lebens (die jetzt gleichsam zufällig erscheint und von ungenügend studierten Bedingungen abhängt) genauso eindeutig, exakt und unserem Willen gehorchend machen könnten, wie es der Begriff ist; und wenn die Anzahl der Raummerkmale sich vergrößerte, d.h. wenn der Raum vierdimensional würde, anstatt dreidimensional zu sein, würde dies unsere Vermutung bestätigen und Kants Behauptung beweisen, dass der Raum mit seinen Eigenschaften eine Form unserer sinnlichen Aufnahmeweise sei.

Oder wenn wir die Anzahl der Einheiten unseres psychischen Lebens verringern könnten und uns selbst oder jemanden anderen die Begriffe wegnehmen könnten, indem wir so die Psyche nur durch Wahrnehmungen und Empfindungen handeln ließen; und wenn bei einem solchen Vorgehen die Anzahl der Merkmale des uns umgebenden Raumes vermindert würde; d.h. wenn für die Person, die diesem Test unterzogen würde, die Welt zweidimensional statt dreidimensional würde und tatsächlich eindimensional als Ergebnis einer noch größeren Beschränkung des psychischen Apparates, indem man der Person die Wahrnehmungen entzöge –, würde dies unsere Vermutung bestätigen und könnte die Idee Kants als bewiesen angesehen werden.

Dies will besagen, Kants Idee wäre experimentell bewiesen, könnten wir überzeugt werden, dass für das Wesen, das nur Empfindungen besitzt, die Welt eindimensional ist; für das Wesen, das Empfindungen und Wahrnehmungen besitzt, die Welt zweidimensional ist; und für das Wesen, das außer den Begriffen und Ideen die höheren Formen der Erkenntnisbesitzt, die Welt vierdimensional ist.

Oder genauer: Kants These hinsichtlich der Subjektivität der Raumwahrnehmung könnte man als bewiesen ansehen,

a) wenn für das Wesen, das nur Empfindungen besitzt, unsere gesamte Welt mit all ihrer Verschiedenheit der Formen als eine einzige Linie erscheinen sollte; wenn das Universum dieses Wesens nur eine Dimension besäße, d.h. dieses Wesen in seiner Aufnahmeweise der Eigenschaften eindimensional wäre; und

b) wenn für das Wesen, das außer der Fähigkeit, Empfindungen zu fühlen, die Fähigkeit besitzt, Wahrnehmungen zu bilden, die Welt eine zweidimensionale Ausdehnung hätte; wenn unsere ganze Welt mit ihrem blauen Himmel, den Wolken, grünen Bäumen, Bergen und Abgründen ihm als eine Fläche erscheinen sollte; wenn das Universum dieses Wesens nur zwei Dimensionen hätte, d.h. wenn dieses Wesen in den Eigenschaften seiner Aufnahmeweise zweidimensional wäre.

Kürzer gesagt: Kants These wäre bewiesen, könnten wir dazu gebracht werden zu sehen, dass die Anzahl der Merkmale der Welt sich für das bewusste Wesen in Übereinstimmung mit den Veränderungen seines psychischen Apparates ändert.

Es ist unter gewöhnlichen Bedingungen unmöglich, ein derartiges Experiment auszuführen, indem man die Verminderung der psychischen Merkmale bewirkt – wir können nicht willkürlich unseren eigenen oder jemandes anderen psychischen Apparat einschränken. Experimente mit der Zunahme der psychischen Merkmale sind gemacht worden und sind auch aufgezeichnet, doch infolge vieler verschiedener Ursachen können sie nur ungenügend überzeugen. Der Hauptgrund hierfür ist, dass die Zunahme der psychischen Fähigkeiten vor allem so viel Neues im psychischen Bereich hervorbringt, dass dieses Neue die Veränderungen verdunkelt, die gleichzeitig in der früheren Wahrnehmung der Welt vor sich gehen; man fühlt das Neue, doch man ist unfähig, den Unterschied genau zu definieren.

Alle Lehren religiös-philosophischer Bewegungen haben als ihr offen eingestandenes oder verborgenes Ziel die Erweiterung des Bewusstseins. Dies ist auch das Ziel der Mystik aller Zeiten und aller Glaubensbekenntnisse, das Ziel des Okkultismus und des östlichen Yoga. Doch die Frage nach der Erweiterung des Bewusstseins verlangt ein besonderes Studium.

Zum Beweis der oben aufgestellten Aussage hinsichtlich der Veränderung der Welt in Verbindung mit psychischen Veränderungen genügt es einstweilen, die Annahme in Betracht zu ziehen, die die Möglichkeiten einer kleineren Anzahl psychischer Merkmale ins Auge fasst.

Wenn Experimente in dieser Hinsicht unmöglich sind, dann kann uns vielleicht die Beobachtung das liefern, was wir suchen. Wir wollen die Frage stellen: gibt es auf der Welt nicht Wesen, die uns gegenüber in der notwendigen Beziehung stehen und deren Psyche auf einer niedrigeren Stufe als die unsere steht?

Solche psychisch niedrigeren Wesen existieren zweifellos. Es sind dies die Tiere. Wir wissen nur sehr wenig über den Unterschied zwischen der psychischen Natur eines Tieres und eines Menschen: die gewöhnliche ‘Verhaltens’-Psychologie behandelt ihn überhaupt nicht. Gewöhnlich verneinen wir vollständig, dass Tiere einen Verstand haben, oder aber wir schreiben ihnen unsere Psychologie zu, jedoch ‘eingeschränkt’ – obwohl wir nicht wissen inwieweit und worin. Wir sagen auch, dass Tiere keine Vernunft haben, sondern vom Instinkt geleitet werden. Was wir genau unter Instinkt meinen, wissen wir selbst nicht. Ich spreche hier nicht nur von der populären, sondern von der ‘wissenschaftlichen’ Psychologie.

Versuchen wir herauszufinden, was der Instinkt ist, und etwas über die tierische Psychologie zu lernen! Vor allem wollen wir die Handlungen der Tiere analysieren und sehen, worin sie sich von den unseren unterscheiden. Wenn diese Handlungen instinktiv sind, welche Folgerung muss man aus dieser Tatsache ziehen?

Was sind im Allgemeinen jene Handlungen und wie unterscheiden sie sich? Bei den Handlungen der Lebewesen innerhalb der Grenzen unserer gewöhnlichen Beobachtungen, unterscheiden wir jene, die reflexbedingt, die instinktiv, verstandesmäßig und automatisch sind. Reflexhandlungen sind einfach Antworten durch Bewegung, Reaktionen auf äußere Reize, die immer auf die gleiche Weise stattfinden, ungeachtet ihrer Nützlichkeit oder Nutzlosigkeit, ihrer Zweckmäßigkeit oder Unzweckmäßigkeit in irgendeinem gegebenen Fall. Ihr Ursprung und ihre Gesetze liegen in der einfachen Reizbarkeit einer Zelle.

Was ist die Reizbarkeit einer Zelle und welches sind diese Gesetze?

Die Reizbarkeit einer Zelle wird als Fähigkeit definiert, auf einen äußeren Reiz durch eine Bewegung zu antworten. Experimente mit den einfachsten einzelligen Organismen haben gezeigt, dass diese Reizbarkeit nach bestimmten Gesetzen handelt. Die Zelle antwortet durch eine Bewegung auf einen äußeren Reiz. Die Stärke der antwortenden Bewegung wächst in dem Maß, wie die Stärke des Reizes größer wird, doch in keinem bestimmten Verhältnis. Um die Antwortbewegung hervorzurufen, muss der Reiz eine genügende Intensität haben. Jeder erfahrene Reiz hinterlässt eine gewisse Spur in der Zelle und macht sie für neue Reize empfänglicher. Wir sehen hierin, dass die Zelle die wiederholtenReize von gleicher Stärke mit einer stärkeren Bewegung als die erste beantwortet. Wenn die Reize weiter wiederholt werden, wird die Zelle auf sie mit immer stärkeren Bewegungen antworten, bis zu einer gewissen Grenze. Wenn die Zelle diese Grenze erreicht hat, erleidet sie Ermüdung und antwortet auf die gleichen Reize mit immer schwächeren Reaktionen. Es ist, als ob die Zelle sich an den Reiz gewöhnt. Er wird für die Zelle zu einem Teil ihrer ständigen Umgebung, und sie hört auf zu reagieren, weil sie im Allgemeinen nur auf Veränderungen in konstanten Bedingungen reagiert. Wenn vom Anfang an der Reiz so schwach ist, dass er nicht ausreicht, die Antwortbewegung hervorzurufen, lässt er trotzdem in der Zelle eine gewisse unsichtbare Spur zurück. Dies kann aus der Tatsache abgeleitet werden, dass die Zelle durch die Wiederholung dieser schwachen Reize schließlich doch zu reagieren beginnt. So beobachten wir im Gesetz der Reizbarkeitgleichsam die Anfänge von Gedächtnis, Ermüdung und Gewohnheit. Die Zelle schafft die Illusion, wenn auch nicht eines bewussten oder vernünftigen Wesens, so doch auf jeden Fall eines mit Erinnerung ausgestatteten Wesens, das Gewohnheiten bildet und Ermüdung erleidet.

Wenn wir von so einer Zelle irregeführt werden können, wieviel leichter können wir von der größeren Kompliziertheit des tierischen Lebens getäuscht werden. Doch kehren wir zur Analyse der Handlungen zurück.

Mit Reflexhandlungen eines Organismus sind die Handlungen gemeint, bei denen entweder ein ganzer Organismus oder seine einzelnen Teile so wie eine Zelle handelt, d.h. innerhalb der Grenzen des Gesetzes der Veränderlichkeit. Wir beobachten solche Handlungen sowohl beim Menschen als auch bei Tieren. Ein Mensch zittert am ganzen Körper durch unerwartete Kälte oder durch eine Berührung. Seine Augenlider zwinkern bei der raschen Annäherung oder Berührung eines Gegenstandes. Der freihängende Fuß einer Person in Sitzstellung bewegt sich ruckartig vorwärts, wenn das Bein auf die Sehne unterhalb des Knies geschlagen wird. Diese Bewegungen gehen unabhängig vom Bewusstsein vor sich, sie können sogar gegen das Bewusstsein vor sich gehen. Gewöhnlich registriert sie das Bewusstsein als vollendete Tatsachen. Darüber hinaus werden diese Bewegungen überhaupt nicht von der Zweckmäßigkeit gelenkt. Der Fuß bewegt sich nach vorne als Antwort auf den Schlag auf die Sehne, selbst wenn ein Messer oder ein Feuer vor ihm ist.

Man versteht unter instinktiven Handlungen die Handlungen, die von der Zweckmäßigkeit gelenkt, jedoch ohne bewusste Auswahl oder ohne bewusstes Ziel gemacht werden.

Sie treten auf mit dem Erscheinen einer sinnlichen Schattierung der Empfindungen, d.h. von dem Augenblick an, wo die Empfindung mit einem Gefühl der Lust und des Schmerzes verbunden zu sein beginnt.

Tatsächlich wurden vor dem Auftreten des menschlichen Intellekts die ‘Handlungen’ überall im ganzen Tierreich von dem Bestreben gelenkt, Lust zu empfangen und Schmerz zu vermeiden.

Wir können mit völliger Sicherheit erklären, dass der Instinkt ein Lust-Schmerz ist, der, wie der positive und negative Pol eines Elektromagneten, das Tier in diese oder jene Richtung anzieht oder abstößt, wobei er es zwingt, ganze Reihen komplizierter Handlungen auszuführen, die manchmal zu einem solchen Grad zweckmäßig sind, dass sie vernunftbedingt erscheinen und nicht nur vernunftbedingt, sondern auf der Voraussicht der Zukunft gegründet, fast auf eine Art von Hellsicht, wie der Zug der Vögel, das Bauen von Nestern für die Jungen, die noch nicht erschienen sind, das Finden des Flugwegs südwärts im Herbst und nordwärts im Frühling, usw. Doch alle diese Handlungen werden in Wirklichkeit durch einen einzigen Instinkt erklärt, d.h. durch das Unterstelltsein unter Lust-Schmerz.

Perioden hindurch, in denen man Jahrtausende wie Tage betrachten kann, wurden durch Auslese unter allen Tieren die Typen vervollkommnet, indem sie auf der Grundlage dieses Unterstelltsein lebten. Dieses Unterstelltsein ist zweckmäßig, das heißt, seine Ergebnisse führen zum erwünschten Ziel. Warum dies so ist, ist klar. Wäre das Lustgefühl aus dem entstanden, was schädlich ist, dann könnte die gegebene Art nicht leben und würde schnell aussterben. Der Instinkt ist der Leiter ihres Lebens, jedoch nur so lange, wie der Instinkt allein zweckmäßig ist; sobald er aufhört zweckmäßig zu sein, wird er der Führer zum Tod und die Gattung stirbt bald aus. Normalerweise ist der “Lust-Schmerz” nicht fürdie Nützlichkeit oder den Schaden, der daraus entstehen kann, angenehm oder unangenehm, sondern wegen ihr. Jene Einflüsse, die sich als vorteilhaft für eine gegebene Art während des vegetativen Lebens erwiesen, beginnen mir dem Übergang zum tätigeren und komplizierteren tierischen Leben als angenehm empfunden zu werden, die schädlichen Einflüsse als unangenehm. Was zwei verschiedene Arten angeht, mag ein und derselbe Einfluss – sagen wir eine gewisse Temperatur – für die eine nützlich und angenehm sein und für eine andere schädlich und unangenehm. Es ist daher klar, dass das Unterstelltsein unter dem “Lust-Schmerz” durch die Zweckmäßigkeit gelenkt sein muss. Das Angenehme istangenehm , weil es vorteilhaft ist, das Unangenehme ist unangenehm, weil es schädlichist.

Nach den instinktiven Handlungen folgen jene Handlungen, die rational und automatisch sind. Unter rationaler Handlung versteht man eine, die dem Handelnden vor ihrer Ausführung bekannt ist; eine Handlung, die der Handelnde benennen, definieren, erklären kann, deren Ursache und Zweck er vor ihrer Ausführung zeigen kann.

Automatische Handlungen sind jene, die für ein gegebenes Wesen rational gewesen sind, aber wegen häufiger Wiederholungen zur Gewohnheit wurden und unbewusst ausgeführt werden. Die erworbenen automatischen Handlungen dressierter Tiere waren vorher rational – nicht im Tier, sondern im Ausbildner. Derartige Handlunge erscheinen oft wie rational, doch dies ist eine völlige Illusion. Das Tier erinnert sich an die Reihenfolgen der Handlungen, daher scheinen seine Handlungen überlegt und zweckmäßig zu sein. Sie wurden tatsächlich überlegt, aber nicht von ihm. Automatische Handlungen werden oft mit instinktiven verwechselt – sie sind den instinktiven wirklich sehr ähnlich, aber es gibt einen enormen Unterschied zwischen ihnen. Die automatischen Handlungen werden von dem betreffenden Wesen in seinem eigenen Leben entwickelt, und lange Zeit bevor sie automatisch werden, muss es sich ihrer bewusst sein.

Andererseits werden die instinktiven Handlungen während der Lebensperiode der Artentwickelt und die Befähigung dazu wird auf bestimmte Weise durch Vererbung übermittelt. Es ist möglich, automatische Handlungen instinktive Handlungen zu nennen, die von einem gegebenen Wesen für sich selbst ausgearbeitet wurden. Es ist jedoch unmöglich, die instinktiven Handlungen automatische Handlungen zu nennen, die von einer gegebenen Art ausgearbeitet wurden, weil sie niemals in den verschiedenen Individuen einer gegebenen Art rational waren, sondern aus einer Reihe komplizierter Reflexe zusammengesetzt wurden.

Die Reflexe, die instinktiven und ‘rationalen’ Handlungen können alle als widergespiegelt angesehen werden, d.h. als nicht aus Eigenem entstanden.

Sowohl diese als auch andere und noch dazu eine dritte Kategorie, kommen nicht vom Menschen selbst, sondern von der Außenwelt. Der Mensch ist die Übermittlungs- oder Umwandlungsstation für gewisse Kräfte: alle seine Handlungen in diesen drei Kategorienwerden durch die Eindrücke der Außenwelt geschaffen und bestimmt. Der Mensch ist bei diesen drei Handlungsarten im Grunde ein seiner Handlungen unbewusster oder bewusster Automat, nichts kommt von ihm selbst.

Mit Ausnahme der Empfindungen der Außenwelt scheint nur die höhere Kategorie der Handlungen, d.h. bewusste Handlungen (allgemein gesagt, beobachten wir diese Handlungen nicht, weil wir sie mit ‘rationalen’ Handlungen verwechseln; die Hauptursache für diese Verwechslung ist, dass wir die rationalen Handlungen bewusste nennen – was sie nicht sind), von etwas anderem abzuhängen. Doch die Befähigung zu solchen Handlungen trifft man nur selten an – nur in einigen wenigen Menschen, die man als Menschen eines höheren Typus bezeichnen kann.

Nachdem wir die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten der Handlungen festgestellt haben, kehren wir zur vorher gestellten Frage zurück: Auf welche Weise unterscheidet sich die Psyche eines Tieres von der eines Menschen?

Von den vier Kategorien der Handlungen sind die zwei unteren den Tieren zugänglich. Die Kategorie der ‘bewussten’ Handlungen ist den Tieren unzugänglich.

Dies wird vor allem durch die Tatsache bewiesen, dass die Tiere kein Sprachvermögen haben, wie wir es haben. Wie zuvor gezeigt wurde, ist der Besitz der Sprache unlösbar mit dem Besitz von Begriffen verbunden. Daher können wir sagen, dass die Tiere keine Begriffe besitzen.

Ist dies wahr – und ist der Besitz eines instinktiven Verstandes möglich ohne Begriffe zu haben?

Alles was wir über den instinktiven Verstand wissen, zeigt uns, dass er nur durch Empfindungen und Wahrnehmungen funktioniert und dass er in den unteren Stufen nur durch Empfindungen funktioniert. Das Wesen, das sein Denken mittels Wahrnehmungen vollzieht, besitzt den instinktiven Verstand, der ihm die Möglichkeit gibt, jene Auswahlunter den gegebenen Wahrnehmungen zu treffen, die den Eindruck des Urteilens und des Überlegens erzeugt. In Wirklichkeit überlegt sich das Tier nicht seine Handlungen, sondern lebt durch seine Gefühle, ist dem Gefühl unterworfen, das zufällig am stärksten in ihm ist. Obwohl tatsächlich im Leben des Tieres manchmal heikle Augenblicke auftreten, wo es der Notwendigkeit, zwischen einer Reihe von Wahrnehmungen auszuwählen, gegenübersteht. In solchen Augenblicken mögen seine Handlungen ganz überlegt erscheinen; z.B. handelt das Tier, wenn es in eine Gefahrensituation gerät, oft sehr umsichtig und klug, aber in Wirklichkeit werden seine Handlungen nicht durch Gedanken gelenkt, sondern hauptsächlich vom gefühlsbedingten Gedächtnis und von Bewegungswahrnehmungen.

Es wurde vorher gezeigt, dass die Gefühle zweckmäßig sind und dass die Unterstellung unter sie in einem normalen Wesen zweckmäßig sein muss. Jede Wahrnehmung eines Tieres, jedes erinnerte Bild ist mit irgendeiner gefühlsmäßigen Empfindung oder einer gefühlsmäßigen Erinnerung verbunden – es gibt in der Tierseele keine nicht-gefühlsmäßigen, kalten Gedanken oder, falls es sie gibt, sind diese nicht aktiv und können unmöglich die Triebfedern zu Handlungen werden.

So können wir alle Handlungen der Tiere, manchmal äußerst komplizierte, zweckgerichtete und scheinbar überlegte, erklären, ohne ihnen Begriffe, Urteile und das Denkvermögen zuzuschreiben.

Wir müssen tatsächlich erkennen, dass die Tiere keine Begriffe haben, und der Beweis hierfür ist, dass sie keine Sprache haben. Wenn wir zwei Menschen verschiedener Nationalität und Rasse nehmen, von denen jeder die Sprache des anderen nicht kennt, und sie zusammenführen, werden sie sofort einen Weg finden, sich zu verständigen. Einer zeichnet vielleicht einen Kreis mit dem Finger, der andere zeichnet einen zweiten Kreis daneben. Hierdurch haben sie schon festgestellt, dass sie einander verstehen können. Wenn eine dicke Mauer zwischen ihnen wäre, würde dies sie nicht im Geringsten behindern – einer von beiden klopft dreimal und der andere klopft dreimal als Antwort. Die Verständigung ist hergestellt. Die Idee des Inverbindungtretens mit den Bewohnern anderer Planeten beruht auf der Idee von Lichtsignalen. Man hat vorgeschlagen, auf der Erde einen enormen leuchtenden Kreis oder ein Quadrat zu machen, um die Aufmerksamkeit der Marsbewohner anzuziehen und um von ihnen durch das gleiche Signal Antwort zu erhalten.

Wir leben neben den Tieren und können dennoch nicht solch eine Verständigung herstellen. Offensichtlich ist die Entfernung zwischen uns und ihnen größer und der Unterschied tiefer als zwischen Menschen, die durch die Unkenntnis der Sprache, Steinmauern und enorme Entfernungen getrennt sind.

Ein weiterer Beweis für die Abwesenheit von Begriffen im Tier ist seine Unfähigkeit, sich eines Hebels zu bedienen, d.h. seine Unfähigkeit, unabhängig zum Verständnis des Wirkungsprinzips des Hebels zu kommen. Der übliche Einwand, ein Tier könne mit einem Hebel nicht umgehen, weil seine Organe (Pfoten, usw.) für solche Handlungen ungeeignet seien, ist deshalb unhaltbar, weil fast jedes Tier gelehrt werden kann, mit einem Hebel umzugehen. Dies zeigt, dass die Schwierigkeiten nicht in den Organen liegen. Das Tier kann einfach nicht von sich aus zum Verständnis der Idee eines Hebels kommen.

Die Erfindung des Hebels trennte sofort den primitiven Menschen vom Tier und sie war unentwirrbar mit dem Erscheinen von Begriffen verbunden. Die psychische Seite des Verstehens der Wirkung eines Hebels besteht im Bilden eines richtigen Syllogismus. Ohne einen Syllogismus richtig zu bilden, ist es unmöglich, die Wirkung eines Hebels zu verstehen. Wenn man keine Begriffe hat, ist es unmöglich, den Syllogismus aufzustellen. Der Syllogismus ist im psychischen Bereich buchstäblich das gleiche wie der Hebel im Physischen.

Das Beherrschen des Hebels unterscheidet den Menschen genauso stark vom Tier, wie es die Sprache tut. Falls einige gelehrte Marsmenschen auf die Erde blickten und sie von Ferne mit Hilfe eines Fernrohres objektiv studierten, wobei sie keine Sprache hörten, noch in die subjektive Welt der Bewohner der Erde einträten, noch mit ihnen in Kontakt kämen, würden sie die auf der Erde lebenden Wesen in zwei Gruppen einteilen: jene, die mit der Wirkung eines Hebels vertraut sind, und jene, denen eine solche Wirkung nicht geläufig ist.

Die Psychologie der Tiere ist im Allgemeinen für uns sehr unklar. Die unendliche Anzahl von Beobachtungen, die über alle Tiere gemacht wurden, von den Elefanten bis zu den Spinnen, und die unendlichen Anekdoten über den Verstand, den Geist und die moralischen Qualitäten der Tiere ändern nichts an all dem. Wir stellen uns die Tiere entweder als lebende Automaten oder als einfältige Menschen vor. Wir beschränken uns zu sehr innerhalb des Kreises unserer eigenen Psychologie. Es gelingt uns nicht, uns irgendeine andere vorzustellen, und wir denken unwillkürlich, dass die einzig mögliche Art der Seele die ist, die wir besitzen. Doch gerade diese Illusion hindert uns, das Leben zu verstehen. Wenn wir am psychischen Leben eines Tieres teilnehmen könnten, verstehen könnten, wie es wahrnimmt, denkt und handelt, fänden wir vieles, das von ungewöhnlichem Interesse ist.

Zum Beispiel könnten wir uns die Logik eines Tieres vorstellen und sie gedanklich nachvollziehen, würde dies uns enorm helfen, unsere eigene Logik und die Gesetze unseres eigenen Denkens zu verstehen. Vor allem anderen würden wir die Bedingtheit und die Relativität unserer eigenen logischen Struktur verstehen lernen und damit die Bedingtheit unserer gesamten Vorstellung der Welt.

Ein Tier hätte eine besondere Logik. Die wäre allerdings nicht Logik im wahrsten Sinn des Wortes, weil Logik die Existenz des Logos voraussetzt, d.h. eines Wortes oder eines Begriffs. Unsere gewöhnliche Logik, mit der wir leben, ohne die ‘der Schuster den Stiefel nicht nähen wird’, leitet sich aus dem einfachen Schema ab, das Aristoteles in jenen Schriften formulierte, die von seinen Schülern unter dem gemeinsamen Namen Organonveröffentlicht wurde, d.h. das ‘Instrument’ (des Denkens). Dieses Schema besteht in folgendem:

A ist A.

A ist nicht Nicht-A.

Alles ist entweder A oder Nicht-A.

Die in diesem Schema umfasste Logik – die Logik des Aristoteles – ist für die Beobachtungvöllig ausreichend. Doch für das Experiment ist sie ungenügend, weil das Experiment sichin der Zeit vollzieht, und in den Formeln des Aristoteles die Zeit nicht in Erwägung gezogen wird. Dies wurde ganz am Anfang der Begründung unserer experimentellen Wissenschaft bemerkt – von Roger Bacon bemerkt und mehrere Jahrhunderte später von seinem berühmten Namensvetter Francis Bacon, Lord Verulam, in der Abhandlung Novum Organum, das “neue Instrument” (des Denkens) formuliert. Kurz und bündig kann die Formulierung Bacons auf das folgende vereinfacht werden:

Das, was A war, wird A sein.

Das, was Nicht-A war, wird Nicht-A sein.

Alles war und wird entweder A oder Nicht-A sein.

Auf diese Formeln, ob anerkannt oder nicht anerkannt , ist unsere gesamte wissenschaftliche Erfahrung aufgebaut, und auf ihnen beruht auch das Schuhemachen, weil ein Schuhmacher, wenn er sich nicht sicher wäre, dass das gestern gekaufte Leder auch morgen Leder sein würde, mit aller Wahrscheinlichkeit nicht wagen würde, ein Paar Schuhe anzufertigen, sondern sich eine andere einträglichere Beschäftigung suchen würde.

Die Formeln der Logik, wie die des Aristoteles und des Bacon, sind selbst aus der Beobachtung von Tatsachen abgeleitet und enthalten nichts und können auch nichts enthalten als den Inhalt dieser Tatsachen. Sie sind nicht Gesetze des folgernden Denkens , sondern Gesetze der Außenwelt, wie sie von uns wahrgenommen wird, oder die Gesetze unserer Beziehung zur Außenwelt.

Könnten wir uns die ‘Logik’ eines Tieres vorstellen, würden wir seine Beziehung zur Außenwelt verstehen. Unser Kardinalirrtum hinsichtlich der Psychologie der Tiere besteht in der Tatsache, dass wir ihnen unsere eigene Logik zuschreiben. Wir nehmen an, dass es nur eine Logik gibt, dass unsere Logik etwas Absolutes ist, das außerhalb und unabhängig von uns existiert, während die Logik tatsächlich nur die Gesetze der Beziehungen unserer Psyche zur Außenwelt formuliert, oder die Gesetze, die unsere Psyche in der Außenwelt entdeckt. Eine andere Psyche wird andere Gesetze entdecken.

Vor allem wird sich die Logik des Tieres von der unseren dadurch unterscheiden, dass sie nicht allgemein sein wird. Sie wird für jeden besonderen Fall, für jede Wahrnehmung getrennt existieren. Gemeinsame Eigenschaften, Klasseneigenschaften und die Gattungs- und Artzeichen der Kategorien werden für Tiere nicht existieren . Jeder Gegenstand wird an und für sich existieren und all seine Eigenschaften werden allein die besonderen Eigenschaften von ihm sein.

Dieses Haus und jenes Haus sind für ein Tier völlig verschiedene Gegenstände, weil das eine sein Haus und das andere ein fremdes Haus ist. Allgemein gesagt: wir erkennen Gegenstände an den Zeichen ihrer Ähnlichkeit; das Tier muss sie an den Zeichen ihrer Verschiedenheit erkennen. Es erinnert sich an jeden Gegenstand durch das Zeichen, das für es die größte gefühlsmäßige Bedeutung hatte. Auf solche Weise, d.h. durch ihre gefühlsmäßige Tönung, werden die Wahrnehmungen im Gedächtnis eines Tieres aufgespeichert. Es ist klar, dass solche Wahrnehmungen viel schwieriger im Gedächtnis aufzuspeichern sind und dass daher das Gedächtnis eines Tieres viel mehr belastet ist als das unsere, obwohl es hinsichtlich der Menge des Wissens und der Quantität dessen, was im Gedächtnis bewahrt wird, weit unter uns steht.

Nachdem wir einen Gegenstand einmal gesehen haben, weisen wir ihn einer gewissen Klasse, Gattung und Art zu, stellen ihn unter diesen oder jenen Begriff und legen ihn fest im Verstand mittels irgendeines ‘Wortes’, d.h. eines algebraischen Symbols; dann durch ein anderes, definieren es, usw.

Das Tier hat keine Begriffe: es hat nicht jene gedankliche Algebra, mit deren Hilfe wir denken. Es muss immer einen gegebenen Gegenstand kennen und muss sich an ihn mit all seinen Zeichen und Eigenheiten erinnern. Kein vergessenes Zeichen wird zurückkehren. Im Gegensatz dazu sind für uns die wichtigsten Zeichen in dem Begriff enthalten, mit dem wir jenen Gegenstand in Beziehung gebracht haben, und wir können ihn im Gedächtnis mit Hilfe seines Zeichens finden.

Hierdurch wird es klar, dass das Gedächtnis eines Tieres stärker belastet ist als das unsere, und dies ist die wichtigste Hinderungsursache für die Verstandesevolution eines Tieres. Sein Geist ist zu beschäftigt. Er hat keine Zeit, sich zu entwickeln. Die verstandesmäßige Entwicklung eines Kindes kann aufgehalten werden, wenn man es eine Reihe von Wörtern oder eine Reihe von Figuren auswendig lernen lässt. Das Tier ist genau in einer solchen Lage. Hierin liegt die Erklärung der seltsamen Tatsache, dass ein Tier klüger ist, wenn es jung ist.

Im Menschen erscheint die Blüte der intellektuellen Kraft im reifen Alter, oft sogar im Greisenalter; im Tier ist genau das Umgekehrte wahr. Es ist nur während seiner Jugendaufnahmefähig . In der Reife bleibt seine Entwicklung stehen und im Alter entartet sie unzweifelhaft.

Die Logik der Tiere, wenn wir versuchen wollten, sie durch ähnliche Formeln, wie die durch Aristoteles und Bacon auszudrücken, wäre die folgende:

Die Formel A ist A wird das Tier verstehen. Es wird gleichsam sagen: Ich bin ich, usw.

Doch die Formel A ist nicht Nicht-A wird es unfähig sein zu verstehen. Nicht-A ist einBegriff.

Das Tier wird folgendermaßen überlegen: Dies ist dies. Jenes ist jenes. Dieses ist nicht jenes. Oder: Dieser Mensch ist dieser Mensch. Jener Mensch ist jener Mensch. Dieser Mensch ist nicht jener Mensch.

Ich werde später zu der Logik der Tiere zurückkehren müssen; für den Augenblick ist es nur notwendig, die Tatsache festzulegen, dass die Psychologie der Tiere besonderer Art ist und sich in grundlegender Weise von unserer eigenen unterscheidet. Und nicht nur ist sie von besonderer Art, sondern sie ist auch entschieden mannigfaltig.

Unter den uns bekannten Tieren, sogar unter den Haustieren, sind die psychologischen Unterschiede so groß, dass diese sie in völlig getrennte Stufen differenzieren. Wir wissen dies nicht und stellen sie alle unter eine einzige Rubrik – “Tiere”.

Eine Gans, die ihren Fuß in einem Stück Melonenschale verwickelt hat, schleppt sie durch die Schwimmhaut mit und kann sich somit nicht davon befreien, doch niemals denkt sie daran, den Fuß zu heben. Dies zeigt, dass ihr Verstand so verschwommen ist, dass sie den eigenen Körper nicht kennt und kaum zwischen ihm und anderen Gegenständen unterscheidet.

Dies könnte weder mit einem Hund oder einer Katze geschehen. Sie kennen ihren Körper sehr gut. Doch in Bezug auf äußere Gegenstände unterscheiden sich der Hund und die Katze sehr. Ich habe einen Hund – einen ‘sehr intelligenten’ Setter – beobachtet. Wenn die kleine Decke, auf der er schlief, Falten machte und dadurch zum Schlafen unbequem war, verstand er, dass das Übel außerhalb von ihm war, dass es in der Decke war und in einer bestimmten Lage der Decke. Deshalb packte er die Decke mit den Zähnen, wendete sie hin und her in alle Richtungen, wobei er knurrte, seufzte und wimmerte, bis ihm jemand zu Hilfe kam, denn er war niemals fähig, die Schwierigkeit zu berichtigen.

Bei der Katze könnte ein solches Problem niemals auftreten. Die Katze kennt ihren Körper sehr gut, doch sie nimmt alles außerhalb von ihr als ihr gebührend, ihr zukommend hin. Die Außenwelt zu berichtigen, sie ihrer eigenen Bequemlichkeit anzupassen, kommt der Katze niemals in den Kopf. Vielleicht ist sie so, weil sie mehr in einer anderen Welt lebt, in der Welt der Träume und der Phantasien als in dieser. Demgemäß würde sich die Katze, wenn etwas mit ihrem Bett nicht in Ordnung wäre, wiederholt umdrehen, bis sie sich bequem niederlegen könnte, oder sie würde weggehen und sich an einer anderen Stelle niederlegen.

Der Affe würde die Decke in der Tat mit Leichtigkeit glätten.

Wir haben hier vier Wesen, alle ganz verschieden; und dies ist nur ein Beispiel: es wäre möglich, andere zu Hunderten zu sammeln. Währenddessen gibt es für uns nur ein “Tier”. Wir mengen viele Dinge zusammen, die vollständig verschieden sind; unsere ‘Einteilungen’ sind oft unrichtig und dies behindert uns, wenn es zur Untersuchung unserer selbst kommt.

Es wäre vollkommen falsch zu behaupten, dass offenkundige Unterschiede die ‘Evolutionsstufe’ bestimmen, dass Tiere eines Typus ‘höher’ oder ‘niedriger’ seien als die eines anderen. Der Hund und der Affe sind durch ihren Intellekt, ihre Nachahmungsfähigkeit und wegen der Treue des Hundes dem Menschen gegenüber gleichsam höher als die Katze; aber die Katze ist ihnen unendlich überlegen an Intuition, an ästhetischem Gefühl, an Unabhängigkeit und Willensstärke. Der Hund und der Affe zeigen sich mit allem: alles, was sie haben, kann man sehen. Die Katze hingegen wird nicht ohne Grund als ein magisches und okkultes Tier angesehen. Es gibt in ihr viel Verborgenes, von dem sie selbst nichts weiß. Wenn man in der Sprache der Evolution spricht, dann ist es richtiger zu sagen, die Katze und der Hund seien Tiere verschiedener Evolutionen, genau wie mit aller Wahrscheinlichkeit nicht eine, sondern mehrere Evolutionen gleichzeitig in der Menschheit vor sich gehen.

Das Anerkennen mehrerer unabhängiger und von einem Standpunkt aus gleichwertiger Evolutionen, die vollständig verschiedene Eigenschaften entwickeln, würde uns aus dem Labyrinth endloser Widersprüche in unserem Verständnis des Menschen herausführen und würde uns den Weg zeigen zu der einzig wirklichen und für uns wichtigen Evolution – der Evolution zum Übermenschen.

Wir haben den enormen Unterschied zwischen der Psychologie eines Menschen und eines Tieres festgestellt. Dieser Unterschied beeinflusst zweifellos tiefgehend die Aufnahmeweise der Außenwelt durch das Tier. Doch wie und worin? Genau dies ist es, was wir nicht wissen und was wir versuchen werden zu entdecken.

Dazu werden wir zu unserer Aufnahmeweise der Welt zurückkehren, die Natur jener Aufnahmeweise in den Einzelheiten untersuchen und uns dann vorstellen, wie das Tier mit seiner eingeschränkten psychischen Beschaffenheit seine Eindrücke der Welt empfängt.

Allem voran wollen wir bemerken, dass wir die unrichtigsten Eindrücke der Welt empfangen, was ihre äußere Form und Ansicht anbetrifft. Wir wissen, dass die Welt aus Körpern besteht, jedoch wir sehen und berühren nur Oberflächen. Wir sehen und berühren niemals einen festen Körper. Der Körper – dies ist tatsächlich ein aus einer Reihe von Wahrnehmungen zusammengesetzter Begriff; das Ergebnis aus Überlegungen und Erfahrung. Für die unmittelbare Empfindung existieren nur Oberflächen. Empfindungen von Schwere, Masse, Volumen, die wir gedanklich mit dem ‘Körper’ verbinden, stehen in Wirklichkeit mit den Empfindungen von Oberflächen in Verbindung. Wir wissen nur, dass die Empfindung von dem Körper kommt, aber den Körper selbst empfinden wir niemals. Vielleicht könnte man die kompliziertere Empfindung von Oberflächen: Gewicht, Masse, Dichte, Widerstand, ‘die Empfindung eines Körpers’ nennen, jedoch wir vereinigen eher gedanklich all diese Empfindungen zu einer einzigen und nennen diese zusammengesetzte Empfindung einen Körper. Unmittelbar empfinden wir nur Oberflächen; das Gewicht und den Widerstand des Körpers als solche empfinden wir niemals getrennt.

Wir wissen jedoch, dass die Welt nicht aus Oberflächen besteht: wir wissen, dass wir die Welt unrichtig sehen und dass wir sie niemals sehen, wie sie ist; dies nicht allein in der philosophischen Bedeutung des Wortes, sondern in der einfachsten geometrischenBedeutung. Wir haben niemals noch einen Würfel, eine Kugel usw. gesehen, sondern nur ihre Oberflächen. Da wir dies wissen, berichtigen wir gedanklich das, was wir sehen. Hinter den Oberflächen denken wir den Körper. Doch wir können uns den Körper niemals auch nur vorstellen. Wir können uns nicht den Würfel oder die Kugel bildlich vorstellen, nicht wie sie perspektivisch sind, sondern gleichzeitig von allen Seiten her gesehen.

Es ist klar, dass die Welt nicht in der Perspektive existiert; trotzdem können wir sie nicht anders sehen. Wir sehen alles nur in der Perspektive; d.h. schon im Akt der Aufnahmeweise wird die Welt in unseren Augen verzerrt und wir wissen, dass sie verzerrt wird. Wir wissen, dass sie nicht so ist, wie sie erscheint, und wir berichtigen gedanklich fortwährend das, was das Auge sieht, indem wir an die Stelle jener Symbole der Dinge, die uns das Sehen enthüllt, den wirklichen Inhalt setzen.

Unser Sehen ist eine komplizierte Fähigkeit. Es besteht aus Sehempfindungen und der Erinnerung von Berührungsempfindungen. Das Kind versucht alles, was es sieht, mit den Fingerspitzen zu berühren – die Nase seiner Amme, den Mond, die vom Spiegel auf die Wand zurückgeworfenen Sonnenstrahlen. Nur allmählich lernt es, das Nahe und das Ferne mittels des Sehens allein zu unterscheiden. Aber wir wissen, dass wir selbst im reifen Alter leicht optischen Illusionen unterliegen. Wir sehen entfernte Gegenstände flach, sogar noch unrichtiger, weil das Relief schließlich ein Symbol ist, das eine gewisse Eigenheit der Gegenstände enthüllt. Ein Mensch in weiter Entfernung stellt sich uns als Silhouette dar. Dies geschieht, weil wir niemals etwas auf weite Entfernung fühlen und dem Auge nicht gelehrt wurde, den Unterschied von Oberflächen zu erkennen, die bei kleinen Entfernungen von den Fingerspitzen gefühlt werden.

In diesem Zusammenhang wurden einige interessante Beobachtungen an Blinden gemacht, die gerade zu sehen beginnen. In der Zeitschrift Slepetz (“Der Blinde”, 1912) befindet sich eine Beschreibung aus direkter Beobachtung, wie die blind Geborenen nach der Operation sehen lernen, die ihr Augenlicht wieder herstellt. Auf folgende Weise beschreibt ein siebzehnjähriger Junge, der nach der Entfernung eines grauen Stars das Sehen erlangte, seine Eindrücke. Am dritten Tag nach der Operation wurde er gefragt, was er sähe. Er antwortete, er sähe ein enormes Lichtfeld, auf dem sich verschwommene Gegenstände bewegten. Er erkannte diese Gegenstände nicht klar. Erst nach vier Tagen begann er sie zu unterscheiden, und nach einem zweiwöchigen Zeitabstand, als seine Augen an das Licht gewöhnt waren, fing er an, seine Sehkraft praktisch zu verwenden zur Unterscheidung von Gegenständen. Man zeigte ihm alle Farben des Spektrums und er lernte sie sehr bald unterscheiden, mit Ausnahme von gelb und grün, die er lange Zeit verwechselte. Der Würfel, die Kugel und die Pyramide erschienen ihm, wenn sie vor ihn gestellt wurden, wie das Quadrat, die flache Scheibe und das Dreieck. Wenn eine flache Scheibe neben die Kugel gestellt wurde, bemerkte er keinen Unterschied zwischen ihnen. Als man ihn fragte, welchen Eindruck beide Arten von Figuren im ersten Augenblick auf ihn machten, sagte er, er bemerke sofort den Unterschied zwischen dem Würfel und der Kugel und verstünde, dass sie keine Zeichnungen wären, doch er sei unfähig aus ihnen ihre Beziehung zum Quadrat und zum Kreis abzuleiten, bis er in den Fingerspitzen den Wunsch fühlte, diese Gegenstände zu berühren. Als man ihm erlaubte, den Würfel, die Kugel und die Pyramide in die Hände zu nehmen, identifizierte er sofort diese Körper durch den Tastsinn und war sehr erstaunt, dass er sie nicht durch das Sehen erkennen konnte. Es fehlte ihm die Raumwahrnehmung, die Perspektive. Alle Gegenstände erschienen ihm flach: obwohl er wusste, dass die Nase hervorrage und die Augen in Höhlen liegen, erschien ihm das menschliche Gesicht flach. Er war erfreut über die neu erlangte Sehkraft, jedoch am Anfang ermüdete es ihn, sie auszuüben: die Eindrücke bedrückten und erschöpften ihn. Aus diesem Grunde kehrte er, obwohl er im Besitz des vollen Sehvermögens war, manchmal, um sich auszuruhen, zum Tasten zurück.

Wir können niemals, selbst im kleinsten Augenblick, irgendetwas von der äußeren Welt sehen, so wie es ist, d.h. so wie wir sie kennen. Niemals können wir den Schreibblock oder den Kleiderschrank auf einmal, von allen Seiten und von innen sehen. Unser Auge verzerrt die äußere Welt auf eine gewisse Weise, damit wir, wenn wir uns umsehen, fähig sind, die Lage der Gegenstände im Verhältnis zu uns zu bestimmen. Doch es ist für uns unmöglich, auf die Welt von irgendeinem anderen Standpunkt aus als von unserem zu schauen, noch können wir sie jemals richtig sehen, ohne Verzerrung durch unser Sehen.

Relief und Perspektive – diese stellen die Verzerrungen des Gegenstandes durch unser Sehen dar. Es sind optische Illusionen, Täuschungen des Sehens. Der Würfel in der Perspektive ist nur ein konventionelles Zeichen des dreidimensionalen Würfels und alles, was wir sehen, ist das bedingte Bild jener bedingt wirklichen dreidimensionalen Welt, mit der sich unsere Geometrie befasst, und nicht jene Welt selbst. Auf der Grundlage dessen, was wir sehen, vermuten wir, dass sie in Wirklichkeit existiere. Wir wissen, dass, was wir sehen, nicht richtig ist, und wir denken uns die Welt anders, als sie erscheint. Wenn wir keinen Zweifel über die Richtigkeit unseres Sehens hätten, wenn wir wüssten, dass die Welt genauso wäre, wie sie erscheint, dann würden wir offensichtlich die Welt in der Weise denken, in der wir sie sehen. In Wirklichkeit sind wir fortwährend damit beschäftigt, Berichtigungen vorzunehmen.

Es ist klar, dass die Fähigkeit, Berichtigungen an dem, was das Auge sieht, zu machen, unzweifelhaft den Besitz des Begriffs verlangt, weil die Berichtigungen durch einen Denkvorgang gemacht werden, der ohne Begriffe unmöglich ist. Wenn uns die Fähigkeit fehlte, Berichtigungen zu machen an dem, was das Auge sieht, hätten wir eine andere Ansicht von der Welt, d.h. wir würden vieles von dem, was ist, unrichtig sehen; wir würden vieles nicht sehen von dem, was ist, jedoch wir würden vieles von dem sehen, was in Wirklichkeit überhaupt nicht existiert.

Vor allem würden wir eine enorme Anzahl nicht existierender Bewegungen sehen. Jede unserer Bewegungen ist in unserer unmittelbaren Empfindung von ihr mit der Bewegung von allem um uns herum verbunden. Wir wissen, dass diese Bewegung eine illusorische ist, doch wir sehen sie als wirkliche. Gegenstände drehen sich vor uns, laufen an uns vorbei, überholen einander. Wenn wir langsam an Häusern vorbeifahren, dann wenden sich diese langsam, wenn wir schnell fahren, wenden sie sich schnell; ebenso wachsen unerwartet Bäume vor uns auf, laufen fort und verschwinden.

Dieses scheinbare Belebtsein der Gegenstände verbunden mit Träumen hat immer die Märchen inspiriert und tut dies noch.

Die ‘Bewegungen’ der Gegenstände sind für eine sich bewegende Person tatsächlich sehr kompliziert. Man beobachte, wie seltsam sich das Weizenfeld verhält jenseits vom Fenster des Autos, in dem man fährt. Es läuft ganz bis zum Fenster, hält an, dreht sich langsam um sich selbst und läuft fort. Die Bäume des Waldes laufen scheinbar mit verschiedenen Geschwindigkeiten, wobei sie einander überholen. Die ganze Landschaft ist eine Landschaft illusorischer Bewegungen. Man betrachte die Sonne, die sogar bis heute in allen Sprachen “aufgeht” und “untergeht” – diese ‘Bewegung’, die in der Vergangenheit so leidenschaftlich verteidigt wurde!

All dies ist scheinbar und obwohl wir wissen, dass diese Bewegungen illusorisch sind, sehenwir sie trotzdem und manchmal werden wir getäuscht.

Wie vielen Illusionen mehr wären wir unterworfen, hätten wir nicht die Macht, ihre bestimmenden Ursachen gedanklich zu analysieren, wenn wir genötigt wären zu glauben, dass alles so existiert, wie es erscheint.

Ich sehe es, daher existiert es.

Diese Behauptung ist die Hauptquelle aller Illusionen.

Damit das wahr ist, müsste man sagen:

Ich sehe es, daher existiert dies nicht – oder zumindest: Ich sehe es, daher ist dies nicht so.

Obwohl wir das Letztere sagen können, kann es das Tier nicht, denn nach seiner Auffassung sind die Dinge, wie sie erscheinen. Es muss dem glauben, was es sieht.

Wie erscheint die Welt dem Tier?

Die Welt erscheint ihm als eine Reihe komplizierter, sich bewegender Oberflächen. Das Tier lebt in einer Welt von zwei Dimensionen. Sein Universum hat für es die Eigenschaften und den Anschein einer Oberfläche. Und auf dieser Oberfläche geschehen eine enorme Anzahl verschiedener Bewegungen phantastischen Charakters.

Warum sollte die Welt dem Tier als Oberfläche erscheinen?

Vor allem weil sie uns als eine Oberfläche erscheint.

Doch wir wissen, dass die Welt nicht eine Oberfläche ist, und das Tier kann es nicht wissen. Es akzeptiert alles genauso, wie es erscheint. Es ist machtlos, das Zeugnis seiner Augen zu berichtigen – oder es kann dies nicht in dem Ausmaß berichtigen, wie wir es können.

Wir sind fähig, in drei voneinander unabhängige Richtungen zu messen: die Natur unseres Verstandes erlaubt uns, dies zu tun. Das Tier kann nur in zwei Richtungen gleichzeitig messen – es kann niemals in drei Richtungen auf einmal messen. Dies rührt von der Tatsache her, dass es, da es keine Begriffe besitzt, unfähig ist, im Verstand die Idee der ersten zwei Richtungen festzuhalten, um die dritte zu messen.

Ich möchte dies genauer erklären.

Nehmen wir an, wir stellen uns vor, den Würfel zu messen. Um den Würfel in drei Richtungen zu messen, muss man, während man in einer Richtung misst, zwei andere im Kopf behalten – sich erinnern. Doch man kann sie nur als Begriffe im Kopf behalten, d.h. indem man sie anderen Begriffen verbindet – indem man verschiedene Etiketten auf sie klebt.

Wenn wir so auf die beiden ersten Richtungen die Etiketten Länge und Breite kleben, können wir die Höhe messen. Anders ist es unmöglich. Als Wahrnehmungen sind die beiden Messungen des Würfels völlig identisch und werden sich ganz sicher im Verstand zu einer einzigen vermengen. Das Tier kann nicht ohne die Hilfe von Begriffen die Etiketten Länge und Breite auf die ersten Messungen kleben. Daher werden in dem Augenblick, wo es beginnt, die Höhe des Würfels zu messen, die zwei ersten Messungen in eine vermischt werden. Das Tier, das versucht den Würfel nur durch Wahrnehmungen ohne die Hilfe von Begriffen zu messen, wird eine Katze sein, die ich einmal beobachtet habe. Ihre Jungen – fünf oder sechs an der Zahl – schleppte sie in verschiedene Räume und konnte sie dann nicht wieder zusammenbringen. Sie packte eines, legte es neben ein anderes, lief nach dem dritten und brachte es zu den beiden ersten; aber dann packte sie das erste und trug es fort in einen anderen Raum und legte es neben das vierte; danach lief sie zurück, packte das zweite und schleppte es in das Zimmer, wo das fünfte lag, usw. Eine ganze Stunde hatte die Katze keine Ruhe mit den Jungen, sie litt sehr und konnte nichts erreichen. Es ist klar, dass ihr die Begriffe fehlten, die sie befähigt hätten, sich zu erinnern, wie viele Kätzchen sie insgesamt hatte.

Es ist im höchsten Maße wichtig, die Beziehung des tierischen Bewusstseins zur Messung des Körpers zu verstehen.

Der wichtigste Punkt dabei ist, dass das Tier nur Oberflächen sieht. (Wir können dies mit völliger Sicherheit sagen, weil wir selbst auch nur Oberflächen sehen.) Da das Tier also nur Oberflächen sieht, kann es sich nur zwei Dimensionen vorstellen. Im Gegensatz zu den zwei anderen kann die dritte Dimension nur gedacht werden, d.h. diese Dimension muss ein Begriff sein; aber Tiere besitzen keine Begriffe. Die dritte Dimension erscheint wie die anderen als eine Wahrnehmung. Deshalb werden sich im Augenblick ihres Erscheinens die ersten zwei unvermeidlich in eine einzige vermengen. Das Tier ist fähig, den Unterschied zwischen zwei Dimensionen wahrzunehmen: den Unterschied zwischen drei kann es nicht wahrnehmen. Diesen Unterschied muss man im Voraus erkennen und um ihn zu erkennen, sind Begriffe nötig.

Identische Wahrnehmungen vermengen sich für das Tier in eine; so wie wir selbst zwei gleichzeitige, ähnliche Erscheinungen, die von dem gleichen Punkt ausgehen, verwechseln. Für das Tier wird es eine Erscheinung sein, genau wie für uns alle gleichartigen, gleichzeitigen Erscheinungen, die von einem einzigen Punkt ausgehen, eine Erscheinung sein werden.

Daher wird das Tier die Welt als eine Oberfläche sehen und wird diese Oberfläche nur in zwei Richtungen messen.

Doch wie kann man die Tatsache erklären, dass das Tier, das eine zweidimensionale Welt bewohnt, oder besser, sich selbst als in einer zweidimensionalen Welt wahrnimmt, sich in unserer dreidimensionalen Welt vollkommen zurechtfindet? Wie kann man die Tatsache erklären, dass der Vogel auf und niederfliegt, seitwärts und geradeaus – in alle drei Richtungen; dass das Pferd über Gräben und Hürden springt; dass der Hund und die Katze die Eigenschaften der Tiefe und Höhe gleichzeitig mit jenen der Länge und Breite zu verstehen scheinen?

Um dies erklären zu können müssen wir noch einmal zu den fundamentalen Prinzipien der Tierpsychologie zurückkehren. Es wurde früher aufgezeigt, dass viele Eigenschaften von Objekten, die wir als die allgemeinen Eigenschaften der Spezies und deren Variationen erinnern, von den Tieren als die individuellen Eigenschaften von Objekten erinnert werden muss. Beim Aussortieren dieser enormen Menge an individuellen Eigenschaften, die im Gedächtnis der Tiere abgespeichert sind, werden sie von der emotionale Qualität die für sie mit jeder Repräsentation und jeder Erinnerung eines Gefühls verbunden ist, unterstützt.

Zum Beispiel, ein Tier kennt zwei Straßen als zwei gänzlich getrennte Phänomene, die nichts miteinander gemein haben; d.h. eine Straße besteht aus einer Reihe bestimmter Wahrnehmungen, die mit bestimmten gefühlsmäßigen Tönungen gefärbt sind; das andere Phänomen – die andere Straße – besteht aus einer Reihe bestimmter Wahrnehmungen, mit anderen Tönungen gefärbt. Wir sagen, dass diese, jene und die anderen Straßen sind. Eine führt an einen Ort, eine zweite an einen anderen. Für ein Tier haben die zwei Straßennichts gemeinsam. Jedoch es erinnert sich an alle die gefühlsmäßigen Tönungen in ihrer genauen Reihenfolge, die mit der ersten Straße und mit der zweiten Straße verbunden sind; daher erinnert es sich an beide Straßen mit ihren Kurven, Gräben, Zäunen, usw.

Somit hilft die Erinnerung an bestimmte Eigenschaften der beobachteten Gegenstände dem Tier, sich in der Welt der Phänomene zurechtzufinden. Jedoch in der Regel ist ein Tier vorneuen Phänomenen viel hilfloser als ein Mensch.

Ein Tier sieht zwei Dimensionen; es empfindet die dritte Dimension ständig, aber sieht sie nicht. Es empfindet die dritte Dimension als etwas Vorübergehendes, genau wie wir die Zeitempfinden.

Die Oberflächen, die ein Tier sieht, besitzen für es viele seltsame Eigenschaften; vor allemzahlreiche und verschiedenartige Bewegungen.

Wie schon gesagt wurde, sind alle jene illusorischen Bewegungen, die uns wirklichscheinen, von denen wir jedoch wissen, dass sie illusorisch sind, für das Tier vollkommen wirklich: das Sich-Wenden der Häuser, wenn wir vorbeifahren, das aus einer Ecke Herauswachsen eines Baumes, das Vorbeiziehen des Mondes zwischen den Wolken, usw. usw.

Doch zu all dem müssen für das Tier noch viele Bewegungen existieren, von denen wir keine Ahnung haben. Es ist eine Tatsache, dass unzählige für uns völlig unbewegliche Gegenstände – eigentlich alle Gegenstände – dem Tier als in Bewegung erscheinen müssen; und die dritte Dimension der Körper wird ihm in diesen Bewegungen erscheinen; d.h. die dritte Dimension der Körper wird ihm als eine Bewegung erscheinen.

Versuchen wir uns vorzustellen, wie das Tier die Gegenstände der Außenwelt wahrnimmt.

Nehmen wir an, es stehe einer großen Scheibe gegenüber und zugleich einer großen Kugelvon gleichem Durchmesser. Wenn das Tier ihnen in einer gewissen Entfernung genau gegenüber steht, wird es zwei Kreise sehen. Wenn es beginnt um sie herumzugehen, wird es beobachten, dass die Kugel ein Kreis bleibt, während die Scheibe allmählich schmäler wird und sich in einen schmalen Streifen verwandelt. Wenn es seinen Rundgang fortsetzt, beginnt der Streifen sich zu erweitern und verwandelt sich allmählich in einen Kreis. Die Kugel wird sich während dieses Rundgangs nicht ändern. Doch wenn sich das Tier ihr nähert ergeben sich gewisse seltsame Erscheinungen.

Versuchen wir zu verstehen, wie das Tier die Oberfläche der Kugel im Kontrast zur Oberfläche der Scheibe wahrnehmen wird.

Eines ist sicher: es wird die kugelförmige Oberfläche anders als wir wahrnehmen. Wir nehmen die Konvexität oder die Kugelförmigkeit als eine gemeinsame Eigenschaft vieler Oberflächen wahr. Das Tier wird im Gegensatz dazu, gerade wegen der Eigenschaften seines psychischen Apparates, jene Kugelförmigkeit als eine individuelle Eigenschaft einer gegebenen Kugel wahrnehmen. Wie wird nun diese Kugelförmigkeit als eine individuelle Eigenschaft einer gegebenen Kugel dem Tier erscheinen?

Wir können mit völliger Sicherheit erklären, dass diese Kugelförmigkeit dem Tier als eine Bewegung auf der von ihm gesehenen Oberfläche erscheinen wird.

Während sich das Tier der Kugel nähert, muss sich etwa folgendes abspielen: die Oberfläche, die das Tier sieht, beginnt sich schnell zu bewegen; ihr Zentrum dehnt sich aus und alle anderen Punkte entfernen sich vom Zentrum mit einer Geschwindigkeit, die proportional zu ihrer Entfernung vom Zentrum ist (oder zum Quadrat ihrer Entfernung vom Zentrum).

In dieser Weise empfindet das Tier die Kugeloberfläche – fast wie wir den Ton empfinden.In einer gewissen Entfernung von der Kugel nimmt das Tier sie als eine Fläche wahr; wenn es sich irgendeinem Punkt auf der Kugel nähert oder ihn berührt, sieht es, dass alle anderen Punkte in Beziehung zu diesem besonderen Punkt sich verändert haben, dass sie alle ihre Stellungen auf der Fläche geändert – sich gleichsam zu einer Seite hinbewegt haben. Wenn es einen anderen Punkt berührt, sieht es, dass das übrige sich auf ähnliche Weise bewegt hat.

Die Eigenschaft der Kugel wird als ihre Bewegung, ihre ‘Schwingung’ erscheinen. Die Kugel wird vielleicht einer schwingenden, oszillierenden Oberfläche gleichen, auf die gleiche Weise, wie jeder Winkel eines unbeweglichen Gegenstandes dem Tier als eine Bewegungerscheinen wird.

Das Tier kann einen Winkel eines dreidimensionalen Gegenstandes nur sehen, während es sich an ihm vorbeibewegt und während der Zeit, die es benötigt, wird es dem Tier scheinen, als ob der Gegenstand sich gewendet habe – eine neue Seite ist erschienen und die zuerst gesehene Seite ist verschwunden oder ist fortgegangen. Der Winkel wird als eine Kreisbewegung wahrgenommen werden, als die Bewegung eines Gegenstandes, d.h. als etwas Vorübergehendes, Zeitliches, als eine Veränderung im Zustand des Gegenstandes. Wenn ein Tier sich an die Winkel erinnert, die es vorher gesehen hat – als die Bewegung von Körpern –, wird es meinen, dass sie aufgehört haben, beendigt sind, verschwunden sind – dass sie in der Vergangenheit sind .

Natürlich kann das Tier nicht auf diese Weise denken, jedoch es handelt, als ob es so gedacht hätte.

Könnte das Tier über diese Phänomene nachdenken, die noch nicht in sein Leben eingetreten sind (z.B. über Winkel und gekrümmte Oberflächen), würde es sie sich zweifellos nur in der Zeit vorstellen: es könnte sich nicht für irgendeine Existenz im gegenwärtigen Augenblick ausmalen, wo sie noch nicht erschienen sind. Und wenn es fähig wäre, eine Meinung über dieses Thema zu äußern, würde es sagen, die Winkel beständen in der Möglichkeit es gäbe sie, jedoch für den Augenblick existieren sie nicht.

Die Ecke (der Winkel) eines Hauses, an der ein Pferd jeden Tag vorbeiläuft, ist ein Phänomen, das sich unter gewissen Umständen wiederholt, trotzdem jedoch ein Phänomen, das in der Zeit abläuft, und nicht eine räumliche und beständige Eigenschaft des Hauses.

Für das Tier wird der Winkel (die Ecke) ein zeitbedingtes Phänomen und nicht ein räumlich bedingtes sein, wie er es für uns ist.

Wir sehen somit, dass das Tier die Eigenschaft unserer dritten Dimension als Bewegung wahrnehmen und diese Eigenschaft auf die Zeit zurückführen wird, d.h. auf die Vergangenheit oder die Zukunft oder auf die Gegenwart – den Augenblick des Übergangs der Zukunft in die Vergangenheit.

Dieser Umstand ist im höchsten Grade wichtig, denn darin liegt der Schlüssel zu unserer eigenen Aufnahmeweise der Welt; daher werden wir ihn ausführlicher untersuchen.

Bis jetzt haben wir nur die höheren Tiere in Betracht gezogen: den Hund, die Katze, das Pferd. Wir wollen es nun mit den niedrigeren Tieren versuchen: nehmen wir die Schnecke. Wir wissen nichts über ihr inneres Leben, doch ihre Aufnahmeweise ist der unseren zweifellos kaum ähnlich. Mit aller Wahrscheinlichkeit besitzt die Schnecke einige dunkle Empfindungen von ihrer Umgebung. Wahrscheinlich fühlt sie Hitze, Kälte, Licht, Dunkelheit, Hunger – und sie bemüht sich instinktiv (d.h. durch die Lenkung von Lust-Schmerz getrieben), den essbaren Rand des Blattes zu erreichen, auf dem sie ruht, und vermeidet instinktiv das verwelkte Blatt. Ihre Bewegungen werden durch Lust-Schmerz geleitet: sie strebt ständig nach der einen und weg von dem anderen. Sie bewegt sich immer auf einer einzigen Linie , vom Unangenehmen zum Angenehmen und mit aller Wahrscheinlichkeit ist sie sich außer dieser Linie nichts bewusst und empfindet nichts. Diese Linie ist die ganze Welt. Alle Empfindungen, die von außen eindringen, empfindet die Schnecke auf dieser Linie ihrer Bewegung; und diese erreichen sie aus der Zeit heraus – vom Möglichen werden sie zum Gegenwärtigen. Für die Schnecke existiert unser gesamtes Universum in der Zukunft und in der Vergangenheit – d.h. in Zeit. Im Raum existiert nur eine Linie; alles Übrige ist Zeit. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Schnecke sich ihrer Bewegungen nicht bewusst ist. Wenn sie Anstrengungen mit ihrem ganzen Körper macht, bewegt sie sich vorwärts dem frischen Blattrand zu, jedoch es scheint, als ob das Blatt zu ihr käme, in jedem Augenblick erschiene, aus der Zeit käme, wie der Morgen zu uns kommt.

Die Schnecke ist ein eindimensionales Wesen.

Die höheren Tiere – der Hund, die Katze, das Pferd – sind zweidimensionale Wesen. Dem höheren Tier erscheint der ganze Raum als eine Oberfläche, als eine Ebene. Alles außerhalb dieser Ebene lebt für es in der Zeit.

Somit sehen wir, dass das höhere Tier – das zweidimensionale Wesen im Vergleich zum eindimensionalen – aus der Zeit eine Dimension mehr herauszieht oder ergreift.

Die Welt einer Schnecke hat eine Dimension, unsere zweite und dritte Dimension sind für sie in der Zeit.

Die Welt eines Hundes ist zweidimensional; unsere dritte Dimension ist für ihn in der Zeit.

Ein Tier kann sich an alle ‘Phänomene’ erinnern, die es beobachtet hat, d.h. an alle Eigenschaften der dreidimensionalen Körper, mit denen es in Berührung kam, aber es kann nicht erkennen, dass das (für es) wiederkehrende Phänomen eine ständige Eigenschaft des dreidimensionalen Körpers ist – ein Winkel, eine Krümmung oder Konvexität.

Derartig ist die Psychologie der Aufnahmeweise der Welt durch ein zweidimensionales Wesen.

Für ein solches Wesen wird jeden Tag eine neue Sonne aufgehen. Die gestrige Sonne ist fortgegangen und wird nicht wieder erscheinen; die morgige existiert noch nicht.

Rostand hat die Psychologie von “Chantecler” nicht verstanden. Der Hahn könnte nicht denken, dass er die Sonne durch sein Krähen erwecke. Für ihn geht die Sonne nicht schlafen, sie geht in die Vergangenheit, verschwindet, erleidet Vernichtung, hört auf zu sein. Wenn sie am Morgen kommt, wird es eine neue Sonne sein, genau wie für uns mit jedem neuen Jahr ein neuer Frühling kommt. Um zu sein, muss die Sonne nicht erwachen, sondern entstehen, geboren werden. Der Hahn (wenn er denken könnte, ohne seine charakteristische Psychologie zu verlieren) könnte nicht glauben, dass die gleiche Sonne, die gestern war, heute erscheint. Dies ist eine rein menschliche Denkweise.

Für das Tier geht jeden Morgen eine neue Sonne auf, genau wie für uns mit jedem Tag ein neuer Morgen kommt und ein neuer Frühling mit jedem Jahr.

Das Tier ist nicht in der Lage zu verstehen, dass die Sonne gestern und heute dieselbe ist,genau in derselben Weise, wie wir wahrscheinlich nicht verstehen können, dass der Morgen derselbe ist und der Frühling derselbe ist.

Die Bewegung von Gegenständen, die nicht illusorisch ist, selbst für uns nicht, sondern eine wirkliche Bewegung ist, wie die eines sich drehenden Rades, eines vorbeifahrenden Wagens, usw., wird sich für das Tier sehr stark von jener Bewegung unterscheiden, die es in allen Gegenständen sieht, die für uns ohne Bewegung sind – d.h. von jener Bewegung, in der sich ihm die dritte Dimension des Körpers gleichsam offenbart. Die zuerst erwähnte Bewegung, die für uns wirkliche, wird dem Tier willkürlich, lebendig erscheinen.

Und diese zwei Bewegungsarten werden unvereinbar für es sein. Das Tier wird in der Lage sein, einen Winkel oder eine konvexe Oberfläche zu messen, obwohl es ihre wahre Natur nicht versteht und obwohl es sie als Bewegung betrachtet. Jedoch eine wirkliche Bewegung, d.h. diejenige, die für uns wirkliche Bewegung ist, wird es niemals in der Lage sein zu messen, weil es hierfür notwendig ist, unseren Begriff von Zeit zu besitzen und alle Bewegungen in Bezug auf irgendeine konstantere Bewegung zu messen, d.h. alle Bewegungen mit einer gewissen zu vergleichen. Ohne Begriffe ist das Tier machtlos, dies zu tun. Daher werden die (für uns) wirklichen Bewegungen der Gegenstände unmessbar für es sein und da sie unmessbar sind, werden sie mit anderen Bewegungen, die für es wirklich und messbar sind, unvereinbar sein, die jedoch für uns illusorisch sind – Bewegungen, die in Wirklichkeit die dritte Dimension der Körper darstellen.

Die letzte Schlussfolgerung ist unvermeidlich. Wenn das Tier das als Bewegung begreift und misst, was nicht Bewegung ist, kann es gewiss nicht mit ein und demselben Maßstab das ermessen, was Bewegung ist und was nicht Bewegung ist.

Dies bedeutet aber nicht, dass es den Charakter der in der Welt vor sich gehenden Bewegungen nicht erkennen und sich ihnen nicht anpassen kann. Im Gegenteil, wir sehen, dass das Tier sich vollkommen unter den Bewegungen der Gegenstände unserer dreidimensionalen Welt zurechtfindet. Hier spielt die Hilfe des Instinkts eine Rolle, d.h. die durch über Jahrtausende der Auslese entwickelte Fähigkeit, zweckmäßig zu handeln, ohne sich der Absicht bewusst zu sein. Darüber hinaus unterscheidet das Tier vollkommen die Bewegungen, die um es herum vor sich gehen.

Aber da es zwei Arten von Phänomenen, zwei Arten von Bewegung unterscheidet, wird das Tier die eine von ihnen mittels einer unverständlichen inneren Eigenschaft der Gegenstände erklären, d.h. mit aller Wahrscheinlichkeit wird es diese Bewegung als das Ergebnis der Belebtheit der Gegenstände betrachten und die sich bewegenden Gegenstände als lebendige Wesen.

Das Kätzchen spielt mit dem Ball oder mit seinem Schwanz, weil der Ball und der Schwanzvon ihm weglaufen.

Ein Bär wird mit einem Lichtstrahl kämpfen, bis der Strahl ihn vom Baum fallen lässt, da er im sich bewegenden Strahl etwas lebendiges und feindliches sieht.

Das Pferd wird durch den Strauch erschreckt, weil dieser sich unerwartet drehte und mit einem Zweig winkte.

Im letzteren Fall braucht der Strauch sich nicht einmal zu bewegen, denn das Pferd lief, und es schien ihm daher, als ob der Strauch sich bewegte, und folglich, dass er lebendig sei. Mit aller Wahrscheinlichkeit ist so jede Bewegung für das Tier lebendig. Warum bellt der Hund so toll, wenn ein Wagen vorbeifährt? Dies ist uns nicht völlig klar, denn wir erfassen nicht, dass in den Augen eines Hundes der Wagen sich dreht, windet und über und über Grimassen schneidet. Er ist in allen Teilen lebendig – die Räder, das Dach, die Kotflügel, die Sitze, die Insassen – all dies bewegt sich, dreht sich.

Wir wollen nun gewisse Schlussfolgerungen aus all dem Vorangehenden ziehen.

Wir haben die Tatsache festgestellt, dass der Mensch Empfindungen, Wahrnehmungen und Begriffe besitzt; dass die höheren Tiere Empfindungen und Wahrnehmungen und die niedrigeren Tiere nur Empfindungen besitzen. Die Folgerung, dass Tiere keine Begriffe haben, leiteten wir aus der Tatsache ab, dass sie keine Sprache haben. Danach haben wir festgestellt, dass die Tiere, da sie keine Begriffe haben, die dritte Dimension nicht begreifen können, sondern die Welt als eine Oberfläche sehen; d.h. dass sie kein Mittel – kein Instrument zur Berichtigung ihrer unrichtigen Empfindungen der Welt haben. Ferner haben wir gefunden, dass die Tiere, da sie die Welt als eine Oberfläche sehen, auf dieser Oberfläche viele Bewegungen sehen, die für uns nicht bestehen. Das heißt, alle jene Eigenschaften der Körper, die wir als Eigenschaften der Dreidimensionalität betrachten, stellen sich die Tiere als Bewegungen vor. So erscheinen ihnen der Winkel und die Kugeloberfläche als Bewegung seiner Fläche. Danach kamen wir zu der Schlussfolgerung, dass die Tiere alles, was wir als konstant im Bereich der dritten Dimension betrachten, alsunbeständige Dinge, die mit den Gegenständen geschehen, betrachten – als zeitbedingte Phänomene.

Somit ist das Tier in allen seinen Beziehungen zur Welt dem imaginären, unwirklichen zweidimensionalen Wesen, das auf einer Fläche lebt, völlig analog. Unsere ganze Welt erscheint dem Tier als die Fläche, durch die Phänomene hindurchgehen, indem sie sich auf der Zeit oder in der Zeit bewegen.

So können wir sagen, das Folgende festgestellt zu haben: dass unter gewissen Einschränkungen des psychischen Apparates für die Aufnahme der Außenwelt die gesamte Ansicht und alle Eigenschaften der Welt für das Wesen, das diesen Apparat besitzt, eine Wandlung erfahren wird. Und zwei Wesen, die nebeneinander leben, jedoch verschiedene psychische Apparate besitzen, werden verschiedene Welten bewohnen, die Eigenschaften der Ausdehnung der Welt werden verschieden für sie sein. Und wir beobachteten die Bedingungen, die nicht für diesen Zweck erfunden, nicht in der Einbildung zusammengebraut wurden, sondern wirklich in der Natur existieren, d.h. die das Leben der Tiere lenkenden psychischen Bedingungen, unter denen die Welt als eine Fläche oder als eine Linie erscheint.

Dies will besagen, wir haben festgestellt, dass die dreidimensionale Ausdehnung der Welt von den Eigenschaften unseres psychischen Apparates abhängt.

Oder dass die Dreidimensionalität der Welt nicht ihre Eigenschaft ist, sondern eine Eigenschaft unserer Aufnahmeweise der Welt.

Mit anderen Worten, die Dreidimensionalität der Welt ist eine Eigenschaft ihrer Widerspiegelung in unserem Bewusstsein.

Wenn dies alles so ist, dann ist es offensichtlich, dass wir wirklich die Abhängigkeit des Raumes vom Raumsinn bewiesen haben. Und wenn wir die Existenz eines Raumsinnsbewiesen haben, der im Vergleich zu unserem niedriger ist, dann haben wir dadurch die Möglichkeit eines Raumsinnes bewiesen, der höher im Vergleich zu unserem ist.

Ebenso werden wir zugeben, dass, wenn sich in uns die vierte Einheit des Denkens entwickelt, die so verschieden vom Begriff ist, wie der Begriff von der Wahrnehmung verschieden ist, dann gleichzeitig mit ihr in der uns umgebenden Welt ein viertes Merkmal für uns auftreten wird, das wir geometrisch als die vierte Richtung oder die vierte Senkrechte bezeichnen können; weil in diesem Merkmal die Eigenschaften der Gegenstände inbegriffen sein werden, die senkrecht zu allen uns bekannten Eigenschaften und parallel zu keiner von ihnen sind. Mit anderen Worten, wir werden sehen oder wir werden uns in einem Raum fühlen, der nicht drei, sondern vier Dimensionen hat; und in den uns umgebenden Gegenständen und in unserem eigenen Körper werden gemeinsame Eigenschaften der vierten Dimension erscheinen, die wir zuvor nicht bemerkt haben oder die wir als individuelle Eigenschaften von Gegenständen (oder als ihre Bewegung) betrachtet haben, genau wie die Tiere die Ausdehnung der Gegenstände in der dritten Dimension als deren Bewegung betrachten.

Und wenn wir uns selbst in der Welt von vier Dimensionen sehen oder fühlen werden, werden wir einsehen, dass die Welt von drei Dimensionen nicht wirklich existiert und niemals existiert hat: dass sie die Schöpfung unserer eigenen Phantasie war, ein Gespenst, eine optische Illusion, eine Täuschung – alles was man will, nur nicht die Wirklichkeit.

All dies ist nicht eine ‘Hypothese’, nicht eine Vermutung, sondern eine exakte Tatsache, genauso eine Tatsache wie die Existenz der Unendlichkeit. Für den Positivismus war es notwendig, um seine Existenz zu sichern, irgendwie die Unendlichkeit zu vernichten oder sie zumindest eine “Hypothese” zu nennen, die wahr sein mag oder auch nicht. Die Unendlichkeit ist jedoch keine Hypothese, sondern eine Tatsache und eine solche Tatsache ist die Vieldimensionalität des Raumes und alles, was sie mit einbezieht, nämlich die Unwirklichkeit alles Dreidimensionalen.

[Ouspensky, Tertium Organum, 1920]

Ich weiß nicht wie es dem Leser geht, aber als ich diesen Auszug las, nachdem die Cassiopaeaner mit uns über die Wahrnehmung in der 4. Dichte gesprochen hatten, wurde mir die Kluft zwischen unserer Wahrnehmung von der Welt, und wie sie tatsächlich sein muss, bewusst. Wir werden bald wieder zu Ouspensky und seinen Spekulationen über die Wahrnehmung höherer Dichten zurückkommen, aber jetzt werden wir zunächst zu unserer Erzählung über die Welle und zu den schrittweisen Enthüllungen – wohin sie uns führten und was wir im Augenblick verstehen – zurückkehren.

 

Ungefähr eine Woche nachdem meine ‘Sufi-Frage’ auf das Thema der “instabilen Gravitationswellen” führte, entschied ich mich, ein paar Fragen über die Dichten zu stellen. Ich wollte einfach herausbekommen, warum wir die Dinge nur in dem engen Spektrum unserer Realität wahrnehmen können. Ich wollte wissen, wie die Dinge, die in anderen ‘Sphären’ existieren sollen, vor uns verborgen sind. Ich konnte den Unterschied zwischen der 4. Dichte und der 5. Dichte einfach nicht begreifen, weil so viele berühmte oder bekannte Lehren sich mit physischen Bereichen befassen und dann – Peng! – marschiert man auf einmal in die ätherischen bzw. “astralen” Bereiche.

Die Cassiopaeaner sagten, dass es anscheinend eine Art ‘paraphysische’, dazwischenliegende Stufe gibt – die zwar physisch ist, aber auf eine spezielle Weise – und dass man auch dort ‘sterben’ könne und dann in die ‘astralen’ bzw. ätherischen Bereiche gelangt. Das war eine völlig neue Idee; so schien es mir zumindest, und fand es daher Wert, einen genaueren Blick darauf zu werfen. Also brachte ich das Thema auf:

1996-06-22

F: (L) Heute Abend möchte ich über die 5. Dichte fragen. Wir funktioniert die ‘Trennlinie’ zwischen den vier physischen Dichten und der 5. Dichte?

A: Zone der Regenerierung, man muss direkten, perfekt balancierten Kontakt mit jenen in der 6. Dichte haben, um das Bedürfnis nach der Kontemplations-/Lernphase zwischen den Inkarnationen der 1. bis 4. Dichte zu decken.

F: (L) Wenn jemand all seine Erfahrungen der 1. bis 4. Dichte erledigt hat, verbleibt er dann in der 5. Dichte, bevor er in die 6. gelangt?

A: Ja.

F: (L) Wenn man in der 3. Dichte stirbt und in die 5. Dichte gelangt, durchquert und sieht man die 4. Dichte direkt?

A: Nein.

F: (L) Wenn man sich in der 5. Dichte befindet, ist es Teil des dortigen Dienstes, ein Führer zu sein? Gibt es zwei Arten von Wesen in der 5. Dichte? Jene, die sich dort regenerieren und jene, deren Ebene einfach die 5. IST? [Ich hatte von vielen verschieden Lehren in diesem Sinne gehört – dass ‘tote Typen’ entscheiden könnten, ‘Führer’ oder was auch immer zu sein. Ich war ein wenig verwirrt darüber, wie dies funktionieren solle.]

A: Nein. Alle sind eins im zeitlosen Verstehen von allem, was ist.

F: (L) Wenn man in der 5. Dichte zeitloses Verstehen hat, was unterscheidet dann jene, die ‘regenerieren’ von denen, die von der 5. in die 6. Dichte übergehen?

A: Kontemplation offenbart notwendige Bestimmung.

F: (L) Also, wenn man in der 5. Dichte mit anderen Wesen vereint ist, dann bekommt man eine Art Verständnis über die eigenen Lektionen …

A: Im Gleichgewicht. Und dies, meine Liebe, ist ein weiteres Beispiel der Gravitation als Bindemittel der gesamten Schöpfung … “Der große Ausgleicher!”

F: (L) In meiner geistigen Vorstellung bewegt sich der Kreis nach außen, vergrößernd, wird immer größer, und kehrt dann zur Quelle zurück. Ist das korrekt?

A: Nahe.

F: (L) Heißt das tatsächlich, dass genau die Hälfte von allem, was existiert, sich zum Ungleichgewicht bewegt, während die andere Hälfte sich ins Gleichgewicht bewegt?

A: Nahe.

F: (L) Der gesamte Kosmos? Alles was existiert?

A: Ja.

F: (L) Ist es möglich, dass ein Gebiet des Kosmos mehr von der Gleichgewicht suchenden Energie hat, während ein anderes mehr von dem hat, was Ungleichgewicht sucht?

A: Oh, ja!

F: (L) Ist die Erde eines dieser Gebiete, das gegenwärtig mehr unausgeglichen als ausgeglichen ist?

A: Ja, aber bewegt sich sehr rasch Richtung Gleichgewicht zurück.

F: (L) Ist die Realitätsgrenze Teil dieses Ausgleichs?

A: Ja.

F: (V) Vor ein paar Wochen begannen einige von uns unter innerer Hitze, Schlaflosigkeit, und anderen Dingen zu leiden. Was war das?

A: Abbildung. Innige Verbindung von faseriger Verankerung in der DNS Struktur.

F: (V) Nun, ich möchte wissen, ob es nur in meinem Kopf ist, dass ich so heiß werde, oder erhöht sich tatsächlich meine Körpertemperatur?

A: Nur in der 4.

F: (V) Ich verstehe nicht.

A: Durchscheinen, gewöhnt euch schon mal daran!

F: (L) Heißt das, dass wir tatsächlich ein Durchscheinen aus der 4. Dichte erfahren?

A: Abbildung.

F: Sind die kleinen Lichtblitze, die ich sehe, auch eine Manifestation davon?

A: Vielleicht ist das so, aber versuche dich auf die ätherische Signifikanz anstatt auf die physikalische zu konzentrieren.

F: (L) Wenn ihr sagt, “Innige Verbindung von faseriger Verankerung”, bedeutet das, dass wir uns mit einem wachsenden, sich entwickelnden Körper der 4. Dichte verbinden?

A: Langsam aber sicher. Nun macht euch für eine Nachricht bereit: Wir haben euch schon zuvor gesagt, dass die kommenden ‘Veränderungen’ sich auf die geistigen und Gewahrseins-Faktoren beziehen anstatt auf die weithin bekannt gemachten physischen. Symbolik ist ein notwendiges Werkzeug im Unterricht. Der Trick ist aber, die in der Symbolik versteckten Lektionen zu erkennen, und nicht bei den wörtlichen Bedeutungen der Symbole hängen zu bleiben!

F: (L) Ihr sagt, dass die Symbolik etwas mit versteckten Bedeutungen zu tun hat. Die von euch verwendeten Symbole waren “Abbildung” und “Innige Verbindung von faseriger Verankerung” von DNS. Nun, sind das physische symbolische Bilder?

A: Ja.

F: (L) Wie definiert ihr “Abbildung”? Wir haben viele Definitionen.

A: Lernen macht Spaß, Laura, wie du wiederholt herausgefunden hast!

F: (L) Nun, jetzt bin ich aber so richtig heiß darauf, das zu wissen! Und wie kommt es, dass ich immer diejenige bin, die die Aufgabe hat, alles herauszufinden?

A: Weil du um die ‘Kraft’ gebeten hast, die wichtigsten Themen der gesamten Realität herauszufinden. Und wir haben dich in deiner Ermächtigung unterstützt.

F: (L) Abbildung. DNS Verankerung. (V) “Kraft” war in Anführungsstrichen.

A: Lasst das für den Moment, ihr werdet es früh genug herausfinden.

F: (V) Ist dieser Körper der 4. Dichte etwas, das bereits existiert, damit wir mit ihm kommunizieren können?

A: Habeas Corpus?

F: (V) Nun, sie haben eben gesagt … (L) Nun, was sie meinen ist, dass du es bereits bist – du transformierst dich Stück für Stück und die kleinen unangenehmen Nebeneffekte sind einfach nur Teil davon.

A: Ja.

F: (V) Nun Gut! (L) TA zeigte mir ein paar Akupunkturpunkte, die einen veränderten Zustand herbeizuführen scheinen. Ist das, wie er meinte, ein Weg um die Tür zum Unterbewussten zu öffnen?

A: Stimuliert Endorphine.

F: (L) Gibt es einen Punkt am Körper, der dazu verwendet werden kann, zu helfen, das Tor zum Unterbewussten zu öffnen?

A: Solche Hilfe ist nicht nötig. Zuerst möchten wir vorschlagen, dass du zu diesem Zweck einen “Spin”-Doktor aufsuchst!!

F: (L) Könnte ein Sufimeister ein solcher “Spin”-Doktor sein?

A: Ein Beispiel.

F: (L) Sie bringen immer wieder Dinge auf, die sich mit Drehung [engl. spin, AdÜ] beschäftigen.

A: Hilliard. Leedskallen. Coral Castle.

F: (L) Gut, sie treiben wirklich die Sache mit der Gravitation voran. Kann ich eine Frage über ein anderes Thema stellen?

A: Du kannst über den Osterhasen fragen, wenn du willst.

F: (L) Ist das Bewusstsein der 3. Dichte das einzige mit der Wahrnehmung von Zeit?

A: Nein.

F: (L) Welche noch?

A: 4, 5, 6, 7.

F: (L) Aber ich dachte, dass die Wahrnehmung von Zeit eine Illusion sei?

A: Eure Wahrnehmung davon ist eine Illusion. Erinnerst du dich an das Beispiel, wo Hunde und Katzen in einem Auto fahren?

F: Ja. Ouspensky und das Pferd. Also existiert Zeit als eigentliches Ding?

A: Aber nicht wie ihr sie kennt. Wenn wir ‘Zeitlosigkeit’ erwähnen, sprechen wir nur vom Standpunkt eurer Vertrautheit.

F: (L) Existiert dann die Zeit, und ist der Raum begrenzt?

A: Du wirst verwirrt, weil deine angeborene lineare Wahrnehmung das Bild umnebelt, das du versuchst, zu sehen.

F: (L) Okay, lasst uns zum “Balancieren” der Erde zurückgehen. Wie kann das bewerkstelligt werden?

A: Vage Frage.

F: (L) Lasst mich es so versuchen: Die “Eimer voller Licht und Liebe”-Gruppen meinen, dass die Erde ins Gleichgewicht kommen wird, wenn jedermann nette Gedanken denkt, wenn sich jeder in eine Lichblase begibt, nur gute und positive Dinge sieht, hört und denkt, weil dann all ihre Eimer voller Liebe und Licht möglicherweise eine kritische Masse erreichen und dann über den Rest der Menschheit verschüttet werden, damit all die bösen Kerle in gute Jungs transformiert werden. Das ist die Standardversion. Meint ihr das?

A: Nein.

F: (L) Na super! Ist die Energie, die im Positiven auf und um die Erde manifestiert wird, im Stande, die Stufe der Negativität in den Wesen, die auf diesem Planeten existieren, zu verringern?

A: Darum geht es nicht. Wenn die “Erde” ein Reich der 4. Dichte wird, werden alle Kräfte, sowohl STS als auch STO, in direktem Kontakt miteinander stehen … Es wird ein ‘ebenes Spielfeld’ sein, und demnach im Gleichgewicht.

F: (L) Apropos Gleichgewicht; einen der Kornkreise habt ihr als “astronomisches Zwillings-Phänomen” interpretiert. Was ist ein astronomisches Zwillings-Phänomen?

A: Hat viele perfekt synchrone Bedeutungen. Duplizität dessen; wie in “Alice hinter den Spiegeln”.

F: (L) Doppelte Bilder. Hmmm… Bezieht sich das auf Materie und Antimaterie?

A: Ja, und …

F: (L) Gravitation und das Manifestieren auf der einen Seite und das Manifestieren eines Spiegelbildes auf der anderen …

A: Ja, und … astronomisch.

F: (L) Okay, das bezieht sich auf Sterne und Planeten … astronomisch in Bezug auf ein anderes Universum, ein alternatives Universum bestehend aus Antimaterie?

A: Ja, und …

F: (L) Ist dieses alternative Universum bestehend aus Antimaterie der Punkt, von dem aus Phänomene in unserem Universum erscheinen bzw. sich manifestieren?

A: Eher wie ein Portal oder eine ‘Leitung’.

F: (L) Ist dieses alternative Universum das Mittel, durch das wir in die 4. Dichte reisen müssen? Ist es wie ein Schleier oder wie eine Art Abgrund?

A: Stell es dir wie eine Autobahn vor. Realitätsgrenze ist eine wandernde Welle.

F: (L) Gut, ihr sagt “wandernde Welle”, und dann sagt ihr, dass Antimaterie wie eine Autobahn ist. Bedeutet das, dass das Bewegen durch Antimaterie bzw. das Interagieren auf irgendeine Weise mit Antimaterie durch den Schwung der wandernden Welle bzw. der Realitätsgrenze vor sich geht?

A: Sie krümmt Raum/Zeit, und hier können instabile Gravitationswellen genutzt werden.

F: (L) Die Nutzung von Antimaterie durch das Erzeugen eines EM-Feldes, welches die Gravitationswelle kollabiert, erlaubt also der Antimaterie, sich mit Materie zu vereinen, wodurch ein Portal geschaffen wird, durch das Raum/Zeit gekrümmt werden kann, bzw. durch das man durch diese “Krümmung” gehen kann. In anderen Worten, das Erzeugen eines EM-Feldes, das aus dem Einbringen von Antimaterie resultiert, ist die Krümmung der Raumzeit? Ist es das?

A: Ja.

F: (V) Gibt es ein Portal für jede Person, oder ein Portal für alle?

A: Nein.

F: (V) Also gehen wir durch das Portal in Massen?

A: Nein.

F: (V) Wenn es keine persönlichen Portale für eine Person gibt, oder Portale für Gruppen von Menschen …

A: Portale sind dort, wo ihr sie wünscht. Mit der richtigen Technologie kann man ein Portal schaffen, wo es gewünscht ist. Es gibt unbegrenzte Möglichkeiten.

F: (L) Richtige Technologie. Instabile Gravitationswellen. Und ihr habt uns einmal gesagt, dass wir die Tesla-Spule studieren sollen … Antimaterie … die Destabilisierung der Gravitationswellen durch die EM-Generierung erlaubt Antimaterie mit Materie zu interagieren, was wiederum ein Portal schafft … reisen die Aliens, wenn sie Leute entführen, in diesem Antimaterie-Universum?

A: Nahe. Sie transportieren durch es, aber die meisten Entführungen finden entweder in der 3. oder in der 4. Dichte statt.

F: (L) Ist diese Bewegung durch das Antimaterie-Universum das, was die Menschen während ihrer Entführung als “Feuerwand” wahrnehmen? Das Auflösen? Die Demolekularisierung?

A: Nein. Das ist transdimensionale atomare Remolekularisierung.

F: (L) Gut, wenn man in dieses Antimaterie-Universum eintreten würde, wie würde man es wahrnehmen?

A: Man würde nicht.

F: (L) Warum?

A: Kein Raum; keine Zeit.

F: (L) Das Antimaterie-Universum hat keinen Raum und keine Zeit … also sind die armen Kerle von Flug 19 möglicherweise in diesem Antimaterie-Universum?

A: Ja.

F: (L) Und man kann dort feststecken?

A: Ja. Und wenn man in sich in einem Zeitschleifen-Kokon befindet, ist man hyperbewusst, d.h., man nimmt ‘Null Zeit’ so wahr, als ob es buchstäblich Millionen von Jahren wären; das aber nur dann, wenn der Kreis verbunden bzw. geschlossen ist, wie im “Philadelphia Experiment.” Und damit wünschen wir euch eine gute Nacht.

Jetzt möchte ich zwei Bemerkungen von obigem Transkript zusammenfügen:

Wenn die “Erde” ein Reich der 4. Dichte wird, werden alle Kräfte, sowohl STS als auch STO in direktem Kontakt miteinander stehen … Es wird ein “ebenes Spielfeld” sein, und demnach im Gleichgewicht.

[…]

F: (L) Also, wenn man mit anderen Wesen in der 5. Dichte vereint ist, dann bekommt man eine Art Verständnis über die eigenen Lektionen …

A: Im Gleichgewicht. Und dies, meine Liebe, ist ein weiteres Beispiel der Gravitation als Bindemittel der gesamten Schöpfung … “Der große Ausgleicher!”

Erinnern wir uns daran, was im Kapitel “Seelenessenzen” gesagt wurde:

F: Gibt es in allen Realitäten andere Teile von uns, die in diesem Moment andere Dinge tun?

A: Ja.

F: (L) Und wie wird das durch die Kreuzung der Realitätsgrenze beeinflusst?

A: Werden sich verbinden.

F: Brauchen wir eine bestimmte Art von Arbeit, so wie Hypnose, um diese Aspekte unseres Selbst an die Oberfläche bringen zu können, um damit Schritt für Schritt umgehen zu können?

A: Das wird unfreiwillig geschehen. Es wird wie eine thermonukleare Explosion sein. […]

Und aus unserer Diskussion über Oz:

F: (T) Wenn also diejenigen, die in die 4. Dichte übergehen, sich an diesem Übergang befinden, werden sie eine Ganzheit empfinden, oder sich mit allen anderen Dichten ihres Wesens verbinden, wenn auch nur für kurze Zeit?

A: Für einen unmessbar kurzen Augenblick, das ist mit “Erleuchtung” gemeint!

F: (T) In diesem kurzen Augenblick – da es ja wirklich keine Zeit gibt, vielleicht ein Augenblick, vielleicht ein Äon, abhängig vom individuellen Maß –, werden wir Einheit mit uns selbst erfahren?

A: Es kann wie eine “Ewigkeit” vorkommen.

F: Ist das auch als “Entrückung” bekannt?

A: Einige haben versucht, diese instinktiven Gedankenmuster auf diese Art zu beschreiben.

Es scheint also, als ob wir unsere Welle identifiziert haben – es ist eine Gravitationswelle.

So weit, so gut. Oder? Kann mir jeder bis hierher folgen? Wissen alle, was ich mit diesen Fragen herauszufinden versuche?

Das dachte ich mir. Und mehr noch, ich dachte, ich könnte bereits mit diesen Dingen umgehen. Ich dachte, ich hätte eine Ahnung. Ich war von den Verweisen auf Gravitationswellen so getrieben, die Geheimnisse der Physik zu entschlüsseln, dass ich in der Nacht nicht einmal schlafen konnte, und Visionen vom Nobelpreis in meinem Kopf tanzten!

Da war ich, Frau Durchschnittsamerikanerin mit fünf Kindern und einem Ouija-Board im Zimmer neben meiner Küche, das mir die Geheimnisse mitteilen würde, all die Mysterien vom Raum, Zeit und Sein entschlüsseln zu können.

Ich würde es für alle Frauen auf der Welt tun, die wie Zweite-Klasse-Bürger behandelt wurden, seit dieser verschlagene alte Echsen-Jehova/Jahweh den Apfel Eva gegeben hat. Ich würde es für all die unbesungenen Helden tun, und für die Heim-Genies, die sich kümmerlich durch ihre Leben in stiller Verzweiflung durchschlagen und den Sternenhimmel fragen: “Warum bin ich hier? Was habe ich zu tun?” Mein kleines feines nettes Spirit Board würde mir die neue Theorie von Allem geben! Ich würde alles in feine kleine Päckchen verpacken und es der nächsten Universität zusenden, die würden darüber verzückt sein und mich gleich nach Stockholm schicken, damit ich meine Medaille abholen könnte!

Was für ein berauschendes Gefühl! Ich hätte es kommen sehen sollen … Die Grube meine ich damit. Sie wissen schon, die Grube, in die der Hochmütige fällt. In der nächsten Sitzung fiel ich hinein.