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Kapitel 40: Ich werde vor dir in Schottland sein!

 

Hinweis: Es handelt sich um eine Rohübersetzung. Die Überarbeitung ist “Work in progress!”

 

DU NIMMST DEN OBEREN WEG, ICH NEHME DEN UNTEREN WEG UND ICH WERDE VOR DIR IN SCHOTTLAND SEIN

Sucht.

Ich habe gesagt, dass wir zu Süchtigen in unserer eigenen Haut gemacht werden.

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Leute, die diesen Satz lesen, sich ziemlich sicher sind, dass sie es nicht sind! Besonders dann, wenn sie sorgfältig auf ihre Ernährung achten und sich um ihre geistigen und körperlichen Gewohnheiten kümmern.

Doch ich sage es nochmals: Wir werden zu Süchtigen in unserer eigenen Haut gemacht.

Und darüber hinaus sind wir nach unseren Gefühlen süchtig.

Eigenartigerweise sind diejenigen, die diesem Gedanken am stärksten entgegenstehen einem Alkoholiker sehr ähnlich, der vehement und eindringlich behauptet, KEIN Alkoholiker zu sein.

Alkohol.

Alkohol ist überall. Zig-Millionen Menschen erfahren die Konsequenzen von Alkoholsucht. Sie können an ihrem Arbeitsplatz weniger leisten, haben Leberschäden. Die Sucht kann von Missbrauch des Ehepartners, Kindesmissbrauch bis hin zum völligen Niederbruch der sozialen Perspektiven führen. Die Betroffenen können buchstäblich als Penner enden, die täglich auf der Suche nach ihrem Liter Wein oder zumindest nach einem Fläschchen Schnaps sind.

Und das ist nur der Alkohol. Wir werden hier nicht die Statistiken für andere Drogen auflisten, denn das wäre zu mühsam und auch sinnlos. Ihr ahnt es sowieso.

Alkohol und andere Drogen besitzen Ihre Wirkungskraft deshalb, weil sie “festgelegt” sind; sie sind synthetische Liganden; sie binden an unsere Rezeptoren und produzieren, auf verschiedenste Weise, ihre Wirkungen. Wir wollen nun diese besonderen Wirkungen genau betrachten.

Wenn eine läufige Sau mit den Pheromonen eines Ebers in Kontakt kommt, dann gelangt der Duftstoff, den Geruchsnerv entlang, direkt in den Mandelkern (Amygdala) und stimuliert dort die Ausschüttung von Neurotransmittern. Das Ergebnis ist, dass sie sofort und völlig paralysiert wird und mit gespreizten Beinen eine paarungsbereite Haltung einnimmt! Klarerweise hat diese Tatsache dazu geführt, dass eine Vielzahl von Männerparfums vermarktet werden, die auf Pheromonen basieren und denselben Effekt bei Frauen erreichen sollen! (Netter Versuch, Jungs!)

Wenn man Ratten in einem Käfig sowohl Futter als auch Kokain anbietet, dann werden die Ratten das Kokain nehmen und das Futter ignorieren. Und sie werden enden, indem sie zu Tode hungern, obwohl ausreichend Futter vorhanden ist. Und wir müssen sofort an den Alkoholiker denken, der Gin zum Frühstück, Bourbon zu Mittag und Brandy zum Nachtmahl zu sich nimmt – und im Spital landet, weil ein schwerwiegender Fall von Unterernährung vorliegt.

Koffein ist die am meisten verwendete Droge. In seiner Kaffeekantate aus dem Jahre 1732 schrieb Johann Sebastian Bach:

“Ei! wie schmeckt der Coffee süße! Lieblicher als tausend Küsse, Milder als Muskatenwein.”

Ein paar Jahrhunderte später schrieb Isak Dinesen:

“Kaffee… ist für den Körper, was Gott für die Seele ist.”

Koffein hat auf fast alle Tierarten einen starken Effekt. Ratten, denen gelehrt wird, sich in einem Labyrinth zurechtzufinden, lernen schneller, nachdem ihnen Koffein verabreicht wurde. Und noch dazu erinnern sie sich auch besser. Radrennfahrer haben entdeckt, dass sie um 20% länger in die Pedale treten können, wenn sie eine Stunde vor der Abfahrt Koffein zu sich nehmen. Manche Radrennfahrer gehen soweit, dass sie vor einem Rennen ein Koffeinsuppositorium zu sich nehmen – als eine Art “Turbotritt” in den Hintern!

Wenn man die Aufnahme von Koffein im Körper betrachtet, dann sieht man, dass sogar “Spermien” einen “Kick” bekommen. Sie schwimmen schneller und schwänzeln heftiger, um besser “ins Schwarze” treffen zu können!

Und für die meisten Menschen ist Kaffee im Allgemeinen unschädlich. Nachdem jahrelang nach negativen Nebenwirkungen von Koffein gesucht wurde, musste festgestellt werden, dass es keine wirklichen Beweise gibt, dass uns moderater Koffeinkonsum irgendwelche Schäden zufügt. Und wenn du zu zittern anfängst und Herzklopfen bekommst, dann trinke einfach weniger oder leichteren Kaffee. Meiner Meinung nach ist Kaffee eine der Sozialleistungen in der Erfahrung der 3. Dichte!

Uns interessiert hier, wie Koffein wirkt.

Während unsere Nervenzellen Informationen verarbeiten, erzeugen sie zelluläre Schlacke, in der auch der Aufbau von Adenosinmolekülen eine Rolle spielt. Adenosin ist ein Ligand, der mit dem Adenosinrezeptor bindet und eine Botschaft tief in die Zelle hinein sendet, dass es Zeit ist, schlafen zu gehen. Während die Produktion von Adenosin den ganzen Tag über andauert, wird als Nebenprodukt der Hirnaktivitäten immer mehr Adenosin produziert, das mit immer mehr Rezeptoren bindet und immer mehr Schlafinformationen in immer mehr Zellen sendet. Und unsere Gehirnzellen werden Stück für Stück immer träger, bis wir schließlich einfach zu Bett gehen müssen. Wir können buchstäblich nicht bewusst bleiben. Wir gähnen. Unsere Augen beginnen zu tränen, sie fallen uns zu und wir wollen uns einfach nur hinlegen und das Licht ausmachen.

Also nehmen wir einen kleinen Espresso. Das Koffeinmolekül hat zufälligerweise die passende “Form” für den Adenosinrezeptor. Es springt auf diesen auf, bindet und blockiert damit das eigentliche Adenosin, das die Schlafbotschaften aussendet. Offenbar sendet Koffein eine unterschiedliche Botschaft, oder zumindest vereitelt es, dass die Schlafbotschaften gesendet werden. Es unterbricht die Schlafsignale.

Dies ist nur ein einfaches Beispiel, wie dramatisch Chemikalien das Gehirn beeinflussen können.

Wir haben bereits die Ratten erwähnt, denen Elektroden für die Selbststimulation implantiert wurden, die solange aktiv blieben, bis sie völlig erschöpft waren. Nun, es gab noch weitere Experimente, die auf solche Weise durchgeführt wurden. Es kam heraus, dass die kleinen Tiere, wenn die elektrische Belohnung nur sparsam eingesetzt wurde – nur dann, wenn die Ratten einen neuen Trick gelernt hatten, so wie sich in einem Labyrinth zurechtzufinden – wie verrückt die neue Aufgabe lernten, damit sie schnell ihren “Kick” bekommen konnten. Solange die Ratten ihre Belohnung bekamen, arbeiteten sie. Sie meisterten sogar unglaublich komplexe und für den menschlichen Verstand nahezu unmögliche Labyrinthe!

Doch nicht das Lernen liebten die Ratten. Wir wissen zwischenzeitlich, dass, wenn ihnen die Gelegenheit dazu gegeben wird, sie alles vergessen – Futter, Artgenossen, ihre Jungen, alles – damit die diesen verdammten Kick bekommen, bis sie in geistloser Ekstase kollabieren!

Nun wird im Menschen (und auch in anderen Lebewesen) das Gefühl, das als Orgasmus erfahren wird, von der Ausschüttung derselben Chemikalien hervorgerufen, die auch den Teil des Gehirns stimulieren, der die Ratten so glücklich macht. Manche Wissenschaftler bezeichnen es schnippisch als das “Do-it-again Zentrum” (siehe Burnham und Phelan). Wenn dieses Zentrum stimuliert wird, wird was immer damit assoziiert wird, immer und immer wieder gesucht werden.

Wir haben, so scheint es, viele solche “Do-it-again” Chemikalien mit vielen Bereichen dazugehöriger “Do-it-Again” Rezeptoren in unserem gesamten Körper verteilt. Bestimmte Nahrungsmittel funktionieren bei bestimmten Menschen auf diese Weise. Manche Menschen werden euphorisch, wenn sie bei einem x-beliebigen Wettkampf einen Rivalen besiegen. Neben dem ganz offensichtlichen Beispiel von Sex, sind dies nur ein paar weitere Beispiele, die eine Ausschüttung dieser “Do-it-Again” Chemikalien verursachen können.

Indem wir solch ein “Freudesystem” in unseren Körpern haben, besitzen wir damit ein eingebautes Belohnungssystem, mit dem wir manipuliert werden können, jede Handlung auszuführen, die für uns gut oder schlecht sein kann; im Wesentlichen basierend auf – ihr vermutet es schon – die frühen Prägungen. Und wir sind darüber im Allgemeinen unbewusst; wir legen einfach bestimmte Verhaltensweisen an den Tag, weil es “sich gut anfühlt” und deshalb wollen wir diese dann auch wiederholen. Als Babys und als kleine Kinder wurden wir dafür belohnt und wir suchen daraufhin permanent dieses “programmierte Verhalten”, damit wir die Belohnung dafür kassieren können. Dabei ist es egal, dass unsere frühe Programmierung auf Verhaltensweisen erfolgt sein kann, die den wahren Ausdruck unserer “Essenz” völlig blockieren, oder die auf “Märchen” oder unrealistischen Lebenseinstellungen beruhen.

Nun erzeugen Drogen einen “Kurzschluss” dieser Zentren. Die Weisen, wie Drogen wirken, sind interessant, doch wir wollen diese Frage in unserem Kontext hier in dem Sinne betrachten, dass Drogen eine Art Weg sind, zu einem Verständnis der körpereigenen Chemikalien zu gelangen…

Wenn wir bestimmte Drogen nehmen, agiert unser Gehirn, wie wenn die “natürlichen” Neurotransmitter das System fluten. Das Gehirn glaubt, dass wir etwas wirklich Wichtiges zu tun haben, wie zu Essen oder es warm zu haben, während wir uns in Wirklichkeit in einer billigen Absteige befinden, in der Ecke kauern und eine Heroinnadel in unserem Arm stecken haben. Unsere Freudezentren wissen nur, dass sie in chemischer Verzückung gebadet werden. Dabei ist es völlig egal, dass wir beim allerersten Schuss angeekelt waren, von der Prozedur, dem Vorgang und dem ganzen Drumherum angewidert und abgestoßen waren. Wenn wir einmal die Belohnung kassiert haben, dann sind wir überzeugt, dass diese widerliche Prozedur, dieses eigenartige Verhalten, das eindeutig schädlich ist, völlig in Ordnung und für die Belohnung, die wir bekommen werden, sogar anzustreben ist.

Sehen wir uns die Sache einmal praktisch an. Die Psychologin Barbara De Angelis schreibt:

“Sich verlieben ist eine zauberhafte und machtvolle Erfahrung. Wenn man verliebt ist, fühlt sich jeder Kuss, jedes Wort, jeder Moment richtig und perfekt an. Doch bald werden Anziehung und Faszination zu einer “Beziehung” und wir werden wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt. Und zwar mit den herausfordernden Realitäten eines gemeinsamen Lebens. Und wenn diese ersten verzauberten Wochen vorüber sind, dann beginnen wir uns bereits zu fragen: “Ist das der/die Richtige für mich?” …Von meiner ersten echten Beziehung mit siebzehn bis jetzt, verliebe ich mich, ohne mir dabei ernsthaft die Frage zu stellen, ob mein Partner der Richtige für mich sei, oder ob mich mein Partner auch genügend liebe. Ich lernte jemanden kennen und wenn er etwas Liebenswertes an sich hatte, begann ich eine Beziehung. Ich überzeugte mich, dass er der “Eine” war, nur um dann herausfinden zu müssen, dass wir nicht zusammen passten und um die Beziehung scheitern zu sehen. …Nach viel zu vielen gebrochenen Herzen musste ich schließlich der traurigen Wahrheit ins Angesicht blicken: Trotz meiner Erfahrungen, meiner Erziehung und meiner starken Sehnsucht glücklich zu sein, suche ich mir immer wieder Partner aus, die für mich nicht richtig waren. Ich verliebte mich in die falschen Menschen, aus falschen Gründen.

Haben Sie jemals folgendes über eine Ihrer Beziehungen gedacht oder gesagt?

  • Wie konnte ich nur so blind sein? Warum habe ich nicht gesehen, wie er/sie wirklich ist?
  • Ich war mir so sicher, dass es dieses Mal klappen würde. Was habe ich falsch gemacht?
  • Er schien so wundervoll, als wir uns das erste Mal getroffen haben. Ich kann mir nicht vorstellen, warum er so geworden ist, dass ich ihn nicht mehr aushalten kann.
  • Schon von Beginn an waren alle Zeichen da, dass sie anders als ich fühlte. Ich habe sie offensichtlich ignoriert und mir eingeredet, dass es besser werden würde.
  • Wir liebten uns, doch bei keiner Sache konnten wir uns einigen und so haben wir die ganze Zeit nur gestritten.
  • Ich war mir sicher, dass er anders als die anderen Männer wäre, mit denen ich zusammen war. Ich habe fast zwei Jahre gebraucht, um herauszufinden, dass ich schon wieder denselben Typen erwischt habe! Wie konnte ich nur so meine Zeit verschwenden?
  • Ich weiß noch, wie verliebt ich damals in sie war, doch die Wahrheit ist, ich habe niemandem erzählt, dass wir zusammen waren, denn ich schämte mich so zuzugeben, dass mit einer solchen Frau zusammen war.
  • Alles um ihn schien so perfekt; Ich sagte mir immer wieder, dass ich mit ihm glücklich sein sollte, aber die Chemie stimmte einfach nicht.”

[De Angelis, Are You the One for Me? (Bist Du richtig für mich?), 1992]

Solche Situationen entstehen, weil uns als Kinder “Märchen” gelehrt werden; wie wir uns über unsere wahren Gefühle “selbst belügen”, weil uns gelehrt und gezeigt wurde, dass wir nur dann belohnt werden, wenn wir unsere wahren Gefühle unterdrücken und “die Regeln befolgen”. Dr. De Angelis schreibt weiter:

“Befragt man die Menschen, warum sie sich in ihre Partner verliebt haben, egal in welche, wird man wahrscheinlich in den meisten Fällen folgendes zu hören bekommen:

  • “Ich habe Kathy im Fitnessstudio kennengelernt. Es war irgendetwas an ihr, wie sie in den Aerobickurs kam, das der ganzen Sache so viel Energie gab, und das gefiel mir wirklich.”

    (Alles was Kathys Freund von ihr wusste war, dass sie sehr viel körperliche Energie hat. Er ist durch seine soziokulturelle Ansicht so programmiert, dass er glaubt, dass körperliche Fitness sehr gut ist und deshalb belohnt wird. Somit wird für ihn jemand, der körperlich äußerst fit ist, “liebbar”. Er könnte auch in seiner Kindheit sehr positive Erfahrungen mit jemandem gemacht haben, der körperlich fit war und durch den er sich regelmäßig geliebt gefühlt hat.)

  • “Donna war eine Brautjungfer bei der Hochzeit meines Kusins. Sie sah in ihrem pinkfarbenen, trägerlosen Kleid so wunderhübsch aus – ich verliebte mich sofort in sie.”

    (Alles was Donnas Freund von ihr wusste war, dass sie in pinkfarbenem Chiffon sehr gut aussah. Wir könnten hier annehmen, dass die Farbe Pink kräftige Assoziationen in seiner Amygdala auslöste.)

  • “Jo Anne und ich kannten uns schon seit wir Kinder waren. Alle Leute um uns meinten immer, dass wir wahrscheinlich heiraten würden, wenn wir erwachsen sind und ich denke, dass ich das niemals hinterfragt habe – es schien ganz einfach richtig, das zu tun.”

    (Jo Annes Ehemann war von den Meinungen seiner Freunde und Familie so beeinflusst, dass er nicht einmal wusste, warum er sie liebt. Wir könnten hier denken, dass sein “Gehorsam gegenüber der Familie” in seinem Leben einige sehr positive Bestätigungen bewirkt hatte. Im Gegensatz dazu könnte er selbst, wenn er an sich selbst dachte, auch viele negative Bestätigungen empfangen haben.)

  • “Alex und ich arbeiteten in unserem Büro an einem Projekt zusammen. Ich glaube, dass mich an ihm seine Kreativität anzog, wie ich ihm zusah, wie er die Probleme löste.”

    (Alex’ Freundin ist von seinen Geschäftsfähigkeiten beeindruckt, sie hat jedoch keine Ahnung, wie es um seine emotionellen Fähigkeiten bestellt ist. Kreativität bei der Lösung von Problemen könnte in ihrer Kindheit sehr hoch bewertet worden sein. Sie könnte auch mit hochkreativen “Problemlösern” zu tun gehabt haben, als männliche Vorbilder, und regelmäßig von ihnen “Belohnungen” erhalten haben. Und so assoziiert sie diese Fähigkeiten mit Liebe.)

  • “Ich war immer verrückt nach Musik. Als ich Frank bei einem Freund zuhörte wie er auf der Gitarre spielte, wusste ich, dass er der Richtige für mich war.”

    (Franks Partnerin steht unter einem musikalischen Fluch – sie weiß nichts über ihn außer, dass sie allen Gitarristen eine romantische Persönlichkeit unterstellt. Und warum macht sie das? Weil dies in ihrer Amygdala einprogrammiert ist!)

  • Es klingt schrecklich, aber ich hatte immer diese Fantasie von einem großen, dunkelhaarigen Mann mit einem Schnurrbart. Dennis sah genauso aus, und der Rest war eigentlich egal.

    (Dennis’ Freundin liebt, wie er aussieht – sie ist von einer Fantasie angezogen, doch sie weiß nichts von seiner eigentlichen Persönlichkeit. Und woher hat sie diese Fantasie? Ein Programm.)

Keiner dieser Menschen dachte, dass sie eine falsche Wahl getroffen haben. Sie glaubten alle ehrlich, dass sie ihre Partnerwahl intelligent und sensibel getroffen hatten. Doch die fürchterliche Wahrheit ist, dass viele von ihnen in einem Monat, in sechs Monaten oder in sechs Jahren entdecken werden, dass sie in einer Beziehung mit der falschen Person stecken.

Viele Leute nehmen sich mehr Zeit und betreiben einen größeren Aufwand bei ihren Kaufentscheidungen eines Autos oder eines DVD-Players als bei der Wahl ihrer Beziehungen.

Ein Liebesmythos ist der Glaube, den viele von uns über Liebe und Romantik haben, der uns in Wirklichkeit davon abhält, intelligente Entscheidungen bei der Liebe zu treffen… Wir begründen unsere Beziehungsentscheidungen, ob bewusst oder unbewusst, auf solchen Liebesmythen.

Zum Beispiel: Wenn ich meinen Partner nur stark genug liebe, dann ist es egal, wenn:

  • er trinkt
  • unser Sex nicht gut ist
  • sie mich die ganze Zeit kritisiert
  • wir immer darüber streiten, wie wir unsere Kinder erziehen
  • er ein überzeugter Katholik ist und ich jüdisch bin
  • sie ein fürchterliches Temperament hat und die bei jeder Kleinigkeit in die Luft geht
  • er immer mit anderen Frauen flirtet
  • ich mit ihren Kindern nicht zurechtkomme
  • er Schwierigkeiten hat, mir seine Gefühle mitzuteilen
  • mich seine Familie nicht akzeptiert
  • ich gerne Kinder hätte, er aber nicht
  • sie ihren Ex-Freund immer noch nicht überwunden hat”

Ein Weg festzustellen, ob in einer Beziehung einfach ein “Programm abläuft”, ist zu untersuchen, wie man sich selbst “beweisen” kann, dass man wirklich “verliebt” ist. Steckst du in der intensiven chemischen Verbindung des Beginns der Beziehung fest, versuchst du immer, dieses Gefühl wieder abzurufen und schaffst es nicht, den Rest deiner Beziehung zu betrachten?

Hast du dich jemals gefragt, ob du deinen Partner liebst, um rechtfertigen zu können, dass du immer Sex haben kannst, auch wenn das Feuer schon längst erloschen ist?

Steckst du andererseits in einer Beziehung, wo der einzige Ort, an dem ihr zusammen kommt, das Bett ist?

Wenn wir an Liebesmythen glauben, treffen wir unweigerlich Menschen, mit denen wir nicht wirklich kompatibel sind. Wir fühlen uns permanent leer und keine unserer Bedürfnisse werden erfüllt. Und gleichzeitig, auch wenn wir uns noch so bemühen, die Bedürfnisse unserer Partner zu erfüllen, scheinen sie immer zu wissen, dass wir dabei nur unsere eigenen Bedürfnisse erfüllen wollen und die Beziehung hat keine andere Möglichkeit als immer schlechter zu werden.

Und dann stehen wir vor dem nächsten Liebesmythosproblem: Wir bleiben länger in der Beziehung als wir sollten und haben Schwierigkeiten, den Partner loszulassen, obwohl wir im Momenten kalter Klarheit realisieren, dass er NICHT der Richtige für uns ist. Wir tun das, weil es uns gelehrt wurde. Wir betrachten die Beispiele, die für uns in unserer Kindheit eingerichtet wurden; wir werden belohnt, “nicht davonzulaufen” und stecken im Glauben fest, dass “ein Versprechen ein Versprechen” ist. Und die Einhaltung eines Versprechens, was immer dies uns auch kostet, wird belohnt, währenddessen der Bruch eines Versprechens schlimme Konsequenzen nach sich ziehen wird. Hier kommt sehr stark der familiäre Druck auf unsere sozialen und kulturellen Glaubenssätze ins Spiel und wir sind davon überzeugt, dass wir immer unsere Wünsche und Bedürfnisse denjenigen anderer Menschen unterordnen müssen. Wir haben zu “leiden”, um “gut” zu sein und um “belohnt” zu werden. Wir leben unsere Leben nach dem alten Spruch von Oliver Dickens: “Ich will mehr.” Und wir wollen mehr, weil wir hungern und ausgelaugt sind. Und weil wir dazu manipuliert werden zu leiden, damit wir “Futter” für die 4. Dichte STS sind.

Sehen wir uns nun eine Situation aus dem wirklichen Leben an, die das Drama exakt so zeigt, wie es die Theoretiker vorausgesagt haben:

Vor einiger Zeit erhielt ich von einer Leserin einen Brief, die mir ihre Leidensjahre beschrieb; ihre traurige Kindheit, ihre unglückliche Ehe, ihre Selbstmordgedanken und so weiter. Sie beschrieb ihren Vater als: “einen hochintelligenten und außergewöhnlich manipulativen Menschen, der geistige Kräfte und einen äußerst starken ‘Auftritt’ besaß.” Ihre Mutter bezeichnete sie als “hübsch, klug, unglücklich und von meinem Vater terrorisiert – so wie ich – und sie flüchtete sich in den Alkohol.”

Sie beschrieb ihre erste Ehe, ihre Kinder und ihre Scheidung, ihre immer stärker werdenden gesundheitlichen Probleme und schließlich die Begegnung mit ihrem derzeitigen Ehemann, der “der erste Mann war, der meine Kinder und mich bereit war zu akzeptieren. Ich war nicht in ihn “verliebt”, aber ich fand ihn schon attraktiv. Ich glaubte, dass die Liebe später kommen würde. …Wir bekamen gemeinsam noch zwei Kinder.”

Die nächste Bemerkung erzählt uns einiges, wenn man die Beschreibung ihres Vaters als “hochintelligent und außergewöhnlich manipulativ, ausgestattet mit geistigen Kräften und einem starken “Auftritt” bedenkt…” Sie schreibt:

“Mein Mann besitzt ebenfalls eine ausgeprägte Intuition und geistige Fähigkeiten… Mein Mann und ich stritten eigentlich vom Beginn an, und es wurde immer schlimmer. In 30 Jahren Ehe verging kein Tag, an dem wir uns nicht anbrüllten, oder zumindest die Stimme erhoben. Unser gemeinsames Leben war chaotisch, eintönig, keine wirkliche Bedrohung für mein Leben und es schien, als ob ihm alles völlig gleichgültig war. Er liebte es zu reisen und am Anfang tat ich das auch. Doch jetzt bin ich völlig fertig. Unsere gemeinsamen Anti-Abenteuer könnten ein Buch füllen. Ich habe immer aus allen Geschichten Komödien gemacht, doch eigentlich war es eine riesige Verschwendung eines Lebens. Meines Lebens.”

Fällt es euch auf? Obwohl sie ihren Mann als “geistig” beschreibt, reflektiert es die programmierte Prägung ihres Vaters, und sie ist eindeutig auf der Suche nach einem Vater, denn sie war nicht “verliebt”, doch sie heiratete ihn, da er sie und ihre Kinder akzeptierte. Sie unterstellt ihm nicht dieselbe “Stärke” des Vaters, auch nicht dessen “außergewöhnliche” Manipulativität. Sie bemühte sich bewusst, NICHT “den Vater zu heiraten”. Und trotzdem… sie hat es getan. Nicht nur das, sie “wurde wie ihre Mutter.” Nein, sie wurde nicht von ihrem Mann “terrorisiert”, nicht auf die offene Weise wie es ihr Vater getan hat – doch das Ergebnis ist genau dasselbe. Man könnte sogar behaupten, dass es eine Form von unbewusster Manipulation über Armut war, wie in der folgenden Aussage ersichtlich wird:

“Und eigenartigerweise sagte er mir einmal, dass er sich frage, ob ich ihm mein “Pech” mitgebracht hätte, denn unser gemeinsames Leben war eine unendliche Aneinanderreihung von falschen Entscheidungen, schlechter Wahl und finanziellen Katastrophen. Sogar unsere langjährigen Freunde schüttelten schon vor Verwunderung ihre Köpfe.”

Offenbar war dieser Ehemann ein weit besserer Manipulator als ihr Vater – hauptsächlich deshalb, weil er sich seiner Manipulationen nicht einmal bewusst war. Einer der eindeutigsten Hinweise darauf, manipuliert worden zu sein, ist sich “schuldig” zu fühlen.

“Ich bin von Schuld überwältigt, Schuld war das vorherrschende Gefühl in all unseren Ehejahren. Schuld für etwas, was ich mir nicht vorstellen kann. Für mein Versagen, jemand anderen glücklich zu machen? Aber ich kann nicht verstehen, warum ich ganz langsam immer mehr sterbe? …Ich habe nicht erreicht, was ich mir in diesem Leben vorgenommen habe, und wie es aussieht werde ich das auch nicht erreichen. …Warum muss ich immer meinen Weg zurückstecken, versuche anderen zu gefallen und deren Vorstellungen zu leben?”

Wenn wir diese Zeilen lesen, dann erkennen wir klar, dass sie alle Antworten für ihre Probleme in ihrer Psyche besitzt, doch sie kann sie nicht SEHEN. Die Seele in ihr stirbt ihr weg. Doch ihre Programme sind zu stark. Der “Glaube an die Liebesmythen” dominiert und die klare und vorhandene Gefahr des Räubers wird nicht einmal geahnt.

“Ich habe das Interesse an allem verloren, außer an der Natur, die ich in meinen täglichen Spaziergängen betrachte. In den letzten Monaten habe ich wahrscheinlich Hektoliter von Tränen geweint. Ich muss schon bei allem und jedem weinen. Ich betrachte eine Wolke und muss weinen. Und mein Mann bemerkt gar nichts. Überhaupt nichts, außer dass ich eine kleine, unansehnliche ……… bin. Ich sehne mich nach Einsamkeit, nach innerer Freiheit, nach Ruhe. Der Gedanke, dass ich das meinem Mann erzählen könnte, ist furchterregend.…Ich verschwinde jeden Tag ein wenig mehr.”

Warum ist es “furchterregend” ihrem Mann zu erzählen, was sie fühlt? Sie hat doch jemanden geheiratet, der nicht furchterregend ist, jemanden, mit dem sie kämpfen und reden kann… nicht jemanden, der so ist wie ihr Vater, der ihre Mutter “terrorisiert” hat. Und doch wird sie nicht weniger terrorisiert!

“Zwei meiner Kinder – die wohlgemerkt ihren Vater lieben – stimmen mit mir überein, dass er eine untragbare menschliche “Dampfwalze” ist.”

Doch selbst mit der Übereinstimmung mit ihren Kindern stimmen sie alle überein, so scheint es, dass es “eine Last ist zu leben”, und das wegen der “Liebe”. Nichtsdestoweniger “spürt” dieser “außergewöhnlich manipulative” Ehemann, dass er die Kontrolle über sie verliert, und die Manipulationen nehmen eine neue Wendung: Gesundheit. Man kann doch keinen kranken Mann verlassen, soviel ist sicher, und wenn doch, werden dich die Gesellschaft und alle Leute, die dich kennen, bestrafen, ausschließen und du wirst ganz sicher keine emotionale “Heilung” erfahren. Nicht einmal wenn du dich ansonsten wie ein “braves Mädchen” benimmst.

“Letzten Herbst wurde bei meinem Mann eine bösartige Lymphknotenvergrößerung diagnostiziert. Er starb fast daran. Er war drei Monate im Krankenhaus und ich war alleine zuhause. Ich fühlte mich zum ersten Mal in mehr als 30 Jahren leichter, so als ob mir ein riesiger Stein vom Herzen fiel. Ich war völlig glücklich. Mir war schon klar, dass ich ihm das nie erzählen konnte. Mein Verstand wurde wieder klar und ich begann auch zuzunehmen. (Ich hatte unter Magersucht gelitten.) Jetzt ist er wieder da und seine Chemotherapie ist beendet. Und ich bekam wieder meine tiefen Depressionen, kann sie mir ein paar Tage lang ausreden, aber dann muss ich immer an den Tod denken – und ich hoffe, mein Körper wird meinem Wunsch entsprechen.”

Und hier haben wir den größten Hinweis von allen auf die Machenschaften der 4. Dichte STS “Nahrungsketten”: Sie brauchen deine Nähe, damit sie funktionieren können. Mit der Abwesenheit des Ehemannes änderte sich alles. Und natürlich war es eine Abwesenheit, die nicht aufgrund ihrer Handlungen entstand – zumindest war dies ihr nicht bewusst. Obwohl es genauso wahrscheinlich ist, dass er selbst genauso gelitten hat wie sie, allerdings ohne die Fähigkeiten, es zu artikulieren. Ihre Nähe zu ihm stimulierten die Chemikalien des Leidens in ihm, was ihn zu einem ausgezeichneten Nachtmahl machte, und umgekehrt stimulierte seine Nähe zu ihr die Freisetzung von Chemikalien, die aus ihr ein vorzügliches Mahl machten. Das geht in beide Richtungen. Und natürlich verhalf ihr diese Periode der Erleichterung zur folgenden Erkenntnis:

“Ich weiß, ich muss ihn verlassen, obwohl es ihn schrecklich schmerzen wird. Er hat mich immer geliebt und dabei niemals verstanden, warum ich nicht mehr herzeigbar bin. Ich habs versucht, aber mein Herz ist nirgendwo.”

Das Problem hier besteht in der Tatsache, dass beide einen Liebesmythos leben, er und sie. Ihr Mythos sagt ihr, dass er schrecklich leiden wird, wenn sie ihn verlässt; und sein Mythos sagt ihm, dass er schrecklich leiden wird, wenn sie ihn verlässt. Das Problem ist, dass beides Mythen sind. Sie schloss ihren Brief mit folgenden Worten:

“Wenn die Cassiopaeaner ein wenig Licht auf diese Sache werfen könnten, oder mir aufzeigen könnten, was ich dabei nicht erkenne, dann könnte das mein Leben retten – wenn nicht körperlich, dann sicherlich im größeren Sinn. …Ich überlasse das Ihnen.”

Nun, ihr habt wahrscheinlich sicher schon herausgekriegt, dass man zur Lösung dieses Problems nicht die Cassiopaeaner braucht, ja nicht einmal irgendwen. Ich musste an die eine Frau denken, die mir angesichts meiner eigenen Scheidung mitteilte: “Der Teufel, den man kennt, ist besser als der Teufel, den man nicht kennt.” Der Gedanke dahinter war der, dass wenn ich mich scheiden ließ, ich denselben Fehler nochmals begehen könnte und mich dann in einer noch schlimmeren Situation wiederfände. Ich gab jedoch zur Antwort, dass ich den Teufel, den ich kannte, gut genug kannte, dass ich nichts mehr über ihn lernen musste, um zu wissen, dass alleine zu sein die bessere Option war.

Bei dieser Sache zögerte ich, “einen Rat” zu erteilen. Das ist immer eine gefährliche Sache, auch wenn man scheinbar wirklich um Rat gefragt wird. Sehr häufig suchen diese Menschen nach etwas, das ihr Leben “erschüttert”, und dann können sie dir die Schuld in die Schuhe schieben. Diese Frau schien jedoch wirklich verzweifelt und flehte so herzzerreißend um Hilfe, sodass ich antwortete:

“Als Sie mir ihren ersten Brief geschrieben haben, habe ich Ihre Situation ganz klar erkannt. Ihre Lage ist nahezu genauso wie meine eigene Situation war, mit ein paar Variationen und bei Ihnen dauerte alles viel länger.

Was ist der Unterschied?

Alle Ihre Aussagen könnten auf die eine oder andere Weise von mir stammen. Dieselben Beschreibungen des Ehemannes, der Beziehungen, … etc. etc. etc.

Was ist der Unterschied?

…Ich habe begonnen, die Hinweise zu LESEN. Und Sie besitzen dieselben Hinweise wie ich. Mir ist ebenfalls aufgefallen, dass meine Gesundheit sich verbesserte und mein Geist klarer wurde, wenn mein Ex nicht da war. Ich bemerkte, dass ich mehr “Glück” hatte, wenn, und NUR wenn ich verstand, warum die Dinge geschahen. Ich bemerkte auch, dass SEINE Gesundheit immer schlechter wurde, und das war ein Anzeichen dafür, dass ich genauso “schlecht” für ihn war wie er für mich. Und mit diesen kleinen, subtilen Anzeichen, die mich in all den “Lektionen” begleiteten, durch die mich mein Leben und die Cassiopaeaner führten… traf ich eine Entscheidung, die sich gegen alles wandte, was mich bislang meine Religion, meine Kultur und meine Philosophie gelehrt hatte.

Mir war klar, dass es keinen “leichten” Weg gab. Ein klarer, völliger Schlussstrich war die einzige Antwort für uns beide und so etwas kann nicht “langsam und schrittweise” getan werden. Natürlich wollte er eine Erklärung, und diejenige, die mir als die sauberste und schnellste erschien, war ihm mitzuteilen, dass ich einen Riesenfehler gemacht hatte, dass ich ihn niemals geliebt habe, und nun jeder unter meinem Fehler leiden musste, einschließlich ihm …und das alles war MEINE Schuld. Und ich ließ ihn mich beschimpfen und all die schrecklichen Dinge sagen, die ihm auf der Zunge lagen und sagte “Ja, du hast Recht – ich bin ein fürchterlicher Mensch.” Und ich hielt stand, egal WIE weh es tat.

Also was ist der Unterschied.

Ich beendete die Illusion, dass ich irgendetwas besser oder anders machen konnte, als es WAR.

Und darüber hinaus entschied ich mich zu SEHEN, wie es WAR, kalt, klar und ohne Gefühle.

Dann unternahm ich etwas dagegen.

Und das gesamte Universum änderte sich.

Das ist die Kraft, die wir haben, wenn wir nur auf sie zugreifen könnten. Doch das ist nicht leicht. Es ist ein Schlag ins Gesicht all unserer menschlichen Programmierungen und emotionalen “Ausrichtungen”, die unser Leben bestimmen. Doch der Kern ist: “Sie können nicht “ungleich vereint” sein. Und wenn Sie es sind, ist der Effekt der, als ob zwei Esel, die am Hintern zusammengebunden sind, in entgegengesetzte Richtungen ziehen – spirituell, karmisch und sogar buchstäblich. Ihr Leben, Ihre Umgebung. Ihre Erfahrungen REFLEKTIEREN den Zustand Ihrer Seele. Armut, Krankheit, Instabilität, usw…. das alles sind Reflexionen dessen, was Ihnen spirituell DURCH Ihre Entscheidungen angetan wird. Und Ihre Entscheidungen werden durch den frühen Schaden manipuliert und beeinflusst, der Ihnen aus genau dem Grund zugefügt wurde, um (aus Ihnen Nahrung zu machen). Das ist der Kern.

Doch ich muss betonen, dass meine Abschätzung Ihrer Situation GEPRÜFT werden muss. Ich habe KEINE BEWEISE!

Ich selbst hatte ebenfalls keine Beweise, nur die kleinen Hinweise – die ich mir alle für viele Jahre sehr ausgeklügelt wegerklärt hatte; meistens mit Erklärungen, dass ich doch noch mehr versuchen könnte, in der Art wie: Ich könnte ja einen Arm ab- oder mir meine Venen aufschneiden und mein ganzes Lebensblut in die Sache fließen lassen, damit ich sie “reparieren” könnte.

Nun, schließlich hörte ich auf mich zu entschuldigen. Ich hörte auf, mir selbst die Schuld an allem in die Schuhe zu schieben, außer dass ich eine falsche Entscheidung getroffen hatte und nun eine andere Entscheidung treffen musste – eine LEBENSVERÄNDERNDE Entscheidung, die auf Hinweisen beruhte, die so subtil waren, dass ich sie niemandem in meiner Umgebung klar machen konnte.

Nun, das stimmt nicht ganz. Meine Freundin Sarah… schenkte mit etwas. Sie sagte mir, dass ich eine Liste von all den Hinweisen machen sollte und diese Liste NIEMALS vergessen sollte. Wenn ich mich schwach fühlte, wenn ich wieder “zurück” wollte, wenn ich beginnen sollte zu vergessen, WARUM ich meine Entscheidung getroffen hatte, dann sollte ich die Liste herausnehmen und mich an all den Schrecken, all den Schmerz und all das Leid erinnern, immer wieder, bis mir wieder klar sei, dass das den GRÖSSTEN Teil meiner Ehe und meines Lebens ausmachte. Das bisschen “Freude” oder die paar “guten Zeiten” waren selten und reichten niemals aus, um ein ausreichendes Gegengewicht herzustellen.

…Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen. Wie es die Cassiopaeaner einmal sagten: Wenn du den Mut eines Löwen hast, hast du nicht das Schicksal einer Maus.”

Diese arme Frau ließ wirklich mein Herz bluten, und es schien, als ob ihr mein Brief vielleicht geholfen hatte. Sie schrieb zurück:

“Danke. Ich will nicht das Schicksal einer Maus. Irgendwo ganz hinten in der Höhle liegt ein Löwe, der jahrelang geschlafen hat.”

Und am nächsten Tag schrieb sie wieder:

“Heute Morgen habe ich den Löwen geweckt, und die Situation, wie Sie sie beschrieben haben, entwickelt sich. Ich muss Ihnen das nicht mehr erklären. Vielleicht ist bei uns der Unterschied, dass wir 33 Jahre zusammen waren und es dadurch ein sehr starkes Band zwischen uns gibt. Dieses Band ist wie eine Nabelschnur, die durchschnitten werden muss, damit wir wachsen können, er kann das aber nicht sehen. Ich bis jetzt zum ersten Mal völlig egoistisch, und meine einzige Angst ist der Schmerz, den er erleidet. Ich danke Ihnen für den Anstoß, diese Sache zu beginnen und durchzustehen.”

Ihre Beschreibung ihrer Sichtweise der Situation sagte mir, dass sie es nicht wirklich “kapiert” hatte. Sie lebte immer noch “im Mythos”. Sie entschuldigte die Situation schon wieder, indem sie die Dauer ihrer Beziehung erwähnte. Und dann beschrieb sie die Verbindung als “Nabelschnur”, als gegenseitige Ernährung, anstatt zu sagen, was es wirklich ist: ein Futterschlauch für die 4. Dichte STS. Und schließlich bezeichnet sie ihre Handlung als “völlig egoistisch”, was zum Schmerz der Wahrnehmung führt, dass er leidet. Sie versteht hier einfach nicht, dass sie beide einen “Entzug” erleben, der rein körperlich ist und ein Resultat der Assoziationen in der Amygdala. Sie versteht nicht, in der tiefsten Wortbedeutung, dass ihre Handlung für IHN genauso wichtig ist wie für sie selbst. Er war genauso süchtig wie sie.

Ein paar Tage vergingen und ich dachte schon, dass sie es nicht schaffen werde, doch ich ließ alle Möglichkeiten offen. Schließlich schrieb sie:

“Ich hatte 36 Stunden lang die Hölle für mich und die Menschen um mich (meinen Mann) geschaffen. Ich war so erschöpft, dass ich nicht mehr wusste, warum ich ihn verlassen wollte. Ich ging zu Bett, wie mein Mann auch, und wir schliefen beide sehr, sehr lange. Nun haben wir ein neues Verständnis erreicht und zu meiner Überraschung respektiert mein Mann meinen Mut und er realisiert, dass er mich ernster nehmen muss, als er es in der Vergangenheit getan hat. Er unterstützt nun meine Ziele und die andauernden Spannungen und Vorbehalte zwischen uns sind verschwunden.”

Das war keine Überraschung. Und für sie hätte das auch keine Überraschung sein sollen. Ich bin mir sicher, dass sie eine Miniversion des Szenarios von Kampf und Streit durchlebt haben, das sie die ganzen Jahre über lebten und das immer in einer “Übereinkunft” geendet hatte, die Sucht weiterzuführen. Und wir können auch ein Bespiel dessen erkennen, was ich schon beschrieben habe: Die Sucht nach dem “Belohnungssystem” von Kampf und Überwindung des Kampfes. Die Menschen sind programmiert zu leiden, weil es sich so gut anfühlt, wenn es vorbei ist! Es ist fast wie eine vorsätzliche Schaffung von “Risiko”, damit das Dopamin einschießen kann, wenn die Gefahr vorüber ist.

Nun ist das Interessanteste daran, dass es dieser Frau eindeutig nicht klar war, dass ihr Leben und ihre Beziehungen auch ihre Kinder auf dasselbe Verhalten programmiert hatten, d.h. Manipulation und Sucht! Das “Programm” meldete sich LAUTSTARK zurück:

“Gleich am nächsten Tag rief ich meine Tochter an, die ihren Rausch ausschlief, den sie sich angetrunken hatte, weil sie es nicht aushalten konnte, dass sich ihre Eltern trennen wollten. Danach rief ich ihren Bruder an, der ebenfalls aus demselben Grund einen schlimmern Kater hatte und der sehr glücklich darüber war, dass ich meine Meinung geändert hatte. Danach rief ich meinen zweiten Sohn an, der froh war, dass er nicht meinen vielen Wünschen entsprochen hatte und mich nicht abgeholt hatte. Dann mailte ich einigen Freunden, denen ich die traurigen Neuigkeiten schon angekündigt hatte. Und dann war ich wieder müde, aber ruhig.”

Und das war meine Erkenntnis:

“Ich habe entdeckt, dass ich zu einem Familiennetzwerk gehöre. Ich bin nicht nur eine einzelne Person, die nur für sich selbst verantwortlich ist. Ich hatte das nie zuvor so betrachtet. …vielleicht aufgrund mehrerer Umstände: Wirtschaftlich (ich besitze überhaupt kein eigenes Geld), die Versorgung der Familie und last but not least die Tatsache, dass es mich zerreißt, wenn ich so vielen Menschen so viel Leid zufüge. Ich bin offenbar in viele Selbsts zerteilt, die alle zu jemand anderem gehören. Mein stärkstes Motiv war vielleicht die Sehnsucht jemanden zu finden, mit dem ich mich sexuell/spirituell kompatibler fühle. Es ist möglich das Erste mit meinem Mann zu erreichen, aber nicht beides zusammen. …Fürchte ich mich vor etwas? …Wahrscheinlich. Aber ist das alles solch einen Umbruch wert? … Mein Mann weiß nun, dass ich in der Lage bin etwas zu tun, was ich zuvor noch nie angedroht habe, und er respektiert meine Ehrlichkeit stark. Ich war von seiner Reaktion erstaunt. Ich muss Ihnen sagen, dass er mein allererster Ehemann/Lebensgefährte/was auch immer in meinem ersten Leben auf dieser Erde war und wir schon seit vielen, vielen Leben jedes Mal zusammen sind. Ich weiß auch, dass dieses Leben das letzte sein wird, denn wir haben uns gegenseitig alle Lektionen gelehrt, die wir benötigten. Ich denke, dass mein nächstes Leben harmonischer sein wird, denn in diesem Leben habe ich mehrere Leben gelebt.”

Hier können wir eine Vielzahl von Rationalisierungen erkennen, die in diesem Absatz zusammenlaufen. Wird irgendeine davon die Situation verändern? Das ist nicht wahrscheinlich. Im Augenblick liegt die “Kontrolle” in der Hand der Frau; und vielleicht hat sie eigentlich nur das gesucht: einen Weg, die Situation selbst zu manipulieren. Vielleicht ist das eine sich wiederholende Dynamik, die sich durch all ihre Leben zieht; ich weiß es nicht.

Mich erinnert die ganze Sache schlussendlich an ein paar Aussagen aus dem Film Matrix.

“Die Matrix ist überall, sie umgibt uns; sogar jetzt, in diesem Raum. Du kannst sie sehen, wenn du aus deinem Fenster siehst oder wenn du den Fernseher aufdrehst. Du kannst sie fühlen, wenn du zur Arbeit gehst, wenn du in die Kirche gehst, wenn du deine Steuern zahlst; es ist die Welt, die über deine Augen gestülpt wurde, um dich vor der Wahrheit zu blenden: vor der Wahrheit, dass du ein Sklave bist. Wie alle anderen bist du in Fesseln geboren worden; du bist in einem Gefängnis geboren worden, das du nicht riechen, nicht schmecken und nicht berühren kannst; in einem Gefängnis für deinen Geist.

…Die Matrix ist ein System… Dieses System ist unser Feind.

Wenn du dich in (der Matrix) befindest und du siehst dich um, was siehst du? Geschäftsleute, Lehrer, Rechtsanwälte, Tischler,… Du siehst genau den Geist dieser Menschen, die wir zu retten versuchen. Doch solange wir das nicht getan haben sind diese Menschen ein Teil dieses Systems, und das macht sie zu unseren Feinden.

Du musst das verstehen: die meisten dieser Menschen sind nicht bereit, herausgezogen zu werden; und viele von ihnen sind so verletzt, so hoffnungslos vom System abhängig, dass sie kämpfen werden, das System zu beschützen.

…Wir befreien niemals einen Geist, sobald er ein bestimmtes Alter erreicht hat – das ist gefährlich – der Geist hat Schwierigkeiten loszulassen.”

Nun, obwohl der Film eine Allegorie ist, welche die Matrix als Computerprogramm darstellt, bestehen in dieser Analogie viele Anspielungen, die höchst lehrreich sein können. Als zum Beispiel Neo mit der Matrix bekannt gemacht wird berührt er einen Stuhl und fragt unglaubwürdig: “Der ist nicht real?” Und Morpheus antwortet:

“Was ist real? Was verstehst du unter Real? Meinst du das, was du fühlen kannst, was du riechen, schmecken und sehen kannst? Real bedeutet einfach, dass elektrischen Signale von deinem Gehirn interpretiert werden. … (Die Realität der Matrix) ist eine interaktive neurale Simulation … eine Traumwelt, die geschaffen wurde, um einen Menschen in ………. zu verwandeln.”

Und anstelle der Batterie, die Morpheus hochhält, füge ich ein: NAHRUNG. Lasst mich es nochmals zitieren: Die Matrix ist eine interaktive neurale Simulation. …

Und auf diese Weise sind wir darauf “programmiert”, uns in schädliche Verhaltensweisen zu verstricken – über das Kontrollsystem der 4. Dichte. Wenn unsere Chemikalien stimuliert werden, während wir dabei in jeder beliebigen Situation “in die Irre” geführt werden, dann wird das Gehirn “einen Schaltkreis einrichten”, damit wir das Verhaltensmuster wiederholen, um die Freude zu verspüren, die von den Chemikalien am Ende des Verhaltensmusters versprüht wird, unabhängig vom schmerzhaften Prozess, durch den diese Chemikalien schließlich entstehen.

Kommen wir zu den synthetischen Liganden zurück, den Drogen, um zu sehen, ob wir nicht weitere Hinweise ausfindig machen können.

Wenn Kokain in die Nase geschnupft wird, strebt es direkt in die Bereiche, wo Dopamin aufgenommen wird und blockiert diese. Das “gute Gefühl” stammt jedoch nicht von der Droge, sondern es entsteht aufgrund des Dopamins, das die Zellen überschwemmt, sich wie verrückt mit den Dopaminrezeptoren bindet und nicht resorbiert werden kann. Und das Gehirn weiß nur eines: Das fühlt sich verdammt GUT an! Crack erzeugt Berichten zufolge ein intensiveres Gefühl von Freude als jede natürliche Handlung, einschließlich eines Orgasmus! Und man beachte dabei, dass diese Freude durch KÖRPEREIGENE Chemikalien hervorgerufen wird!

Morphium und Heroin wirken ein wenig anders. Sie imitieren Endorphine, welche die Ausschüttung von Dopamin auslösen. Anstatt des Gefühls, das auftritt, wenn der natürliche Dopaminfluss nicht resorbiert wird, wirken diese Drogen, weil zu viel Dopamin absorbiert werden muss!

Doch es gibt dabei etwas sehr Eigenartiges: Es scheint, dass bei wiederholter Zufuhr von Kokain, Heroin oder Morphium, das “falsche Endorphin”, das an den Opiatrezeptor bindet und ein Signal in die Zelle sendet, mehr Dopamin auszuschütten, verursacht, dass der Körper reagiert, indem er die Anzahl der Rezeptoren verringert! Mit weniger Rezeptoren fallen die Auswirkungen der Droge und auch die normalen Fähigkeiten des Körpers, das natürlich vorhandene Dopamin zu binden. Und ohne den natürlichen Fluss des Dopamin in eine natürliche Anzahl von Rezeptoren erfährt das Gehirn “Entzugserscheinungen”, die buchstäblich als Schmerz interpretiert werden. Es ist die Agonie des Geistes, die gar keine Freude fühlen kann. Behandelnde Ärzte beschreiben diesen Zustand so:

“Eine abrupte Einstellung von Kokain, Heroin oder Morphium führt zu einem Zustand von Dopaminentleerung, was eine intensive Depression und allgemeine körperliche Unruhe hervorrufen kann. Dies wird während der intensiven Phase des plötzlichen Entzugs erlebt, und auch während der nachfolgenden Symptome von Anhedonie, Dysphorie, Lethargie, Schlafsucht und Apathie, die sechs bis 18 Wochen nach einem Kokainentzug auftreten können.” [Daly und Swalloway, Psychiatric Times, Mai 1994]

Doch schlimmer als diese Folgeerscheinungen ist die Tatsache, dass Dopamin bei der Kontrolle des Bewegungsapparates, der Gefühle und der Wahrnehmung eine wichtige Rolle spielt. Schizophrenie, Stimmungsschwankungen, Aufmerksamkeitsdefizit, Tourette-Syndrom, Abhängigkeit von verschiedenen Substanzen, Dyskinesie, Parkinson, usw. werden mit Dopaminfehlfunktionen in Zusammenhang gebracht. Klarerweise ist die Situation weit komplizierter als hier zusammengefasst, denn man konnte bislang zumindest sieben verschiedene Dopaminrezeptoren identifizieren.

Die Dopaminzellen des Hypothalamus projizieren auf die Hypophysenvorderlappen. Dort wirkt das Dopamin direkt auf die Ausschüttung von Prolaktin. Prolaktin hat Myriaden von Auswirkungen, die augenscheinlichste davon ist die Laktationsperiode (Stillzeit).

Doch zurück zu unseren “Programmen und “Körperchemikalien”. Wir beginnen zu erkennen, wie es möglich ist, dass alles, was verursacht, dass mehr Dopamin ins System ausgeschüttet wird, sehr wahrscheinlich dieselben Ergebnisse bringen wird wie Kokain, Heroin und Morphium: Wir werden immer und immer wieder in dasselbe Verhalten zurückfallen, weil die Prägung dessen, wie Freude erreicht wird bereits im Kindesalter “eingerichtet” wurde.

Ich konnte nun keine Untersuchungen finden, die besagen, dass je mehr Dopaminabsonderung ein Mensch durch seine natürlichen körpereigenen Chemikalien erfährt, desto geringer seine Dopaminrezeptoren vorhanden sind. Die Tatsache, dass der “Kokainrausch” durch körpereigene Chemikalien hervorgerufen wird, deutet jedoch an, dass das so ist. Das bedeutet, dass jedes Mal, wenn ein Mensch auf irgendeine Weise bis zum “das fühlt sich gut an” – Gefühl vordringt – egal wie es erreicht wurde – er immer mehr benötigt, um zur selben Stufe dieser Erfahrung wieder vordringen zu können. Deshalb könnte der “Zustand der Liebe” so rasch verschwinden und sich stattdessen in einen Kampf verwandeln – um die Bedrohung des Verlustes zu erzeugen, damit sie abgewendet werden kann und dabei die Ausschüttung von Dopamin angeregt wird. Das heißt sozusagen: Je mehr erfahren wird, desto weniger KANN erfahren werden; und so wird die Sache zu einer physiologischen/psychologischen “Möhre auf einem Stecken”, die immer vor der Nase herumbaumelt und nie erreicht wird.

Doch selbst in solchen Situationen kommt der Punkt, wo der Körper dem Verlangen einfach nicht mehr standhalten kann und nichts mehr funktioniert. Wann dieser Punkt erreicht ist, hängt von vielen Faktoren ab. Ich bin mir sicher, dass ihr eine Vielzahl von Situationen in eurer Umgebung kennt, die zeigen, wie vielschichtig diese Szenarien ausgelebt werden können.

Eine weitere körpereigene “fühlt sich gut an” – Chemikalie ist Serotonin. Die Antidepressiva Prozac und Zoloft blocken die Wiederaufnahme von Serotonin und verursachen, dass das Gehirn und der Körper von Serotonin überschwemmt werden. Die Menschen sind dann glücklich, weil das Serotonin das “Do-it-again” – Zentrum erhellt wie eine Leuchtreklame in Hollywood!

Anfang der 80er Jahre entdeckten Forscher eine Verbindung zwischen Serotonin und Ernährungskrankheiten. …Richard und Judith Wurtman vom Massachusetts Institute of Technologie hatten das Serotonin bereits mit Essstörungen in Verbindung gebracht. Sie stellten die Theorie auf, dass aufgenommene Stärke in Zucker umgewandelt wird, Zucker das Pankreas stimuliert, um Insulin auszuschütten, Insulin die Aminosäure Tryptophan im Gehirn steigert, Tryptophan eine Vorstufe des Serotonin ist und das Serotonin die Stimmung reguliert und ein Gefühl des Wohlbefindens erzeugt. Deshalb laden sich fettleibige Menschen mit Kohlenhydraten voll, um ihre Stimmung zu heben.

Nach den amerikanischen “National Institutes of Health” und den “Centers for Disease Control” sind mehr als 30% der Amerikaner über 20% oder mehr übergewichtig. Ein Drittel der Frauen und mehr als ein Viertel der Männer versuchen abzunehmen. Dafür haben sie gute Gründe: Fettleibigkeit wird in unserer Gesellschaft stark stigmatisiert. Die Gesundheitsrisiken moderaten Übergewichts werden maßlos übertrieben (Lebensgefahr besteht solange nicht, bis mehr als 40% Übergewicht erreicht sind, sagen die Versicherungen), doch es besteht ein definitives soziales Nein – nein, man darf nicht fett sein.

“Anorexie und Bulimie sind psychische Krankheiten, deren grundlegende Symptomatik als gnadenloses Streben nach Dünnheit beschrieben wurde. Diese beiden Krankheiten sind völlig unterschiedlich, obgleich es beträchtliche Überschneidungen gibt; ungefähr 50% der Magersüchtigen “fressen” und “erbrechen” wieder. Beide Krankheiten treten hauptsächlich während der Pubertät und kurz danach auf, sie dauern lange, ziehen sich hin und sie stören die normale Entwicklung (soziale Reife, Trennung von der Familie und berufliche Entscheidungen).

In der psychiatrischen Literatur war Magersucht schon seit mehr als einem Jahrhundert bekannt, Bulimie jedoch kennt man erst seit 20 Jahren als klinisches Symptom. Die Behandlung der Patienten ist herausfordernd und schwierig. Tatsächlich scheint es, dass letztendlich jede Behandlung Dünnheit hervorrufen muss, um effektiv zu sein. Anders gesagt kann ein Bulimiekranker erst dann von Bulimie “geheilt” werden, wenn er dünn wird, ohne sich dabei übergeben zu müssen. Wenn ein Magersüchtiger dünn werden kann, ohne zu hungern, kann er von seiner Anorexie geheilt werden.

Der typische Anorexie- oder Bulimiepatient ist weiblich, jung, Single, stammt aus einer mittleren bis gehobenen sozioökonomischen Schicht und zeigte zuvor Tendenzen zu Fettleibigkeit. Depressive und zwanghafte Symptome stehen an der Tagesordnung, genauso wie starke familiäre Neigungen zu Gemütskrankheiten. Depressionen werden oftmals dem Hungern zugeschrieben, was dieselben psychologischen Profile erzeugen kann, wie sie in sanften bis mittleren Depressionen beobachtet wurden. Eine wirklich starke Depression jedoch (entweder vor oder nach der Abmagerung) kommt bei Magersüchtigen weit häufiger vor als bei der übrigen Bevölkerung. Obwohl Anorexie und Bulimie häufiger bei Frauen als bei Männern vorkommt, sind auch Männer davon betroffen. Sharp et al. beschrieben die klinischen Merkmale von 24 magersüchtigen Männern. Völlerei und sich übergeben war üblich (50%, derselbe Wert wie bei Frauen). Ebenfalls bemerkenswert häufig waren ein depressives Gemüt, frühes Aufwachen, zwanghafte Symptome und eine Familiengeschichte mit Gemütskrankheiten und Alkoholmissbrauch. Das Alter des Krankheitsausbruchs (18,6) und der Beendigung der Krankheit (20,2) lag im Durchschnitt höher als bei Frauen. Die Männer waren hauptsächlich alleinstehend, stammten aus gehobenen Schichten und hatten eine prämorbide Tendenz zu Fettleibigkeit. Ein Missbrauch von Abführmittel kam bei Männern weniger häufig vor als bei Frauen, übermäßiges Körpertraining wurde jedoch häufiger betrieben.”

[Sharp et al. Int. Eating Disorders. 1994; 15: 125-134]

Und, wie sich herausstellte, schien eine Erhöhung des “Serotoninbades” im Gehirn, indem die Wiederaufnahme der Serotoninhemmer reguliert wurde, bei der Kontrolle der Bulimiesymptome zu helfen. Eine Steigerung des Serotonin im Gehirn schien auch eine Verbesserung der Depressionen, des Verlangens nach Kohlehydraten und der pathologischen Essgewohnheiten zu bewirken. Das einzige Problem dabei ist, dass diese Wiederaufnahmehemmer sowohl bei Herzklappenproblemen als auch bei Lungenhochdruck eine schwerwiegende Rolle spielen.

Prozac ist ein Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, das viele Nebenwirkungen hat: Übelkeit, Kopfschmerzen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Benommenheit, Durchfall, Gewichtsverlust, Schwindelgefühle und Angstzustände. Es verursacht auch eine Nebenwirkung, über die wir einen Augenblick nachdenken müssen, nachdem wir uns über die Reduktion der Dopaminrezeptoren bei wiederholtem Drogenmissbrauch informiert haben. Ihr müsst wissen, dass eine der Nebenwirkungen von Prozac die Unfähigkeit ist, einen Orgasmus zu bekommen.

“Ecstasy” ist der gebräuchliche Name für eine Straßendroge, deren wirkliche Name MethyleneDioxyMethAmphetamine ist, oder kurz MDMA. Ecstasy stimuliert das zentrale Nervensystem und wirkt, so nimmt man an, indem es Serotonin und Dopamin massiv verstärkt.

Die Wirkungen von Ecstasy können sein: gesteigertes Selbstvertrauen, Wohlbefinden, Nähegefühle zu den Mitmenschen; erhöhter Blutdruck, erhöhte Körpertemperatur, erhöhter Pulsschlag, Kieferkrämpfe, Zähneknirschen, Schwitzen, Dehydration, Übelkeit und Angstzustände. Eine höhere Dosierung von Ecstasy kann Halluzinationen, irrationale Verhaltensweisen, Erbrechen und Krämpfe hervorrufen.

Da wir nun bereits wissen, dass die Verwendung solcher Drogen unsere Dopamin- und möglicherweise auch unsere Serotoninrezeptoren verringert, ist es nicht überraschend, dass Ecstasy auch “Toleranz” produziert.

Ecstasy ist als die “Liebesdroge” bekannt und üblicherweise fühlt der User Wärme und Liebe, sogar für Menschen, die er überhaupt nicht kennt. Ecstasy kann auch die sexuelle Sehnsucht steigern und die sexuelle Erfahrung intensivieren, genauso wie sie eine Herabsetzung der Hemmschwelle hervorruft. Laborversuche mit Tieren haben ergeben, dass, auf lange Sicht gesehen, die Möglichkeit von Gehirnschäden besteht. Dies aufgrund der Reduktion der Dopamin- und Serotoninrezeptoren, und aufgrund des daraus resultierenden Versagens des Gehirns, überhaupt Serotonin zu produzieren!

Wir sind nun, sozusagen im Kreis herum, zur Tatsache gekommen, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass unsere Süchte nach unseren eigenen Chemikalien letztendlich zur einer permanenten Unfähigkeit führen können, überhaupt Freude irgendwelcher Art zu verspüren. Und wir alle wissen, dass, wenn wir älter werden, unsere Fähigkeit, von einfachen Dingen “amüsiert” zu werden, verschwindet.

Ich bin bei der Betrachtung des aktuellen Schwalls an Werbungen für “sexuelle Stimulanzpräparate”, die versprechen, “das Liebesglück wieder erleben zu lassen”, zwischen Schock und Amüsement hin und her gerissen. Das lustigste Präparat heißt “Top Gun”, glaube ich. Doch das Problem, das es anspricht, ist nicht lustig. Es hat den Anschein, dass in unserer sexuell freizügigen Gesellschaft, in der seit 20 oder 30 Jahren jedermann das Recht für sich in Anspruch nimmt, “seine natürlichen Rechte auszuüben”, also mehr Orgasmen, bessere Orgasmen, ausgedehnte, multiple und wiederholte Orgasmen, usw. zu haben, die Wurzel des Problems liegen könnte, wenn so viele Orgasmen von so vielen Menschen auf einmal erreicht werden.

Im Endeffekt ist es so: Wenn es sich gut anfühlt, wirst du es wieder wollen, und wieder und wieder und wieder; und besser und mehr. Und wenn du das machst, wirst du immer weniger in der Lage sein, es überhaupt zu tun, und immer weniger und weniger; und am Ende wird das Ungleichgewicht zu immer mehr Schmerzen führen, zu Leid und zu Unzulänglichkeiten. Und wir wissen, was das bedeutet: Mittagessen!

Nun ist Nikotin die interessanteste Droge. Nikotin imitiert einen der bedeutendsten Neurotransmitter des Körpers, das Acetylcholin. Dieser Neurotransmitter wird meist mit der Wahrnehmung im zerebralen Kortex in Verbindung gebracht. Acetylcholin ist der Hauptträger von Gedanken und Erinnerungen im Gehirn. Es ist notwendig, eine passende Menge von Acetylcholin zu besitzen, um neue Erinnerungen zu speichern oder um alte abzurufen.

Machen wir nun einen kleinen Zwischenstopp. Ich habe im Internet nach Informationen über Acetylcholin gesucht. Die Ergebnisse waren überraschend positiv, wie ihr in den folgenden Auszügen sehen werdet:

“Acetyl-L-Carnitin (ACL) ist als biologisch aktive Aminosäure am Transport der Fettsäuren in die Mitochondrien zur Energiegewinnung beteiligt. Acetyl-L-Carnitin ist der Ester der Aminosäure L-Carnitin… Wie Carnitin wird ACL natürlich im Körper produziert. Auch in manchen Nahrungsmitteln kommt es in kleinen Mengen vor.

…Die Forschung hat in den letzten Jahren das ACL von seiner irgendwie mondänen Rolle bei der Energieproduktion zu einem kognitiven Ernährungszusatz und außergewöhnlichen neuroprotektiven Stoff erhoben. Und wirklich, wenn man die Sache in vollem Umfang betrachtet, ist ACL zu einem der wesentlichsten “Anti-Aging” Inhaltsstoffe in der wissenschaftlichen Forschung geworden, besonders in Bezug auf das Gehirn und den altersbedingten Abbau des Nervensystems.

ACL kommt in verschiedenen Konzentrationen im Gehirn vor und wird mit zunehmendem Alter bedeutend geringer. In einer Vielzahl von Tierversuchen zeigte sich, dass eine Verabreichung von ACL nicht nur kognitive Veränderungen verbessert, was eine bemerkenswert Wirkung ist, sondern auch morphologische (strukturelle) und neurochemische Veränderungen bewirkt.

…ACL hat auf cholinergische Aktivitäten verschiedene Auswirkungen. Dazu gehört auch die Förderung der Ausschüttung von Acetylcholin und seiner Entstehung. Darüber hinaus unterstützt ACL hochgradig die Aufnahme von Cholin, das mit zunehmendem Alter bedeutend abnimmt. Während diese cholinergischen Auswirkungen erstmals vor einem Vierteljahrhundert entdeckt wurden, so scheint es, dass dies nur die Spitze des ACL-Eisberges war.”

[Gissen, VRPs Nutritional News, März 1995]

Es stellte sich heraus, dass Alzheimersche Krankheit, die in unseren Breiten eine veritable Epidemie ist, direkt mit niedrigen Acetylcolinwerten in Zusammenhang steht. Bei Alzheimer ergeben die Neuronen, die für die Degeneration des Acetylcholins verantwortlich sind, den Verlust des Gedächtnisses. Bei manchen Alzheimer-Patienten kann das eine Verminderung von 90% ausmachen! Doch zieht irgendjemand Rauchen und Gehirntraining als eine Möglichkeit, die Krankheit zu heilen in Erwägung?

Sicher nicht.

Ein weiterer kleiner Puzzlestein findet sich in der Dissertation von Galen Knight. Da steht:

“Thyrotropion ist der wichtigste einzelne Regulator der Schilddrüsenfunktionen. Jedoch werden manche seiner Auswirkungen von Neurotransmittern, Acetylcholinen und Katecholaminen imitiert…”

Und das zeigt uns, dass eine Schilddrüsenunterfunktion teilweise von Nikotin verbessert werden kann, wie es uns die Cassiopaeaner so oft schon mitgeteilt haben!

Der nächste Auszug ist der Interessanteste. Er stammt aus einem Papier von einem bioelektromagnetischen Forschungslabor, das bei einem Workshop über mögliche Auswirkungen elektromagnetischer Hochfrequenzstrahlungen auf Biologie und Gesundheit erstmals präsentiert wurde. Dieser Workshop wurde an der Universität von Washington, Abteilung Biotechnik, abgehalten. Danach stellte man das Papier im Oktober 1998 bei einem Symposium mit dem Titel “Mobiltelefone und Gesundheit” auf der Universität in Wien, Österreich, vor. Es ging dabei um die Auswirkungen von Mobiltelefonen und um die Benützung von Mobiltelefonen, Pagern und ähnlichen Geräten:

”…Wir unternahmen eine Reihe von Experimenten, um die Auswirkungen von Hochfrequenzstrahlung auf die Neurotransmitter in Rattengehirnen zu untersuchen. Unser Hauptinteresse galt dabei den Neurotransmitter Acetylcholin, eine im Gehirn allgegenwärtige chemische Substanz, die eine Vielzahl von physiologischen Aufgaben und Verhaltensfunktionen hat.

Wir fanden heraus, dass eine 45minütige Hochfrequenzbestrahlung die Aktivität des Acetylcholin in den verschiedenen Bereichen des Rattengehirns zurückgehen ließ, ganz besonders im frontalen Kortex und im Hippocampus. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Reaktion von der Dauer der Bestrahlung abhängig war. Eine kürzere Bestrahlungszeit (20 Minuten) steigerte sogar die Aktivität leicht. Die verschiedenen Gehirnbereiche reagieren in Bezug auf eine Bestrahlung mit Hochfrequenzstrahlen unterschiedlich empfindlich, was von den cholinergischen Reaktionen abhängt [Lai et al., 1987b, 1988b, 1989a,b].

Darüber hinaus kann eine wiederholte Bestrahlung zu langandauernden Veränderungen im System führen: Die Anzahl der Acetylcholinrezeptoren wird je nach wiederholter hochfrequenter Bestrahlungsdauer zwischen 45 und 20 Minuten verringert oder gesteigert. [Lai, et al., 1989a].

Veränderungen bei Acetylcholinrezeptoren werden im Allgemeinen als Ausgleichsreaktion auf wiederholte Störungen der Acetylcholinaktivitäten im Gehirn betrachtet. Solche Veränderungen ändern die Reaktionscharakteristik des Nervensystems. Andere Studien zeigen auch, dass auch endogene Opioide bei den Auswirkungen von Hochfrequenzstrahlung auf das Acetylcholin beteiligt sind [Lai et al., 1986b, 1991, 1992b, 1996].

Da das Acetylcholin im frontalen Kortex und im Hippocampus bei Lern- und Erinnerungsfunktionen eine Rolle spielt, führten wir Experimente durch, um zu erforschen, ob ein Ausgesetztsein hochfrequenter Strahlung diese Verhaltensfunktionen bei Ratten beeinflussen. Wir untersuchten zwei Erinnerungsfunktionen: das räumliche “Arbeits-“ und das “Bezugs-“ Gedächtnis.

Man weiß, dass das Acetylcholin im Gehirn, besonders im Hippocampus, eine wichtige Rolle bei diesen Verhaltensfunktionen spielt. Im ersten Experiment wurde das “Arbeitsgedächtnis” (Kurzzeitgedächtnis) studiert, indem ein “Auslegerlabyrinth” benutzt wurde. Dieser Test ist sehr leicht zu verstehen. Stellen Sie sich vor, Sie kaufen in einem Gemischtwarenladen ein und haben eine Liste von Dingen im Kopf, die Sie kaufen wollen. Wie Sie bei der Kasse stehen, bemerken Sie, dass Sie ein Hühnchen oben und ein Hühnchen unten im Einkaufswagen liegen haben. Sie haben vergessen, dass Sie zu Beginn Ihres Einkaufs schon ein Hühnchen in den Einkaufswagen gelegt haben und haben am Ende noch eines hineingelegt. Das ist ein Fehler im Kurzzeitgedächtnis. Dieser Fehler kommt heutzutage im täglichen Leben sehr häufig vor und wird normalerweise nicht als pathologisches Problem erachtet. Schon eine kleine Ablenkung oder kurze fehlende Aufmerksamkeit kann das Kurzzeitgedächtnis beeinflussen.

Diese Analogie liegt dem beschriebenen Experiment sehr nahe. Das Labyrinth besteht aus einem runden zentralen Kern und aus Auslegern, die wie Arme, oder wie Speichen eines Rades vom Zentrum ausgehen. Die Ratten dürfen am Ende eines jeden Armes Futter aufnehmen. Unser Labyrinth bestand aus 12 Auslegern, und jede Ratte durfte in jeder Testreihe 12-mal die Ausleger betreten. Zweimal in denselben Ausleger zu gehen, wird als Erinnerungsdefizit betrachtet. Die Ergebnisse unseres Experimentes zeigten, dass Ratten, die einer Hochfrequenzstrahlung ausgesetzt waren, signifikant häufiger einen bereits benutzten Ausleger wählten, als normale Ratten. [Lai et al., 1994]

Es ist, als ob man zwei Hühnchen, drei Schachteln Salz und zwei Kartoffelsäcke in seinem Einkaufswagen findet.

In einem weiteren Experiment studierten wir die Auswirkungen auf das “Bezugsgedächtnis” (Langzeitgedächtnis). Als Testumgebung diente uns ein Wasserlabyrinth. In diesem Test muss eine Ratte eine in einem runden Becken unter Wasser liegende Plattform lokalisieren. Die Ratte wird ins Becken gelassen und die Zeit, die sie benötigt, um auf die Plattform zu gelangen, wird gemessen. Zuvor wurden die Ratten mittels verschiedener Übungen darauf trainiert, die Lage der Plattform zu kennen. Die Lerngeschwindigkeit der hochfrequent bestrahlen Ratten war langsamer, doch schließlich fanden sie die Plattform fast gleich schnell wie die normalen (unbestrahlten) Ratten. Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nachdem die Ratten gelernt hatten, die Plattform zu finden, wurde in einem letzten Test die Plattform entfernt und die Ratten wurden nacheinander in das Becken gelassen. Wir beobachteten, dass die unbestrahlten Ratten kreisförmig um die Stelle schwammen, wo sich zuvor die Plattform befunden hatte, während die bestrahlen Ratten wahllos irgendwohin schwammen.

Um dies zu verstehen, wollen wir eine weitere Analogie strapazieren. Wenn ich von der Westküste der Vereinigten Staaten nach Australien segeln will, kann ich lernen, eine Karte zu lesen und Instrumente benutzen, um meine Position festzustellen, den Breiten- und Längengrad, usw. Es gibt jedoch einen offensichtlich einfacheren Weg: ich segle immer südwestwärts. Doch stellen Sie sich vor, ich segle und verfehle Australien. Im ersten Fall, wenn ich Karten und Instrumente benutze, würde ich dort weitersegeln, wo ich Australien vermute und hoffen, dass ich bald Land sehen werde. Im zweiten Fall, wenn ich immer nur in Richtung Südwesten segle und Australien verfehle, würde ich nicht wissen, was ich tun soll. Und sehr bald würde ich mich bei einer unbeabsichtigten Weltumsegelung wieder finden.

Deshalb scheint es, dass die unbestrahlten Ratten gelernt hatten, die Plattform zu lokalisieren, indem sie Hinweise in ihrer Umgebung benutzt hatten, während die bestrahlten Ratten eine andere Strategie benutzten. (Vielleicht etwas ähnliches wie “Praxiserfahrung”, d.h. das Lernen einer bestimmten Bewegungsabfolge, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Das ist weniger flexibel und benötigt keine cholinergischen Systeme im Gehirn.)

Deshalb kann eine Bestrahlung mit Hochfrequenzstrahlen die Strategie des Verhaltens eines Tieres, das versucht sich in seiner Umgebung zurechtzufinden, völlig verändern.

…Das Bedeutende daran ist, dass die Auswirkungen einige Zeit nach der Bestrahlung mit Hochfrequenzstrahlen nachwirken. Wenn ich ein Buch lese und dabei einen Telefonanruf bekomme, dann spielt es wahrscheinlich keine Rolle, ob ich mich daran erinnern kann, was ich soeben gelesen habe. Die Konsequenzen könnten jedoch weitaus gravierender sein, wenn ich ein Flugzeugmechaniker bin, der für das Anbringen von Schrauben und Nieten auf Flugzeugteile verantwortlich ist. Ein Telefonanruf mitten während meiner Arbeit kann mich dazu bringen zu vergessen, die eine oder andere Schraube anzubringen. Noch ein ungünstiges Beispiel für ein Defizit im Kurzzeitgedächtnis: Man könnte eine Überdosis an Medikamenten zu sich nehmen, weil man vergessen hat, dass man seine Medizin bereits eingenommen hat.

Ich möchte zum Schluss kurz die Experimente beschreiben, die wir durchgeführt haben, um die Auswirkungen von Hochfrequenzstrahlung auf die DNS in den Gehirnzellen von Ratten zu untersuchen. Wir [Lai und Singh 1995, 1996; Lai et al. 1997] fanden in Gehirnzellen von Ratten, die einer Hochfrequenzstrahlung ausgesetzt waren, eine Zunahme von Brüchen in sowohl einem als auch beiden Strängen und zwei Formen von DNS-Schädigungen. DNS-Schädigungen in Zellen könnten wesentliche Folgen für die Gesundheit haben, da siekumulativ sind. Normalerweise kann die DNS sich selbst ausreichend reparieren. Mittels eines homeostatischen Mechanismus erhalten die Zellen eine sensible Balance zwischen von außen kommenden und selbstverursachten DNS-Schäden. Wenn diese Balance verändert wird, kumulieren die DNS Schäden. Die meisten Zellen besitzen eine beträchtliche Fähigkeit, Brüche in den DNS Strängen zu reparieren; manche Zellen können zum Beispiel 200.000 Brüche in einer Stunde reparieren. Nervenzellen haben jedoch nur geringe Fähigkeiten, die DNS zu reparieren, und so könnten die DNS Brüche kumulieren. Deshalb könnten die Auswirkungen von Hochfrequenzstrahlungen auf die DNS bei Nervenzellen beträchtlich höher sein, als bei anderen Zellarten im Körper.

Kumulative Schäden der DNS können im Gegenzug wiederum die Zellfunktionen beeinflussen. DNS-Schäden, die sich in den Zellen über eine Zeitspanne kumulieren, können die Ursache von langsam ausbrechenden Krankheiten wie Krebs sein. Auch während des Älterwerdens zeigen sich kumulative DNS-Schäden. Besonders bei neurodegenerativen Krankheiten, wie Alzheimer, Parkinson oder Veitstanz wird eine kumulative Schädigung der DNS angenommen.

Da sich Nervenzellen nicht teilen und nur sehr unwahrscheinlich krebsartig werden, sind die wahrscheinlicheren Konsequenzen von DNS Schädigungen in Nervenzellen Veränderungen in der Funktion und der Zelltod, was zu einer Entwicklung von neurodegenerativen Krankheiten führen, oder diese beschleunigen könnte. Es ist bekannt, dass Brüche in den Doppelsträngen, wenn sie nicht richtig repariert werden, zum Zelltod führen. Und tatsächlich haben wir eine Zunahme von Apoptosis (programmierter Zelltod) in den Zellen beobachtet, die einer Hochfrequenzstrahlung ausgesetzt waren.(unveröffentlichtes Ergebnis)

Eine weitere Art von Gehirnzellen jedoch, die Gliazellen, können als Resultat von DNS-Schädigungen krebsig werden. Diese Art der Reaktion, d.h. Gentoxizität bei geringen und mittleren Dosen, und Zelltod bei hohen Dosen führen zu einer umgekehrten Reaktionsfunktion bei der Entstehung von Krebs und könnten die aktuellen Berichte über die Zunahme [Rapancholi et al., 1997], Abnahme [Adey et al., 1996] und neutrale Auswirkungen [Adey et al., 1996] auf die Krebsrate bei Tieren, die einer hochfrequenten Strahlung ausgesetzt waren, erklären.

Es ist verständlicherweise sehr schwierig zu beurteilen und zu definieren, was geringe, mittlere und hohe kumulative Dosierungen bei einem Ausgesetztsein hochfrequenter Strahlung ausmachen, da die Umstände des Ausgesetztseins in allen realen Lebenssituationen so variabel und komplex sind.

Interessanterweise kann ein durch Hochfrequenzstrahlungen verursachter Bruch der einfachen und doppelten DNS-Stränge bei Ratten blockiert werden, wenn die Ratten mit Melatonin behandelt werden. …[Lai und Singh, 1997] Da dies ein wirkungsvoller Fänger freier Radikaler ist, deuten diese Daten an, dass freie Radikale bei der genetischen Auswirkung von Hochfrequenzstrahlungen eine Rolle spielen.” [Lai und Singh, 1998]

Tja, ist das nicht Spitzenklasse?

Was sagten die Cassiopaeaner über die Verwendung von Mobiltelefonen und Sendemasten?

F: (L) Könnt ihr mir die ungefähre Anzahl von Außerirdischen nennen, die im Moment mit, auf, oder unter unserem Planeten interagieren?

A: Außerirdische? Was ist ein Außerirdischer?

F: (L) Na gut. Nun, nichtmenschliche Wesen. Nicht von dieser Erde. Extrairdische, Ultrairdische und so weiter.

A: Diese Basen neutralisierten ihre Bewohner. Anomalien treten so häufig auf, weil die Basen dort liegen, wo sie gewählt wurden zu sein, wie auch andere Faktoren. Magnetische Fehler und deren inhärente Portale, weißt du!

F: (L) Hier (Quelle aus dem Internet) glaubt man, dass es eine eher geringe Anzahl von Aliens gibt und dass die Menschen sich zusammentun und dieser Bedrohung widerstehen sollten, denn wir sind viel mehr. Ist das so korrekt?

A: Darum geht es nicht. Die Frage der Stunde lautet: Was ist das Motiv? Baue ein Haus Schritt für Schritt, und wenn es fertig ist, kannst du in der Nachbarschaft spazieren und raus aus dem Motel.

F: (L) Du meine Güte. Da hängt also ein Haufen Aliens in Motels herum und wartet darauf, dass ihr Haus fertig gebaut ist. Das klingt nicht gut.

A: Viele von euch wurden in der letzten Zeit von der “Datenautobahn” und der damit einher gehenden Computer-Hardware in den Bann gezogen. Mensch, wir fragen uns warum?

F: (L) Nun, ihr habt gesagt, dass wir netzwerken sollen. Wir arbeiteten wie verrückt zusammen, gruben Informationen aus, lasen und verglichen sie. Ja es stimmt, da sind Tonnen von Müll da draußen, aber wenn wir nicht fragen, wie sollen wir dann etwas wissen?

A: Es ging darum: Wer manipuliert euch? Nicht euch im speziellen, sondern die Menschen? So viele Kinder und Junggebliebene sind von den Techno-Sinnesspielzeugen wie vom Blitz getroffen. Diese Mobiltelefone, Pager und diese Spielzeugcomputer, die ihr so gerne zu Weihnachten schenkt… Die sind ja so cool!

F: (L) Also was wollt ihr uns über diese Technospielzeuge sagen?

A: Denk nach.

F: (L) Gebt mir einen Tipp.

A: Verwirrte gelbhirnige Kinder.

F: (L) Sagt ihr damit, dass Handys und Pager und die Technospielzeuge unter dem Christbaum solche Auswirkungen auf die Kids haben, dass ihre Hirne gelb werden?

A: Symbolisch. Diese ganze Technologie stellt eine Schöne Neue Welt dar. Wie Huxley sagte: Wehe denen, die dazu gebracht wurden, Ihr Gehirn zu essen.

F: (L) Meine Kinder haben auch Handys. Sind Handys besonders…

A: Woraus glaubst du, besteht so ein Signal?

F: (L) Keine Ahnung. Woraus besteht so ein Signal?

A: Mikrowellen.

F: (L) Und was machen Mikrowellen mit den Menschen?

A: Sie formen die Struktur der Gehirnzellen.

F: (L) Strahlen Handys immer ein Signal aus, oder nur wenn sie benutzt werden?

A: Wellenverlauf geht von unten nach oben.

F: (L) Nun, das ist nicht gut. Wie nah muss so ein Mobiltelefon sein, damit es diese Auswirkung hat?

A: Vier Meter. Fernseher und Pager auch. Und auch Computerbildschirme können auf diese Weise für eine Übertragung verwendet werden.

F: (L) Wenn ihr sagt, “sie formen die Struktur der Gehirnzellen”, was sind dann die Auswirkungen oder Resultate davon?

A: Eine immer enger werdende Weltsicht und die Unfähigkeit zu differenziertem Denken.

F: (L) Verwirrung?

A: Nein. Einfach nur das Fehlen von Tiefe und Weite der mentalen und psychischen Fähigkeiten.

F: (L) Also, zu den Pagern… ihr habt gesagt, dass sie eine Strahlung abstrahlen, die bei einer Entfernung von bis vier Metern schädlich sein kann. So weit ich das verstehe, sind Pager nur Empfangsgeräte, also passiv. Sie strahlen gar nichts aus. Wie kann ein Pager dann schädlich sein?

A: Mikrowellen – “Abpralleffekt.”

F: (A) Sie prallen also vom Empfänger ab… Ich verstehe.

A: Ist bei Handys dasselbe.

F: (L) Gibt es irgendein Gerät, das man kaufen kann oder das wir bauen könnten, das ein blockierendes Signal sendet?

A: Wissen schützt.

Und genau hier und jetzt lernen wir, wie wahr dieser Satz in nahezu jedem Sinne des Wortes ist! Machen wir also weiter.

“Am Laboratorium für Neurochemie am Neurologischen Institut in Barrow befasst man sich hauptsächlich mit Molekülen, die mit solchen Signalgebern, genannt nikotinische Acetylcholinrezeptoren (nAChR), kritisch im Zusammenhang stehen. Nikotinische Acetylcholinrezeptoren agieren im gesamten Gehirn und im Körper als “molekulare Schalter”, um Nervenzellenschaltkreise, die an lebenswichtigen Funktionen beteiligt sind, zu verbinden. Diese Funktionen reichen von Vorstellungsvermögen bis hin zur Kontrolle des Herzschlags und der Muskelbewegungen.

“Defekte in den nikotinischen Acetylcholinrezeptoren, oder deren Verlust, verursachen Krankheiten wie Myasthenia Gravis oder Epilepsie und können auch zu Alzheimer, Parkinson und Schizophrenie beitragen.

Nikotinische Acetylcholinrezeptoren sind zufällig auch die Hauptziele des Nikotins im Tabak. …Nikotinartige Medikamente zeigen bei der Behandlung von ADS/ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom – Hyperaktivität) und bei Tourette Syndrom vielversprechende Ergebnisse. Auch bei Angstzuständen, Schmerz und Depression verhilft die Anwendung von nAChR zu einer Linderung.

…Wir haben gezeigt, dass die Anzahl und die Funktionen diverser nAChR Subtypen von vielen biologisch aktiven Substanzen beeinflusst werden können. Das reicht von Steroiden bis zu lokalen Anästhetika und zu Mitteln, die auf die extrazelluläre Grundsubstanz, das Zellskelett, wirken, auf die Signalgebung sekundärer Botenstoffe und auf den Nukleus. Wir haben auch gezeigt, dass eine chronische Einwirkung von Nikotin eine numerische Hochregulation vieler verschiedener nAChR Subtypen, über einen post-transkriptionalen Prozess, der von Auswirkungen auf intrazelluläre Pools von Rezeptoren oder deren Präkursor dominiert wird, zur Folge hat.

Unsere Hypothese, dass eine chronische Nikotineinwirkung, wie sie beim Gebrauch von Tabakprodukten üblich ist, nAChR unwirksam macht und für die Nervenzellenschaltkreise förderlich ist und dabei zu langanhaltenden Veränderungen der Gehirn- und Körperfunktionen beiträgt, wird derzeit in einigen Studien geprüft.”

[Lukas, 1999]

Nun bemerkt in dem obenstehenden Bericht wir geschickt die Autoren waren, als sie sagten, dass “Nikotin eine numerische….” Übersetzt in die Umgangssprache bedeutet das, dass “es die Anzahl der Rezeptoren steigert” und auch, dass es die Menge an Acetylcholin erhöht. Doch natürlich würde die American Medical Association es keinesfalls gestatten, wenn sie nicht hinzugefügt hätten, dass sie eine Hypothese haben, und zwar die, dass der Gebrauch von Tabakprodukten… Acetylcholin unwirksam macht.” Es kümmert sie nicht, dass sie am Anfang Nikotin als therapeutische Droge für genau die Probleme angepriesen haben, die heutzutage fast schon epidemische Ausmaße angenommen haben.

Sagen wir es nochmals: Forschungen zeigen, dass täglicher Nikotinkonsum tatsächlich die Anzahl der Acetylcholinrezeptoren STEIGERT, und das bis zu 40%. Manche Forscher, so wie der oben zitierte, fegen diese Erkenntnis einfach vom Tisch indem sie sagen, dass “ungeachtet dessen, ihre Funktion eingeschränkt wird.” Doch das beruht auf keiner empirischen Beobachtung. Die meisten Raucher kommen zu einem Punkt, wo sie nicht immer mehr und mehr benötigen, um befriedigt zu sein.

Wie wirkt nun Nikotin?

“Es gibt zwei Haupttypen (oder Klassen) von Acetylcholinrezeptoren im Körper. Sie sind im Allgemeinen nach den Drogen benannt, die mit ihnen binden: Nikotin und Muskarin. Muskarin Acetylcholinrezeptoren (mAChR) können Muskarin und auch Acetylcholin binden. Sie wirken, indem sie den Stoffwechsel verändern…

Das Acetylcholin wirkt auf die Acetylcholinrezeptoren, indem es einen Kanal in die Zellmembran öffnet. Die Öffnung eines solchen Kanals erlaubt bestimmten Ionen (geladene Atome), in die Zelle oder aus ihr heraus zu fließen. …Wenn Ionen fließen, entsteht elektrischer Strom, und dies gilt auch für das Nervensystem. Der Fluss der Ionen, oder das Vorbeifließen des Stroms, kann andere Dinge verursachen, und normalerweise sind diese “Dinge” bei der Öffnung anderer Arten von Kanälen und dem Weitergeben von Informationen von einem Neuron zum nächsten beteiligt.

Nikotinische Acetylcholinrezeptoren kommen im ganzen Körper vor, ihre höchste Konzentration haben sie jedoch im Nervensystem (dem Gehirn, dem Rückgrat und den übrigen Nervenzellen im Körper) und in dem Muskeln (bei Wirbeltieren).

Wir behaupten, dass an den Rezeptoren Nikotin wie Acetylcholin wirkt, um sie zu aktivieren, beide Substanzen werden Agonisten genannt. Die gegenteilige Art von Drogen, etwas, das an die Rezeptoren bindet und ihnen nicht erlaubt, aktiviert zu werden, wird Antagonist genannt.

… Wenn eine Substanz in den Körper eintritt, welche die Bindung des Acetycholins an den nikotinischen Acetylcholinrezeptoren stört, kann diese Chemikalie in relativ kurzer Zeit den Tod herbeiführen (da man um beispielsweise Atmen zu können, Muskeln verwendet). Eine Klasse von Chemikalien in Schlangengiften und anderen Giften, die Neurotoxine, tun genau das. Wenn man zum Beispiel von einem Krait oder einer Kobra gebissen wird und genügend Gift in das Blut gelangt, dann hat man ausreichend Neurotoxine im Körper und das Zwerchfell, ohne dem man nicht atmen kann, hört auf zu funktionieren. Ohne die Muskelfunktion des Zwerchfells erstickt man.

Einer der Gründe, warum wir so viel über diese Rezeptoren wissen, stammt genau davon – Pflanzen und Menschen haben immer schon Substanzen genutzt, die langandauernde Lähmungen und Erstickung hervorrufen. Pflanzen nutzen sie, um nicht gefressen zu werden und Tiere, um ihre Beute zu lähmen. Zumindest eine menschliche neuromuskuläre Krankheit bezieht sich auf nAChR, und zwar Myastenia Gravis…

Wie man also sieht, sind nAChR besonders lebenswichtig. …Alle bekannten nikotinischen Rezeptoren haben eines gemeinsam. Sie bestehen aus 5 Protein Untereinheiten, die wie Fassdauben um eine zentrale Pore angeordnet sind.

…Wenn der Ligand (Acetylcholin oder Nikotin) an den Rezeptor bindet, bringt er den Rezeptorenkomplex dazu, sich zu drehen und die Pore in der Mitte zu öffnen.”

Pugh

Habt ihr nun, neben der Tatsache, dass Acetylcholin unsere magische Zahl 5 hat, bemerkt, dass hier gesagt wurde, dass “Tiere ähnliche Substanzen (Acetylcholin Antagonisten) benutzen, um ihre Beute zu lähmen”? Wir müssen uns die Frage stellen, ob die oft erwähnten Paralysezustände im Zusammenhang mit “Alieneingriffen” hier eine Verbindung haben.

Behaltet das Acetylcholin im Gedächtnis, denn wir werden darauf zurückkommen!

Kehren wir nun zum Alkohol zurück. Alkohol ist ein richtiger Angeber und kann mindestens vier Arten von Rezeptoren zum Narren halten. Er blockiert die Acetylcholinrezeptoren… Doch anders als das Nikotin, das auch an die Acetylcholinrezeptoren bindet, richtet Alkohol dort keine nützlichen Dinge an. Er sitzt dort einfach nur herum und blockiert die Fähigkeit zu denken. Alkohol wirkt auch wie Kokain, indem es die Dopamin Wiederaufnahme blockiert und das Gehirn mit “einem guten Gefühl” überschwemmt. Alkohol stimuliert die Freilassung von Endorphinen, ähnlich wie Morphium und Heroin, jedoch weitaus geringer, und er modifiziert und steigert die Effizienz der Serotoninrezeptoren.

Und all das in einem Gebräu! Mann, da möchte man ja fast sofort ein paar Bier trinken!

Und wenn du ab und zu nur ein paar Bier, oder ein Glas Wein zum Essen, oder einen Cocktail am Abend trinkst, dann wäre alles fein. Doch manche Menschen können so mit Alkohol nicht umgehen.

Im Allgemeinen vermeiden Säugetiere – ob Affen, Hunde oder Katzen – Alkohol. Wenn man sie vor die Wahl stellt, trinken sie lieber Wasser. Bei manchen Menschen gibt es genetische Verschiedenheiten, die zu einer Ablehnung von Alkohol führen. Wissenschaftler haben es jedoch geschafft, Ratten mit Lust auf Likör zu züchten. Ratten, die gerne mal einen trinken, produzieren auch interessanterweise abnormal niedrige Mengen an Serotonin. Und aktuelle Studien zeigen, dass Menschen, die Alkoholiker sind, genetisch weniger Dopaminrezeptoren aufweisen. Ein großer Prozentsatz der Raucher besitzt auch eine unübliche Kopie eines Gens genannt D2, das dafür verantwortlich ist, dass ihre Körper um ein Drittel weniger Dopaminrezeptoren produzieren. Sie bekommen ihren Kick durch das Acetylcholin. Behaltet das auch in Erinnerung.

Einfach “Nein” zu Drogen zu sagen wird demnach nicht funktionieren, wenn man deren Wirkungsweise in unseren Körpern bedenkt. Und noch wichtiger ist, dass diese Drogen nur deshalb wirken, weil sie natürliche Substanzen in unserem Körper imitieren, die denselben Geisteszustand hervorrufen. Dass Emotionen oder “Gefühle” so leicht chemisch irritiert werden können, sollte uns beim nächsten Mal, wenn wir sagen “ICH FÜHLE…”, zum Nachdenken anregen. Fühlst wirklich DU? Oder ist das Gefühl in dir durch irgendein Signal aus deiner Umgebung stimuliert? Und durch welches Signal dies geschieht, wie es programmiert wurde und wo es her kommen könnte, lässt unzählige Möglichkeiten offen.

Unsere Unfähigkeit unsere Gefühle zu kontrollieren ist genauso schwierig, wie “nein” zu Drogen zu sagen. Und das liegt nicht an Fehlern in der Persönlichkeit, sondern rein an der Stärke der Physiologie – am Bewusstsein des Räubers. Der Golfspieler John Daly war sogar bereit, drei Millionen Dollar für einen Drink zu bezahlen. Ein Cracksüchtiger, der schon 31 Mal eingesperrt worden war und wiederholt Geldstrafen bekommen hatte, sagte “wenn einmal der Zwang da ist, dann ist es egal, welche Strafen auf einen warten.”

In unserem Gehirn machen subtile Unterschiede uns mehr oder weniger für chemische Manipulationen anfällig. Die meisten Menschen werden keine 3 Millionen Dollar für einen Drink ausgeben und auch nicht bereit sein, einen Gefängnisaufenthalt zu riskieren, doch unser inneres Verlangen nach dem “Reparieren unserer Gefühle” lässt uns ihnen hilflos ausgeliefert sein.

Da unsere inneren Chemikalien benutzt werden, um den genetischen “Weg der Freude” zu stimulieren, kämpfen wir den Kampf mit uns selbst. Wenn unsere Neuronen die Euphorie eines Dopaminbades erfahren, ist unser Gehirn im Himmel. Dabei ist es egal, ob uns unser Verhalten zerstört oder uns zumindest wieder einen Tag voller Herzschmerzen und Trübsal in einer schlechten Beziehung beschert; oder einen Glauben, der uns unser Geld nimmt, uns Versprechen gibt und uns unfähig zurücklässt, mit der Realität fertig zu werden; wir werden wiederkommen und mehr wollen.

Wie können wir ein Verhalten beenden, dass die höchste Belohnung für unser Gehirn vorhält?

Der Neurowissenschaftler Dr. Joseph LeDoux, Professor am Zentrum für Neurowissenschaft an der Universität von New York, untersuchte die Weise, wie das Gehirn unsere Erfahrungen und unsere Erinnerungen formt. Seine Studien zeigen die Tätigkeiten der Gefühle im Allgemeinen. Er entdeckte die vielen neuronalen “Überbrückungen” der Teile des Gehirns, in denen das höhere Denken liegt.

Die Gehirnmechanismen, die einen bestimmten mentalen Zustand erzeugen, oder das, was wir aus praktischen Gründen Emotionen nennen, erzeugen auch bestimmte messbare physiologische Zustände, so wie Pulsfrequenzen oder Hirnwellen und auch beobachtbare Verhaltensweisen wie Davonlaufen oder Lächeln. Im Gegensatz dazu sind “Gefühle” eine bewusste, subjektive Benennung des individuellen Zustandes. Jemand mag sagen “ich bin aufgeregt” und jemand anderer mag sagen “ich habe Angst”, und doch haben beide dieselben physiologischen Symptome und charakteristischen Hirnwellen. Wen man also versucht, hier rückwärts zu arbeiten, so ist das problematisch. Dr. LeDoux schreibt:

“Angst ist überall vorhanden. …Angst ist eine Emotion, die sich sehr gut eignet studiert zu werden, denn sie liegt vielen psychischen Krankheiten zugrunde. Die sogenannten Angststörungen – Panikattacken, Zwangsneurosen, posttraumatische Belastungsstörungen – machen etwa die Hälfte aller psychischen Verfassungen aus, die jährlich behandelt werden, Drogenmissbrauch ausgeschlossen.

…Das Hirnsystem, das Angstzustände erzeugt entwickelte sich, um Tieren das Überleben zu sichern. Es hat sich über Millionen von Jahren über eine Vielzahl von Arten hinweg erhalten. Die Art und Weise wie wir handeln, wenn wir uns fürchten – die Weise, wie der Körper reagiert – ist sehr ähnlich der Weise, wie Tiere agieren, wenn sie Angst haben, auch wenn beide nicht auf dieselben Dinge reagieren. Eine Ratte würde durch die neuesten Börsenachrichten, wenn es einen Börsencrash gab, niemals eine Panikattacke bekommen, und ein Mensch fürchtet sich normalerweise nicht vor einer Katze. Doch die Weise, wie unsere Körper auf die Neuigkeit eines Börsencrashs reagieren, ist der Reaktion einer Ratte, wenn sie eine Katze sieht, sehr ähnlich. Das ist besonders wichtig, denn es bedeutet, dass wir das Verhalten von Tieren studieren können, und auch den Prozess in ihren Hirnen, um herauszufinden, wie das menschliche Angstsystem funktioniert.

…(Wir untersuchen Angst über das Verhalten) und mittels Techniken und Methoden, die zum Studium solch eines spezifischen Verhaltens geeignet sind… Wir nutzen auch neurowissenschaftliche Werkzeuge, Methoden die uns erlauben, die Vorgänge im Gehirn zu untersuchen, wenn sich ein Tier so verhält, als ob es Angst hätte.

Ein wichtiges Verhaltenswerkzeug ist das klassische Angst machen, eine Variante dessen, was Pavlow als konditionierter Reflex bezeichnete. Der Vorgang des klassischen Konditionierung beinhaltet eine Paarung, oder eine damit verbundene Assoziation, eine harmlose Stimulans – ein Ton oder Lichtblitz, etwas was inhärent bedeutungslos ist – zu etwas, was für das Tier bedeutungsvoll ist. Im Fall von Pavlows Hunden war die bedeutungsvolle Stimulans Futter; die bedeutungslose Stimulans war eine Glocke. Futter ist jedoch keine gute Stimulans, wenn wir Angst untersuchen wollen. Wen man also als Versuchsobjekte Ratten nimmt, sollten als Stimulanzen ein Ton und beispielsweise ein leichter Stromschlag herangezogen werden. (Wir hielten den Stromschlag so gering wie nur möglich, jedoch so stark, dass die Experimente durchgeführt werden konnten, und wir führten die Experimente so unregelmäßig wie möglich durch.)”

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber diese letzten zwei Sätze glaube ich keine Minute lang! Nicht nachdem ich Candace Perts Geschichte über die Meerschweinchen, die während des Orgasmus enthauptet wurden, gelesen habe! Doch selbst wenn wir von diesen Methoden abgestoßen sind müssen wir realisieren, dass die andere Seite dieses Wissen besitzt und auch BENUTZT, und der einzige Weg, wie wir mit unserer Situation auf diesem Planeten umgehen können ist zu lernen, was sie wissen! Doch vorerst zurück zu Dr. LeDoux:

“Auf Basis der verschiedenen Paarungsarten wird der erklingende Ton zu etwas, von dem die Ratte lernt, dass es mit Gefahr in Zusammenhang steht. Deshalb reagiert die Ratte sofort, wenn sie den Ton hört: Sie erstarrt in Erwartung der Gefahr. Das ist ein konditionierter Reflex, so wie Pavlows Hund in Erwartung des Futters beim Erklingen der Glocke zu sabbern beginnt.

In der Wildnis können sich Tiere, wenn sie lernen was gefährlich ist, normalerweise nicht den Luxus von Versuch und Irrtum leisten; sie können nicht üben, bis sie es verstehen. Wenn sie das Glück haben, einmal entkommen zu sein, dann haben sie eine bessere Erinnerung an das Aussehen des Räubers, an seinen Geruch und seinen Klang, etc.. Im Labor müssen wir den Schock in Zusammenhang mit dem Ton nur einmal anwenden, wenn dies ausreichend aversiv war.

Wenn dies der Fall war – wenn der Ton mit dem Schock in Verbindung gebracht wurde – aktiviert dies eine Vielzahl von Reaktionen, die mit den Reaktionen auf Situationen im täglichen Leben identisch sind. Fernsehaufnahmen vom Bombenanschlag bei den Olympischen Spielen von Atlanta zum Beispiel zeigen, dass die erste Reaktion der Zuseher, als die Bombe hochging, ein gemeinsames Zusammenzucken war; der Schreckreflex. Und als nächstes verharrten die Zuseher in starrer Position: Sie kauerten sich hin und bewegten sich ca. zwei Sekunden nicht. Das ist die Evolution, die uns ein wenig Zeit bringt… Räuber reagieren auf Bewegung… Also erstarren wir, wenn wir uns in einer gefährlichen Situation befinden, da unser altes evolutionäres Angstsystem Gefahr erkennt und automatisch darauf reagiert.

…In einer gefährlichen Situation treten die verschiedensten physiologischen Reaktionen auf. Das Blut wird in die Körperteile geleitet, die es am dringendsten brauchen (die Muskeln). Das führt zu einer Veränderung des Blutdrucks und des Herzschlags. Darüber hinaus wird die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren Achse aktiviert und schüttet Stresshormone aus. Des Weiteren aktiviert das Gehirn die Freilassung von natürlichen Opiatpeptiden, morphinähnliche Substanzen, die das Schmerzgefühl unterdrücken. Diese Reaktion, genannt Hypoalgesie, ist ein evolutionärer Rest, der einem verwundeten Tier erlaubt, weiter laufen zu können. In Kriegszeiten wird dies oft beobachtet, wenn verwundete Soldaten solange nicht auf ihre Verletzungen reagieren, bis sie das Schlachtfeld verlassen können. All dies geschieht in der Ratte, wenn sie eine Katze oder eine ähnliche Bedrohung wahrnimmt, oder wenn sie einen Ton hört, den sie mit einem Schock in Verbindung bringt. Und alle diese Angstreaktionen sind leicht zu messen.

Zusätzlich zu den Verhaltenswerkzeugen benötigen wir auch die Neurowissenschaft, um zu verstehen, wie das Angstsystem des Gehirns funktioniert. …Ein Werkzeug der Neurowissenschaft ist die Gehirnläsion, ein kleines Loch, das ins Gehirngewebe gemacht wird, um den Informationsfluss zwischen den Neuronen zu unterbrechen.”

Tja, ich wusste, dass es noch weitergehen würde. Zuerst gab er den Ratten “leichte Stromschläge” und dann bohrt er Löcher in Rattenhirne… Als nächstes wird er sie köpfen…

“Indem wir den Informationsfluss eines bestimmten Kanals mittels einer Läsion unterbrechen, können wir bestimmen, ob der betreffende Informationskanal an dem Verhalten, das wir untersuchen, beteiligt ist. Das heißt, dass Läsionen in einigen Gehirnbereichen keine Auswirkung auf das Verhalten zeigen und Läsionen in anderen Hirnbereichen das Verhalten beeinflussen und die betreffenden Zonen deshalb näher untersucht werden. Leute mit Gehirnschlägen oder Tumoren haben natürliche Läsionen, die normalerweise nicht an eine bestimmte Stelle gebunden sind.”

Und wir können davon ausgehen, dass es EINIGE Menschen gibt, die Menschen mit “präzise bestimmten” Läsionen untersuchen – um bei der Sprache des Autors zu bleiben. Wissen schützt!

“Über weitreichende Forschungen wurden genaue Karten des Rattengehirns angelegt, und auch von den Gehirnen anderer Tiere.”

Kein Zweifel. Und ich nehme an, dass ein paar dieser “Tiere” auf zwei Beinen stehen!

“Als Ergebnis davon können wir nun auf Basis von drei Koordinaten eine bestimmte Region im Rattengehirn untersuchen – links/rechts, oben/unten und vorne/hinten – und eine Läsion machen, wobei wir eine kleine Menge des Informationsstroms entnehmen oder eine Chemikalie injizieren.

Die Hirnkarten sind auch dann nützlich, wenn wir die elektrischen Aktivitäten einer bestimmten Region messen wollen. Da die Kommunikation zwischen den Neuronen auf elektrischer Aktivität beruht, können wir Elektroden einführen, die mit Verstärkern verbunden sind und so die Reaktionen einer bestimmten Hirnregion aufzeichnen. …Wenn das Neuron A das Neuron B aktiviert, wird das Neuron B feuern… und das teilt uns mit, dass Neuron B zum dem Schaltkreis gehört, der an dem Verhalten beteiligt, das wir untersuchen.

Letztlich können wir die tatsächlichen Verbindungen im Gehirn verfolgen – wir können bestimmen, ob die Region X ihre Axone in die Region Y oder in die Region Z schickt – indem wir die chemische Aktivität verfolgen. …Wir injizieren eine Indikatorsubstanz in die Region X … Die Indikatorsubstanz wird in der injizierten Region von den Neuronen aufgenommen und fährt dann sozusagen “huckepack” auf den Molekülen mit, die die Axone entlang reisen. Wir können dann das Gehirn einfärben und erkennen, wo die Substanz als nächstes erscheint; die Region wird kontrastreich genug eingefärbt, damit wir unter dem Mikroskop alles genau betrachten können. Somit sehen wir, in welche Regionen Region X kommuniziert.

Sobald wir das Tier darauf konditioniert haben, auf einen bestimmten Ton zu reagieren – oder der Ton ein Erstarren des Tieres oder Veränderungen des Blutdrucks, der Herzfrequenz usw. hervorruft – verfolgen wir im nächsten Schritt, wie der Ton, nachdem er durch das Ohr in den Körper eingetreten ist, die Teile des Gehirns erreicht, die diese Reaktionen des Körpers hervorrufen. Dabei verfolgen wir die Strategie, in einen bestimmen Teil des Gehirns eine Läsion zu machen, um zu bestimmen, ob eine Schädigung dieses Teils die konditionierte Angst stört. Wenn dies der Fall ist, injizieren wir die Indikatorsubstanz um festzustellen, mit welchen Regionen dieser Teil des Gehirns kommuniziert. Dann machen wir systematisch in jeder dieser nachgeschalteten Regionen Läsionen, um zu sehen, welche davon mit der konditionierten Angst interferiert, injizieren Indikatoren an diesen Punkten und verfolgen deren Verläufe, und so weiter. Wir können daraufhin die elektrische Aktivität aufzeichnen und beobachten, wie die Zellen in dieser Region reagieren. Auf diese Weise können wir Schritt für Schritt unser Ziel verfolgen, egal welchen Informationskanal wir untersuchen wollen…

Jahrelange intensive Forschung bescherte uns das Wissen über die neuronalen Informationskanäle, die bei der Verarbeitung akustischer Signale beteiligt sind, was ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für die Untersuchung der neurologischen Grundlagen von Angst ist. Der natürliche Fluss auditiver Informationen – die Weise, wie man Musik, Sprache oder irgendetwas anderes hört – verläuft so, dass zuerst ein Signal ins Ohr trifft und von dort gelangt es zuerst in eine Region, genannt auditives Mittelhirn, dann zum auditiven Thalamus und schließlich zum auditiven Kortex. Deshalb ist beim auditiven Informationskanal, wie auch bei anderen Sinnessystemen, der Kortex die höchste Stufe der Informationsverarbeitung.

Muss ein Klang den ganzen Weg zum auditiven Kortex durchlaufen, damit die Ratte lernt, dass der Ton, gepaart mit dem Schock, gefährlich ist?

Als wir im auditiven Kortex Läsionen machten, fanden wir heraus, dass das Tier weiterhin Assoziationen zwischen dem Ton und dem Schock herstellen konnte und weiterhin mit Angst reagierte…

Da die Informationen von all unseren Sinnen im Kortex verarbeitet wird… war die Tatsache, dass der Kortex hier scheinbar keine Rolle spielt, sowohl faszinierend als auch rätselhaft. WIR wollten verstehen, wie etwas so wichtiges wie Angstgefühle vom Gehirn weitervermittelt werden können, wenn diese nicht zum Kortex führen, wo alle höheren Prozesse stattfinden. Also machten wir die nächsten Läsionen im auditiven Thalamus und im auditiven Mittelhirn.

Wir fanden heraus, dass Läsionen in beiden subkortikalen Regionen die Anfälligkeit der Ratten auf Angstkonditionierung völlig eliminierten. Wenn die Läsionen bei nicht konditionierten Ratten durchgeführt wurden, lernte das Tier nicht, die Verbindung zwischen dem Ton und dem Schock herzustellen. Wenn die Läsionen bei Ratten durchgeführt wurden, die bereits darauf konditioniert waren, auf den Ton mit Angst zu reagieren, hatte dies zur Folge, dass dann keine Reaktionen auf den Ton erfolgten.

Doch wenn die Stimulans nicht den Kortex erreichen muss, wohin gelangt sie dann, nachdem sie den Thalamus erreicht hat? Irgendeine oder irgendwelche anderen Regionen des Gehirns müssen die Information vom Thalamus empfangen und Erinnerungen von Erfahrungen einrichten, die eine Angstreaktion hervorrufen. Um das herauszufinden, injizierten wir einen Indikator in den auditiven Thalamus und fanden dabei heraus, dass ein paar Zellen innerhalb dieser Struktur Axone in die Amygdala projizierten. Das ist der Schlüssel, denn schon seit Jahren war bekannt, dass die Amygdala bei emotionalen Reaktionen eine große Rolle spielt. Es schien also, dass die Information von Thalamus direkt in die Amygdala gelangte, ohne dabei den Neokortex zu berühren.

Wir experimentierten daraufhin mit Ratten, denen wir Läsionen in der Amygdala machten… Es stellte sich heraus, dass eine Läsion in der Amygdala ebenfalls die Konditionierung nicht stattfinden lässt.

…Die Amygdala spielt also bei diesem Informationskanal eine kritische Rolle. Sie empfängt Informationen über die äußere Welt direkt aus dem Thalamus und setzt unmittelbar eine Reihe von körperlichen Reaktionen in Gang. Wir nennen diesen Thalamus-Amygdala Informationskanal den “unteren Weg” (Low Road), da er sich nicht die höherrangige Informationsverarbeitung zu Nutze macht, die im Neokortex, der ebenfalls mit der Amygdala kommuniziert, stattfindet.

…Nehmen wir an ein Wanderer wandert durch die Wälder und sieht etwas auf dem Waldboden. Das Bild gelangt zum Thalamus, der eine sehr grobe Schablone an die Amygdala sendet; die Amygdala wiederum aktiviert die Herzfrequenz, bringt die Muskeln zur Anspannung und macht sie bereit davonzulaufen. Gleichzeitig ist die Stimulans auf dem Weg durch den Kortex, wo sich der Impuls zu einem vollständigen Bild entwickelt – es ist eine Schlange. Nun weiß der Thalamus nicht, ob es eine Schlange ist oder nur ein Stock, der wie eine Schlange aussieht, doch soweit es die Amygdala in dieser Situation betrifft, ist es besser, den Stock wie eine Schlange zu behandeln, als die Schlange wie einen Stock. Das subkortikale Gehirn verallgemeinert hier zugunsten der Möglichkeit, in Gegenwart einer Schlange zu überleben. Indem die Amygdala unmittelbar agiert, gewinnt man Zeit. Wenn sich herausstellt, dass das Gebilde nur ein Stock war, und keine Schlange, nach hat man nichts verloren; man kann dann sein Fight-or-Flight System wieder ausschalten. Doch wenn sich herausstellt, dass es eine Schlange ist, dann ist man einen Schritt voraus: Man hat die Amygdala aktiviert und der Körper ist bereit zu reagieren.

Der untere Weg, the low road oder der Thalamus-Amygdala Informationskanal ist ein schnelles und unsauberes System. Da er den Kortex nicht miteinbezieht, erlaubt er uns, zuerst zu handeln und erst dann zu denken. Anders gesagt, lässt er die Evolution für uns denken und bringt uns, zumindest zu Beginn, Zeit.

Der Kortex – der obere Weg (High Road) – verarbeitet ebenfalls die Stimulans, doch dazu braucht er ein wenig länger. Man benötigt den Kortex, um verschiedene Musikrichtungen unterscheiden zu können… oder um zwei Sprachen unterscheiden zu können. Doch man benötigt ihn nicht, um einige der emotionalen Lernvorgänge durchzuführen, die im Angstsystem eine Rolle spielen. Deshalb können wir emotionale Reaktionen auf etwas haben, ohne zu wissen, worauf wir reagieren – sogar dann noch, wenn wir bereits begonnen haben zu reagieren. Anders gesagt haben wir es hier mit unbewusster emotionaler Verarbeitung zu tun. Es ist eine neurologische Demonstration zumindest eines Teiles dessen, was Freud versuchte zu verstehen, als er über das Unterbewusste sprach.

…Wir behaupten, dass unbewusste Emotionen wahrscheinlich eher die Normalität sind, und nicht die Ausnahme. Wir wissen alle, dass es viele Situationen im normalen, alltäglichen Leben gibt, in denen wir nicht verstehen, woher unsere Gefühle kommen – warum wir uns glücklich oder traurig fühlen oder warum wir Angst haben. Nehmen wir zum Beispiel an, Sie sitzen in einem Restaurant und essen gemeinsam mit einem Bekannten zu Mittag. Sie haben mit Ihrem Bekannten einen schrecklichen Streit und zufällig ist das Tischtuch auf dem Tisch rot-weiß kariert. Am nächsten Tag gehen sie auf der Straße und haben das Gefühl im Bauch, dass sie da einen Typen, der Ihnen entgegenkommt, nicht mögen. Sie haben diesen Menschen noch nie zuvor gesehen, doch Sie wissen, dass Sie ihn nicht leiden können. Wie oft hören wir von “Gefühlen im Bauch”? Die Leute sagen “man muss seinem Bauchgefühl trauen”. Doch vielleicht ist in diesem Fall der Grund, warum sie fühlen, dass Sie diesen Menschen nicht mögen, einfache der, dass er eine rot-weiß karierte Krawatte trägt. Dieser visuelle Input geht durch Ihren unteren Weg, aktiviert Ihre Amygdala und verursacht, dass Sie gegenüber diesem Menschen eine unangenehme Reaktion verspüren. Sie könnten ihre Reaktion der Art und Weise, wie diese Person dreinschaut, wie sie geht oder sich bewegt zuschreiben, doch in Wirklichkeit ist es einfach nur der untere Weg …die unbewusste Aktivierung der Amygdala.

Manchmal …sind diese Reaktionen auf dem unteren Weg nützlich. Das war sicherlich das Ziel der Evolution: uns vor Gefahr zu beschützen. Doch sie können auch etwas anrichten, oder zumindest kontraproduktiv sein. Wie im Fall der/des rot-weiß karierten Krawatte/Tischtuchs, muss eine unbewusste Reaktion nicht eine innere Wahrheit enthüllen, sondern kann stattdessen nichts anderes sein, als ein Wiedererleben vergangener emotionaler Lernerfahrungen. “Auf sein Bauchgefühl zu hören” kann einfach nur bedeuten, dass man auf vergangene Lernerfahrungen reagiert.

…Auch andere Bereiche des Gehirns geben der Amygdala Input. Informationen über Sinnesobjekte, wie wir sie bezeichnen könnten – ein visuelles Objekt wie ein Apfel, oder komplexe Klänge wie Musik oder Sprache – kommt vom sensorischen Kortex.

Andere Teile des Kortex sind an der höheren Wahrnehmung beteiligt. Zum Beispiel ist die kortikale Region, die man als Hippocampus bezeichnet, an solch höheren Aspekten wie das Langzeitgedächtnis und der Verarbeitung der Zusammenhänge von Ereignissen beteiligt, solcher Art von Informationen, die uns erlauben zu erinnern, wo und wann etwas geschehen ist, und dies auch mit anderen Elementen des Geschehenen verbindet, so wie ob es dabei auch geregnet hat. Wenn man zum Beispiel bei Ratten den Hippocampus beschädigt oder verletzt, sind die Tiere nicht mehr in der Lage, einen bekannte Ort zu erkennen; sie sind unfähig zu unterscheiden, ob die Testkammer, in der sie sich befinden diejenige ist, in der sie die leichten Stromschläge bekommen hatten. Als Resultat Eingriffs zeigen sie in allen ähnlichen Testkammern Angstreaktionen.

Nehmen wir an, dass sie zum Beispiel alle Schlangen als gefährlich ansehen, doch sie wissen nicht, dass sie eine Schlange im Zoo nicht so fürchten müssen wie eine Schlange, der sie im Wald begegnen. Normalerweise erkennen ihr Hippocampus und ihr Kortex sofort den Unterschied (sind sie im Zoo oder im Wald?), und sie würden daraufhin je nach Situation passend reagieren. Wenn sie jedoch eine Läsion im Hippocampus hätten, hätten sie Schwierigkeiten, eine starke Angstreaktion zu unterdrücken, auch im Zoo.

Noch ein wichtiger Player bei Angstreaktionen ist der präfrontale Kortex. Bei Tierversuchen mit Ratten und auch bei Experimenten mit Menschen stellte sich heraus, dass wenn man den Ton immer und immer wieder erklingen lässt, ohne dabei die unangenehme Erfahrung auszuüben, dass dabei die Fähigkeit verloren geht, emotionale Angstreaktionen auszulösen. Dieser Prozess wird Löschung genannt. Doch wenn der mittlere Teil des präfrontalen Kortex verletzt ist, ist das emotionale Gedächtnis schwierig auszulöschen. Wenn also zum Beispiel eine Ratte im präfrontalen Kortex eine Läsion hat, tendiert sie dazu, weiterhin auf den Ton zu reagieren. Als ob der Ton immer noch mit dem unangenehmen Erlebnis assoziiert werden würde, ist die gelernte Reaktion der Löschung gegenüber resistent.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass sogar ohne Schädigung des präfrontalen Kortex Angsterinnerungen nur schwer völlig auszulöschen sind. Viele Studien zeigen, dass zum Beispiel Wochen nachdem eine Ratte aufgehört hatte, auf einen Ton zu reagieren, der mit einem Schock verbunden war, sie plötzlich wieder auf diesen Ton mit Angst reagierte. Oder das Tier ging zurück in seine Testkammer, wo es die konditionierende Erfahrung gemacht hatte, und das Angstverhalten konnte so wieder aktiviert werden. Auch bei Menschen kann Stress bereits gelöschte Ängste wieder reaktivieren. Ein Patient mit einer Phobie kann – offenbar erfolgreich – behandelt werden; dann passiert etwas – vielleicht stirbt die Mutter des Patienten – und die Phobie kehrt zurück.

Was die verschiedenen Therapien tun können – und was der Prozess der Löschung macht – ist den präfrontalen Kortex zu trainieren, den Output der Amygdala zu blockieren. Solch ein Training eliminiert nicht die unbewusste Angst; es hält sie einfach zurück.

Das finden Therapeuten sowohl deprimierend als auch interessant; sie verstehen mittlerweile, dass Erinnerungen an Angst nicht völlig ausgelöscht werden können, doch zumindest wissen sie, wen sie als Gegner vor sich haben. …Ich kenne kein Tier, das nicht konditioniert werden kann …und bei jedem Tier, das eine Amygdala hat, scheint diese Struktur bei der Konditionierung von Angst eine Rolle zu spielen. Das Angstsystem ist deshalb wahrscheinlich ein äußerst grundlegender, fundamentaler Lernmechanismus, der im Gehirn eingebaut ist.

In diesem Sinne sind wir emotionale Echsen. Wir laufen mit einer Amygdala herum, die so geschaffen ist, dass sie Gefahr erkennt und darauf reagiert. Es ist ein sehr effizientes System, das sich in Bezug auf die Funktionsweise kaum verändert hat. Was sich natürlich verändert hat, sind die Möglichkeiten, die es aktivieren, die Dinge, auf die die Menschen (die darauf gelehrt und konditioniert werden) reagieren, die denselben Effekt auf uns haben, wie das Erblicken einer Katze auf eine Ratte.

[LeDoux, States Of Mind; keine deutsche Übersetzung bekannt, 1999]

Der Hippocampus gehört zu dem System, dessen Job es ist, die Erinnerungen zu erschaffen, die wir meinen, wenn wir sagen “Ich erinnere mich”. Ihr erinnert euch an euren ersten Schultag, eure Ferien letztes Jahr, an das Abendessen letzten Sonntag und so weiter. Das sind eure Erinnerungen und der Hippocampus ist daran beteiligt.

Jetzt nehmt einmal an, ihr fahrt eine Straße entlang und ihr habt einen Unfall. Die Hupe bleibt hängen und hupt laut während ihr schreckliche Schmerzen habt und daran denkt, dass ihr sterben werdet. Einige Zeit später hört ihr irgendwo eine Hupe und ihr werdet an dem Autounfall erinnert. Die ganze Szenerie, wo ihr wart und die Ereigniskette ziehen in eurem Geist als Aneinanderreihung von Tatsachen vorbei. Es ist passiert. Doch diese Tatsachen sind eiskalt und beinhalten keine Gefühle. Es ist eine Erinnerung über eine emotionale Erfahrung, doch es ist keine Emotion.

Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass ihr dabei keine Emotionen haben werdet, denn der Klang der Hupe wird auch durch die Amygdala gehen, die gleichzeitig mit der Erinnerung aus dem Hippocampus das autonome System ankurbeln wird; eure Muskeln werden sich anspannen und ihr könntet dabei die gesamte Skala von “Fight or Flight” genau in dem Moment nochmals durchleben.

Menschen, die in ihrem Hippocampus einen Defekt haben, besitzen ein schlechtes “bewusstes” Gedächtnis. Es gibt einen berühmten Fall einer Frau, die unter schwerem Gedächtnisverlust litt. Jeden Tag musste ihr Arzt, wenn er zu ihr kam, sich auf Neue vorstellen, da die Frau sich nicht mehr erinnern konnte, dass er sie schon am Vortag aufgesucht hatte. Wenn er ihr Zimmer nur für ein paar Minuten verließ, hatte sie schon vergessen wer er war. Eines Tages kam der Arzt ins Zimmer und reichte ihr seine Hand, um sie wieder einmal vorzustellen. Doch dieses Mal hatte er eine Stecknadel in seiner Hand versteckt und sie stach sich. Ihre Hand zuckte sofort zurück. Der Arzt verließ das Zimmer für ein paar Minuten, kam zurück und reichte ihr wieder seine Hand. Doch dieses Mal wollte die Frau ihn nicht begrüßen. Sie konnte sich nicht bewusst an den Arzt erinnern, doch ihre Amygdala erinnerte sich und sie schützte sich.

Umgekehrt können Menschen mit einer verletzten Amygdala und einem intakten Hippocampus nicht durch Angst konditioniert werden. Dabei können sie alle Details wissen: dass der Arzt im Zimmer war, dass sie sich an der Stecknadel gestochen haben; doch sie werden ihre Hand nicht zurückziehen, wenn ihnen der Arzt die Seine reicht.

Der Hippocampus und die Amygdala vermitteln verschiedene Arten von Erinnerungen. Normalerweise arbeiten sie zusammen, sodass emotionale Erinnerungen und Erinnerungen an Gefühle in unserem bewussten Verstand so eng verschmolzen werden, dass wir sie nicht mehr durch Selbstbeobachtung analysieren können.

In einer traumatischen oder stressigen Situation bestehen für diese beiden Erinnerungssysteme unterschiedliche Konsequenzen. Wenn Stresshormone wie Cortisol in den Körper ausgeschüttet werden, dann neigen sie dazu, den Hippocampus zu blockieren, doch sie stimulieren die Amygdala. Anders gesagt wird die Amygdala unter Stress oder während eines Traumas keine Probleme haben, eine emotionale, unbewusste Erinnerung des Ereignisses zu bilden – sie wird tatsächlich eine sogar noch stärkere Erinnerung bilden, da Cortisol vorhanden ist – doch dieselben Chemikalien werden auch eine bewusste Erinnerung des Ereignisses stören und deren Bildung verhindern.

Das hat einen starken Einfluss auf die Programmierung unserer frühen Kindheit. Man nimmt an, dass der Hippocampus in früher Kindheit noch nicht fertig ausgeprägt ist und noch nicht zur Gänze funktioniert. Als Resultat davon sind wir nicht in der Lage, für die Zeit vor dessen voller Entwicklung ein Langzeitgedächtnis, also bewusste Erinnerungen, zu bilden.

Doch die Amygdala ist ausgewachsen und funktioniert. Aus diesem Grund bilden missbrauchte Kinder sehr starke emotionale Erinnerungen, die sie dazu bringen, bei vielen Dingen kräftig zu reagieren, während sie überhaupt keinen Zugriff auf ein bewusstes Verständnis besitzen, warum sie so fühlen wie sie fühlen. Unbewusste emotionale Erinnerungen beeinflussen uns unser ganzes Leben lang. Sie tun das kräftig und es ist extrem schwierig, sich ohne bewusste Möglichkeiten durch diese Erinnerungen durchzuarbeiten. Rein das Erblicken von etwas, das mit einem frühen traumatischen oder stressbehafteten Ereignis zusammenhängt, kann eine emotionale Reaktion auslösen, ob diese nun positiv oder negativ ist.

Darüber hinaus können diese unbewussten Erinnerungen, wie wir schon in einem früheren Kapitel erwähnt haben, verallgemeinert werden.

Nun besitzen alle Tiere diesen Angst-Lernen-Mechanismus, der ihnen das Überleben sichert. Sie können dadurch Gefahr erkennen und passend darauf reagieren. Doch Tiere haben keine Angstgefühle, wie wir es nennen würden, in dem Sinne, wie Menschen “Angst haben” können. Wenn das grundlegende “Angstprogrammsystem” in einem Gehirn aktiviert wurde, dass auch über Selbstbewusstsein verfügt, tritt ein neues Phänomen auf: Subjektive Gefühle. Angstgefühle im Bewusstsein entstehen, wenn die generierte Aktivität, die im subkortikalen neuralen System mit der Wahrnehmung von Gefahr involviert ist, von bestimmten Systemen im Kortex, besonders in der “Arbeitserinnerung” wahrgenommen wird.

“Ein bewusstes Gefühl von Ängstlichkeit ist nicht notwendigerweise Auslöser einer Angstreaktion. Der untere Weg kann sich darum sehr gut kümmern. Das heißt, dass wir Reaktionen auf Gefahr produzieren können ohne uns dabei bewusst zu fürchten, so wie wenn wir zurück auf den Gehsteig springen, um nicht von einem Auto erfasst zu werden. IN einer solchen Situation haben wir, wie man häufig sagt, “keine Zeit um Angst zu haben.” …Ein anderes Mal werden wir zuerst eine körperliche Reaktion haben und erst später in der Lage sein zu benennen, welches Gefühl wir dabei hatten: waren wie ängstlich, traurig oder wütend. In vielen Fällen wissen jedoch nicht, was diese Gefühle erzeugt, auch wenn wir wissen, dass wir uns ängstlich fühlen. Eigentlich sehen wir das immer wieder in den verschiedenen Störungen des Angstsystems – in Panikattacken und Phobien.

Warum ist es so schwierig, solche Ängste zu eliminieren? Wenn die Amygdala einmal “aufgedreht” ist, kann sie die Informationsverarbeitung im Kortex, ab den frühesten Entwicklungsstufen, beeinflussen. Doch erst die späteren Entwicklungsstufen des kortikalen Kortex beeinflussen die Amygdala. Anders gesagt ist dies nicht gleichermaßen effektiv, auch wenn die Kommunikation in beide Richtungen verläuft. Im Allgemeinen sind die Projektionen der Amygdala auf den Kortex viel stärker als umgekehrt. Wenn wir uns die Wege von der Amygdala zum Kortex als mehrspurige Autobahnen vorstellen, dann sind die Wege vom Kortex zur Amygdala enge Nebenstraßen. Wenn die Emotionen einmal aktiviert sind, können sie die gesamte Arbeit des Kortex beeinflussen, wohingegen der Kortex bei der Kontrolle der Amygdala sehr ineffizient ist. Wenn man also versucht, sein Denken zu nutzen, um seine Emotionen zu überwinden, dann ist das wie wenn man die Nebenstraßen des Kortex benutzt, während die Amygdala den Kortex mit Input über die Superautobahnen überrollt.”

[LeDoux, 1999]

Doch mit dem Kortex zu denken ist, wie sich herausstellt, im wesentlichen eine Möglichkeit, sein Gehirn neu zu verkabeln. Es ist wie wenn man auf Nebenstraßen arbeitet und sie ausbaut, um sie wieder ins hochrangige Straßennetz des Gehirns zu integrieren, wo sie eigentlich sein sollten. Forschungen zeigen, dass Veränderungen im Gehirn das Resultat von Lernerfahrungen sind – und es scheint, dass Lernen – das Erlangen von Wissen – der Weg ist, die synaptischen Verbindungen im Gehirn neu zu verkabeln.

Es hat den Anschein, dass der Schlüssel dazu die Tatsache ist, dass Lernen, scharf nachdenken und konzentrieren, verlangt, dass bestimme Chemikalien im Gehirn – üblicherweise Acetylcholin – zu genau dem richtigen Zeitpunkt an genau der richtigen Stelle versprüht werden. Dadurch wird klar, dass die Moleküle der Erinnerung gegenüber der Art und Weise der aufkommenden Erinnerung blind sind – ob dies nun bewusst oder unbewusst geschieht. Die Qualität der verschiedenen Arten von Erinnerung liegt nicht in den Molekülen, die diese speichern, sondern wird durch die Systeme bestimmt, in welchen diese Moleküle agieren. Wenn sie im Hippocampus agieren, sind die aufgezeichneten Erinnerungen sachlich und für unser Bewusstsein abrufbar. Agieren die Chemikalien in der Amygdala, sind sie emotional und meistens für unser Bewusstsein nicht verfügbar.

Auch wenn wir nicht wissen, was eine x-beliebige emotionale Reaktion in uns ausgelöst hat, so besitzen wir doch ein Bewusstsein darüber, dass wir auf eine bestimmte Weise “fühlen”. Dieses Bewusstsein nennt man “Arbeitserinnerung”.

Die Arbeitserinnerung, oder Bewusstsein, beschäftigt die frontalen Stirnlappen, die sich hinter und gleich über den Augenbrauen befinden. Wir benutzen sie, wenn wir uns eine neue Telefonnummer merken müssen, gerade so lange, bis wir sie gewählt haben. Oder wenn wir uns erinnern müssen, weswegen wir in die Küche gegangen sind, merken wir uns es so lange, bis wir geholt haben, was wir wollten! Hier werden auch gleichzeitig viele verschiedene Arten von Informationen gleichzeitig gespeichert, während wir mehrere Dinge miteinander vergleichen. Wir können hier die verschiedensten Dinge auf einmal am Laufen halten. Wir können etwas betrachten und die Erinnerung daran in der Arbeitserinnerung behalten, und das gemeinsam mit der Erinnerung an etwas vergleichen, was wir bereits ins Langzeitgedächtnis verschoben haben, wenn wir dies wünschen: Klänge, Gerüche und sogar die Gefühle, die wir zu gewissen Situationen empfinden, während wir folgendes bedenken: macht mich das friedlich, froh, traurig oder macht es mir Angst?

Alle diese Elemente kommen gleichzeitig zusammen. Die Arbeiterinnerung kann jedoch nur eines nach dem anderen abarbeiten, auch wenn eine Aufgabe davon vielschichtig ist. Ein klassisches Beispiel dafür ist, wenn man sich versucht eine Telefonnummer zu merken und jemand stellt eine Frage, bevor man sie gewählt hat. Die Nummer fliegt sozusagen beim Fenster hinaus, während man die Frage beantwortet und man muss nochmals nachsehen, wie die Nummer geht.

Diese “Arbeitserinnerung” oder “Bewusstsein” ist offenbar, wenn es nicht selbst bewusst ist – zumindest ein Fenster dahin.

In dieser Arbeiterinnerung treten die “bewussten Gefühle” auf. Hier kommen drei Dinge zusammen, um ein bewusstes Gefühl zu erzeugen: gegenwärtige Anregung, Aktivierung der Amygdala auf die eine oder andere Weise und die Aktivierung der bewussten Erinnerung im Hippocampus.

Eine gegenwärtige Anregung könnte sein, in einer Kirche zu stehen. Das würde die Amygdala so aufwecken, dass die unbewussten Erinnerungen der vielen Erfahrungen in einer Kirche auftauchen – die Rezeptoren werden mit Neurochemikalien überflutet – und das würde die bewusste Erinnerung an das letzte Mal aktivieren, als man die Kirche besucht hatte, oder verschiedene erinnerungswürdige Zeiten werden im Gehirn vorbeiziehen. Wenn alle diese Dinge in der Arbeitserinnerung zusammenkommen und der Körper mittlerweile durch Chemie und Vergangenheit aktiviert wurde, wird das als “Gefühl” wahrgenommen.

Dasselbe kann bei jeder Art von Begegnung geschehen. Etwas im Augenblick Vorhandenes kann die Chemikalien aktivieren, die das bewusste Gedächtnis aufwecken, das mit diesen Chemikalien in Verbindung steht. Und dann wird der gegenwärtige Augenblick in diesem Zusammenhang interpretiert werden.

Da wir hier nicht umhin kommen festzustellen, dass unbewusste, chemische Prägungen eine weitaus größere Fähigkeit besitzen, das Denken zu beeinflussen als umgekehrt, realisieren wir nun, dass wir hier der uralten Streitfrage von Vernunft und Emotion, Logik und Leidenschaft, Wissen und Glaube gegenüberstehen.

Wenn man emotional erregt wird, ob nun durch Angst oder sexuelle Anziehung, ist es eine knallharte Tatsache, dass die Emotionen das Denken dominieren.

Philosophen, die den ganzen Weg bis Plato zurückverfolgten, haben dieses fundamentale Schisma endlos analysiert. Der Körper füllt uns mit Leidenschaft und Sehnsüchten, mit Ängsten, Fantasien und Dummheit. Wie viele Märchen sind entstanden, nur um diese chemischen Reaktionen zu rechtfertigen? Plato war der Auffassung, dass nur derjenige ein wahrer Philosoph sei, der seine Emotionen über die Anwendung von Vernunft meistern konnte. Sokrates sagte “Erkenne dich selbst” und er meinte damit, dass wir unsere Emotionen verstehen müssen, um sie kontrollieren zu können.

Die große Mehrheit der Philosophen und Autoren philosophischer Werke in der gesamten aufgezeichneten Geschichte glaubten, dass wir, um wahrlich Mensch sein zu können – im Gegensatz einem Tier – unsere Vernunft anwenden müssen. Descartes sagte nicht “Ich FÜHLE, also bin ich.” Das Denken scheint der Unterschied zu sein, der den Menschen von Tier unterscheidet. Doch Theodor Dreiser schrieb:

“Unsere Zivilisation befindet sich in einem Zwischenstadium; nicht mehr das vollständig vom Instinkt geleitete Tier, noch nicht der vollständig von der Vernunft geleitete Mensch.”

Das größte Beispiel dafür ist Dr. Spock aus Raumschiff Enterprise. Das Gegenteil davon ist Kapitän Ahab, der Held aus Melvilles Moby Dick. Melville schrieb: “Ahab denkt niemals, er fühlt nur, er fühlt und fühlt und fühlt.” Vielleicht ist die sinnlose Verfolgung eines weißen Wals eine gute Metapher für das Resultat eines Lebens, das von Emotionen gelenkt wird.

Ich befürworte hier jedoch nicht eine Dominanz des Erkennens; nur ein Gleichgewicht. Es besteht derzeit solch ein Ungleichgewicht zwischen dem Input der Amygdala auf den Kortex und der nur sehr spärlichen Kontrolle des Kortex über die Amygdala. Auch wenn Gedanken leicht Emotionen auslösen können, indem sie die Amygdala aktivieren, ist es sehr schwierig, absichtlich diese Emotionen wieder abzuschalten.

Wie es der Zufall will, sind die kortikalen Verbindungen zur Amygdala bei Primaten weit größer als bei anderen Tieren. Es hat den Anschein, dass balanciertere kortikale Wege der evolutionäre Trend sind. Ich bin der Meinung, dass wir sie entwickeln werden, oder wir gehen zugrunde. Eine harmonischere Integration von Emotion und Denken würde uns erlauben, sowohl unsere WAHREN Gefühle zu kennen, und warum wir sie haben, als auch sie effektiver benutzen zu können.

Der Schlüssel ist das Lernen. Wissen schützt. Und wenn du noch nicht begonnen hast, die Teile des Puzzles zusammenzusetzen, die Vorteile der Erweiterung und des Arbeitens mit dem frontalen Kortex, vielleicht wird dir über das nächste Thema die ganze Sache schließlich doch klar werden.

Machen wir einen Spaziergang in den Nebenstraßen des frontalen Kortex.